Moskau

Moskau-Bericht

Sommerschule? JA! Drei Wochen lang in Moskau? JA! Die russische Sprache besser lernen und auf „Kulturjagd“ gehen? JA! Neue Leute kennenlernen und Kontakte knüpfen? NOCHMALS JA!
Ich kann wirklich jedem nur herzlichst empfehlen, einer Sommerschule beizuwohnen – vor allem in Moskau! Doch warum gerade Moskau? Und wie sah ein ganz normaler Tag während der Zeit an der Sommerschule aus? Moskau ist nicht nur die Hauptstadt Russlands und weist mit einer offiziellen Zahl von über zwölf Millionen nicht nur die höchste Einwohnerzahl vor, sondern ist zudem trotz des stetigen Wachstums in diversen Bereichen und der enormen Größe noch immer typisch russisch geblieben.

Im Vergleich dazu präsentiert sich St. Petersburg eher europäisch, auch wenn sie eine der wundervollsten Städte überhaupt ist, wozu auch die Entstehungsgeschichte der Stadt durch Peter den I. selbsterklärend beiträgt.

Doch wie sah nun ein Tag an der Sommerschule in Moskau eigentlich aus? Von acht bis neun Uhr hatte man genug Zeit in der Mensa der Staatlichen Landesuniversität Moskau, sich beim Frühstück für den Tag zu stärken und seine Mitschüler besser kennenzulernen. Danach ging man in seine Klasse. Die Einstufungstests für die einzelnen Klassen fanden gleich am ersten Tag statt. Während des Unterrichts durfte man mit lernwilligen und äußerst motivierten Lehrern der MGOU am Russischunterricht in einer wirklich angenehmen Atmosphäre lernen. Man verspürte zu keiner Zeit ein Gefühl von Zwang, sondern eher den immer größer werdenden Hunger an der Sprache und Kultur des Landes. Spürbare Lernerfolge erhöhten die sehr stark ausgeprägte Motivation nochmals um ein Vielfaches! Um zwölf Uhr gab es Mittagessen: Jeden Tag eine Suppe, ein Hauptgericht und immer eine leckere Nachspeise. Für kleinere Snacks zwischen den Mahlzeiten wurde in den obligatorischen und zwingend notwendigen russischen Teepausen immer gesorgt – ohne Tee geht in Russland wirklich überhaupt nichts! J
Wenn der Sprach- und Landeskundeunterricht je nachdem um 15 Uhr oder 16 Uhr beendet wurde, traf man sich im Anschluss daran mit vielen Mitschülern aus den verschiedensten Ländern zu sportlichen Aktivitäten wie z.B. zum Fußball spielen, Joggen oder aber zu einem traditionellen Banja-Besuch zwei Straßen weiter.
Abends erkundete man Moskau dann auf eigene Faust und konnte diese Metropole richtig fühlen! Nachts über den Roten Platz schlendern, den Kreml bewundern oder über eine der zahlreichen schönen Brücken wie bspw. die Große Steinerne Brücke oder die Patriarchen – Brücke gehen und sich von den spiegelnden Lichtern auf dem Wasser durch die Stadt führen lassen – das ist Moskau! Man fühlt sich zuhause und kann kaum den Moment abwarten wieder nach Deutschland zu fliegen, nur um seinen Lieben von diesen tollen Momenten zu berichten. Moskau ist ebenfalls, nach einem Discobesuch am freien Wochenende ein super leckeres Frühstück frühmorgens auf dem Heimweg zu sich zu nehmen, den Sonnenaufgang hinter einer der „Sieben Schwestern“ zu beobachten, spätestens in genau diesem Moment weiß man, dass man mit der Entscheidung zur Teilnahme an der Sommerschule in Moskau mal rein gar nichts falsch gemacht hat und zu seinem neugewonnenen deutschen Kumpel sagt: „Это прекрасная жизнь!“.


Neben vielen eigenen Stadterkundungen und Besuchen unter anderem im Fußballstadion und dem Fernsehturm (AM ABEND EIN MUSS, aber bitte den Reisepass aufgrund der enormen Sicherheitskontrollen nicht vergessen), gab es auch zahlreiche und sehr gut organisierte Exkursionen seitens der Sommerschule. Um nur einige Beispiele zu nennen wurden Fahrten nach Sergijew Possad, ins Kosmonautenmuseum, zum Poklonnaya-Hügel, ins Allrussische Ausstellungszentrum (WWZ), in den Gorki-Park und zum Staatlichen Historischen Museum Moskau organisiert.
Alles in allem war es einfach nur eine überragende Zeit, in der man nicht nur für den weiteren Berufsweg die eigenen Russisch-Skills verbessern konnte und für den weiteren Lebensweg neue Freunde, quer über die ganze Welt verteilt, gefunden hat! Ich habe gute und unvergessliche Erfahrungen gemacht. Deshalb kann ich Euch wirklich nur sagen und ans Herz legen: Macht es, traut Euch und genießt die Gastfreundschaft Russlands!    

von Stanimir Bugar

Sommerschule „Modernes Russisch“ 2016 an der Staatlichen Landesuniversität Moskau

Der russische Vielvölkerstaat ist das größte Land der Erde. Es steckt voller Gegensätze und besitzt eine reiche Kultur und spannende Geschichte. All dies gilt es zu entdecken. Dabei half die Sommerschule „Modernes Russisch“ 2016 an der Staatlichen Landesuniversität Moskau. Mit dem gut strukturierten Kulturprogramm und gleichzeitigen Sprachkurs wurden über drei Wochen hinweg die russische Lebensweise und Kultur vermittelt. Hierbei bietet sich die russische Hauptstadt Moskau natürlich an. Diese ist das größte Agglomerationsgebiet in Europa und auch wissenschaftlich, politisch und wirtschaftlich bildet es das Zentrum Russlands.

