Renato Pasalic, M.A.

Lebenslauf

Renato Pasalic

geboren am 25.04.197 in Karlovac (Kroatien)

Familienstand: Ledig

Staatsangehörigkeit: Kroatisch

Schulbildung: 1980-1984, Grundschule Hersbruck

                     1984-1993, Gymnasium Hersbruck

 Aufenthalt in Kroatien:  08/1993-10/1993

Jobben: 11/1993-03/1994, Firma Hiltl, Berg.                          

Studium: 04/1994-08/1996, Volkswirtschaftslehre an der

Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg

ohne Abschluss.

Ausbildung: 09/1996-07/1999, DEBEKA Krankenversicherung, Neumarkt.

Berufliche Tätigkeit: 08/99-12/99, Bezirksbeauftragter bei DEBEKA Krankenversicherung.

03/2000-07/2000, Allianz Agentur Dr.Schwerd, Schwaig

08/2000-07/2001, Allianz Agentur Hofmann und Löhner, Hersbruck.

02/2003-12/2007 Pfiffikus Lern-Center Hersbruck,

Tätigkeit als Nachhilfelehrer in Latein, Deutsch, Englisch und Französisch.

Kinder und Erwachsenenbildung.

seit 03/2003, L+H Marketing Services, Nürnberg

Studium: 10/2001- 06/2007, Slavistik und Romanistik an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen- Nürnberg

Promotion: seit 10/2007 Friedrich-Otto Universität Bamberg, Lehrstuhl für Slavische Literaturwissenschaft.

 

Forschungsinteressen:

 

Thema der Magisterarbeit: „Zu den Germanismen in der kroatischen Küchenterminologie“

 

Forschungsschwerpunkte:

- Geschichte der Deutschen in Südosteuropa.

- Kroatische Geschichte.

- Illyrismus.

- Kulturkontakt.

- Ethnologie.

Sonstiges:

Teilnahme und Mitarbeit beim Kulturtreffen der deutschen Minderheit in Kroatien auf der Insel Rab (2008).

Zum Promotionsvorhaben von Renato Pasalic:

1. Forschungsthema, Inhalte und Relevanz

Das Dissertationsthema lautet „Deutsch-kroatischer Kulturtransfer am Beispiel der kroatischen Küche“ und bezieht sich auf den Einfluss deutschsprachiger Länder auf die kroatische Kultur seit dem 19. Jahrhundert. Dieser wird vor allem auf kulinarischem Gebiet erforscht.

Schon seit dem 7. Jahrhundert besteht ein reger Kulturaustausch zwischen slavischen und germanischen Völkern. Im Verlauf der Geschichte intensivierten sich diese Kontakte und erreichten im 19. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Kroatien ihren Höhepunkt.

Zu dieser Zeit herrschte in Teilen Kroatiens eine ausgesprochene Bilingualität. Das öffentliche Leben wurde von der deutschen Kultur stark beeinflusst. Theatervorstellungen wurden beispielsweise seit 1780 ausschließlich in deutscher Sprache aufgeführt.

Im Schulwesen blieb Deutsch als Fremdsprache bis zum Zusammenbruch der Donaumonarchie ohne Konkurrenz. Die Wochenstundenzahl entsprach oft den Stundenzahlen, die für die kroatische Muttersprache angesetzt wurden.

Es erschienen zahlreiche Zeitschriften in deutscher Sprache und selbst kroatische Nationalisten, die eigentlich für eine Eigenständigkeit der kroatischen Kultur und Sprache eintraten, führten ihre Diskurse und Abhandlungen zu dieser Thematik in Deutsch und Kroatisch.

Vorher wurde der deutsche Einfluss vor allem durch die Errichtung der Militärgrenze verstärkt, die eine Befestigung zahlreicher Stützpunkte auf dem Gebiet des heutigen Kroatien erforderlich machte. Seit dem 16. Jahrhundert wurden kroatische Verbände von deutschsprachigen Offizieren ausgebildet und die Organisation der gesamten Verteidigung gegen die osmanische Expansionspolitik fand unter der Leitung deutschsprachiger Länder statt.

Ein sehr wichtiger Aspekt bei der Erforschung des deutsch-kroatischen Kulturtransfers  ist der Einfluss der Donauschwaben.

Nach der Rückeroberung großer Gebiete von den Osmanen wurden im  17. Jahrhundert deutsche Siedler angeworben, die für zahlreiche Neuerungen in der Bewirtschaftung der Höfe und Felder sorgten. Neue Kulturpflanzen wurden eingeführt und natürlich brachte man zahlreiche Rezepte aus der deutschen Heimat mit, die zusammen mit der Küche der Einheimischen eine wunderbare Vielfalt hervorbrachten.

Die Arbeit besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Im theoretischen Abschnitt werden die historischen und soziokulturellen Hintergründe des deutschen Einflusses aufgezeigt.

Dies war auch ein Teil der Magisterarbeit, die sich mit den Germanismen in der kroatischen Küchenterminologie befasste. Bei dieser Arbeit, die ihren Fokus auf linguistische Untersuchungen richtete, ergaben sich weitere Fragestellungen und Ansätze, die nicht ausreichend behandelt werden konnten.

Der Schwerpunkt der Dissertation greift diese Fragen auf und unterzieht diese einer eingehenderen Untersuchung.

Der zweite Teil der Arbeit besteht aus einer empirischen Untersuchung, die sich mit der Fragestellung beschäftigt, welchen Stellenwert der deutsche Einfluss im Zeitalter der Globalisierung im heutigen Kroatien noch hat. Besonders der Stellenwert im Vergleich zu den zahlreichen Anglizismen wird untersucht. Das Thema verspricht interessante Erkenntnisse auf diesem Gebiet, da der Einfluss im kulinarischen Bereich immer noch höher anzusiedeln ist als in anderen Teilgebieten.

Im Bereich des klassischen Handwerks ist der deutsche Einfluss aufgrund der Modernisierungen und der Umstellung auf industrielle Massenproduktion, einhergehend mit dem Aussterben alter Handwerksberufe immer geringer geworden. Neue Produkte und Herstellungsverfahren wurden eingeführt, die entweder durch Sprachpuristen mit Neologismen bedacht wurden, oder man übernahm die englischen Bezeichnungen.

2. Methodik

Für den theoretischen Teil der Arbeit werden umfangreiche Literaturauswertungen historischer Dokumente herangezogen. Hierzu zählen Presseberichte, Kochbücher und Militärberichte aus der Zeit von 1800-1945, die Rückschlüsse auf den Einfluss der deutschen Kultur auf den kulinarischen Bereich in Kroatien erlauben. Der erste Teil besteht aus einer historische Längsschnittanalyse, bei der die deutschen Einflüsse auf kulinarischem Gebiet chronologisch und systematisch beschrieben werden.

Der praktische Teil beinhaltet eine empirische Untersuchung. Es wird eine quantitative Querschnittsbefragung durchgeführt. Mit Hilfe eines Fragebogens, der in verschiedenen Gebieten und Gesellschaftsschichten des heutigen Kroatien verteilt werden soll, wird die momentane Situation untersucht und ein Vergleich zur Situation im Zeitraum von 1800-1945 gezogen.

Es erfolgt natürlich auch eine qualitative Analyse der Ergebnisse, wobei sich das Interesse auf die kulturellen Auswirkungen richtet.

Folgende Aspekte erfahren unter anderen bei der Ergebnisanalyse eine besondere Gewichtung:

1. Was ist übrig geblieben vom deutschen kulturellen Einfluss und wie sind die Zukunftsaussichten im geeinten Europa der Regionen vor allem im Vergleich zu den Anglizismen?

2. Welche Rolle spielen der bevorstehende EU-Beitritt Kroatiens und die Verdrängung kleinerer lokaler Märkte durch internationale Konzerne?

3. Welchen Niederschlag findet der deutsche kulturelle Einfluss in der zeitgenössischen Literatur, den Medien und Kochbüchern?