Knapp 50 Studenten aus allen Teilen der Welt trugen zur vielseitigen Gruppe bei, der Großteil wurde jedoch von deutschen Studenten vertreten. Von langjährigen Lernenden bis hin zu blutigen Anfängern war auch das Niveau sehr unterschiedlich. Für den Sprachunterricht wurden die Teilnehmer in drei verschiedene Leistungsgruppen aufgeteilt. Leider wäre eine differenziertere Unterscheidung von Vorteil gewesen, da die Gruppen sehr heterogen blieben. Die Austauschsprache beschränkte sich auf Russisch. Unglücklicherweise wechselten die Lehrkräfte oft und waren nicht immer vom Fach. Dies trug merklich zur Qualität des Unterrichts bei.

Nichtsdestotrotz gab es außerhalb der Kurse reichlich Möglichkeiten die russische Sprache zu üben. Die kulturellen Ausflüge wurden jeweils auf Deutsch oder Russisch angeboten. Darunter waren Besichtigungen wie beispielsweise die Tretjakow Galerie. Diese ist mit 140.000 Werken der Malerei, der Graphik und der Bildhauerei eine der größten und bedeutendsten Kunstgalerien Russlands. Schätze wie die "Die Erscheinung Christi zu den Menschen" des Künstlers Alexander Ivanov oder berühmte Gemälde wie „Ein Morgen in einem Pinienwald“ von Iwan Schischkin, luden zum Bewundern und Staunen ein. Des Weiteren gab es Führungen durch die Schätze Moskaus, nämlich den Kreml und seine Rüstkammer. Einige Ausstellungsstücke aus Deutschland konnten auch präsentiert werden. Auch das Dreifaltigkeitskloster in Sergijew Possad wurde nicht ausgelassen. Mit seinen alten Bauwerken, dem Glockenturm der Mutter von Smolenks und den zahlreichen Kirchen ein wahrer Hingucker.

Wissenschaftliche Aspekte wurden im Kosmonautenmuseum vermittelt. Dort können sämtliche Techniken, Raketen und andere interessanten Informationen, die die Weltraumforschung betreffen, bestaunt werden. Hierbei kann sogar der Basisblock der Raumstation „Mir“ begangen werden. Auch die Schleuderkapsel der Sputnik 5 mit den ausgestopften Hunden Belka und Strelka, stachen bei dem Besuch heraus. Ein Stückchen weiter zeugt die Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft noch von der Propaganda und dem Prunk der ehemaligen Sowjetunion. Die einst aufwändig gestalteten Pavillons beinhalteten eine Ausstellung über die verschiedenen Gebiete der Planwirtschaft. Auch heute noch ist der Platz eine Augenweide.

Ein Kontrastprogramm dazu bildete der Gorki Park. Natur und Erholung stehen dort im Vordergrund. Rollschuhe oder Fahrräder können entliehen werden, um an der Moskwa entlang die Aussicht zu genießen. Ein Bootsverleih und auch Sportplätze geben die Möglichkeit sich aktiv zu betätigen. An der Ostseite gibt es ein Kunstprojekt, bei dem man sich Ton und Materialien ausleihen kann, um mit dem eigenen Tonkunstwerk einen der Plätze aktiv selbst zu verschönern. Am Wochenende werden Open-Air-Konzerte veranstaltet, ob klassisch oder modern, für jeden findet sich etwas.

Vor allem das klassische Ballett hinterließ einen bleibenden Eindruck bei allen Studenten. Die erstklassigen Primaballerinen tanzten mit Leichtigkeit und Grazie.

Schließlich konnten Kontakte zu russische Studenten beim Studentischen Forum Moskaus geknüpft werden. Mit überschwänglicher Freude begrüßt, luden die Studenten zu gemeinsamen Spiel und Aktivitäten ein. In einer Videokonferenz mit befreundeten Universitäten in Deutschland und China wurden von den jeweiligen Studenten kurz die Eindrücke widergespiegelt. Es wurde so die Möglichkeit geboten, das Russisch in einer ersten Rede auszuprobieren.

Außerhalb des festen Programms lud reichlich Freizeit dazu ein, selbst auf Erkundungstour zu gehen.

Zusammenfassend war die verbrachte Zeit eine große Bereicherung. Nicht nur für das persönliche Studium, auch die Gemeinschaft half neue Erfahrungen zu machen, kulturelle Unterschiede zu verstehen und voneinander zu lernen. Dies ging selbstverständlich einher mit Erkenntnissen über russische Gepflogenheiten, die nun helfen politische Strukturen und ein besseres Verständnis weit darüber hinaus zu erhalten.

von Daniela Glatz