Exkursion nach Sankt-Petersburg vom 30. August zum 6. September 2015

 

Lehrstuhl für Slavische Literaturwissenschaft in Bamberg

 

Eine Reise zwischen Himmel und Wasser 

                                                          „Люблю тебя, Петра творенье...“

                                                                           (А. Пушкин «Медный всадник»)

Es  berichten

 

Nikita Baylukov

Stanimir Bugar

Vahe Hovhannisjan

Julian Noppmann

Angelika Schönmeier

Sonntag, der erste Tag....

Wir traten unsere Reise am 30. August 2015 an. Es war ein Sonntag, es war früh und es schien die Sonne... Erst von Bamberg mit dem Zug und weiter mit dem Lufthansa-Flug von Frankfurt flog die Exkursionsgruppe der Slavischen Literaturwissenschaft unter Leitung von Dr. Erna Malygin nach Russland.

Auf uns wartete die vielleicht mystischste und rätselhafteste Stadt des Landes – Sankt-Petersburg, Petrograd, Leningrad, Piter...

Die Spannung und die Erwartungen waren hoch! Unsere Exkursion haben wir mehrere Monate lang vorbereitet. Im Seminar „Peterburg: literarisch und historisch-realistisch“ lernten wir eine Menge über die Stadt Peters des Großen und deren Mythos, erkundeten die literarische Topographie und die literarische Erbauung der Stadt. Markante Werke der russischen Literatur von Dichtern und Schriftstellern der letzten Jahrhunderte und Videoausschnitte rüsteten uns mit dem nötigen Wissen. Aber das, was auf uns noch wartete, überbot alle unsere Vorstellungen: Diese Stadt muss man mit eigenen Augen sehen, ihr ganz leise zuhören, sich in allen Widerspiegelungen täuschen lassen, verlieren und wiederfinden, in verschiedenen Lichtern und zu allen Tageszeiten erleben, aufmerksam beobachten, im wahrsten Sinne des Wortes beGEHEN und einfach einatmen... Vielleicht wird dann die STADT gnädig und zeigt sich dir in voller Pracht. Aber sogar dann wirst du nicht behaupten können, diese Stadt zu kennen. Sie war, ist und bleibt ein wunderschönes Rätsel an der Neva. Immer neu, immer anders, immer unbekannt und stets viel zu bieten... 

Montag, den 31. August 2015

 

„An diesem Tag begannen wir mit unserem offiziellen Programm. Jeder Teilnehmer hat bereits im Vorfeld für diese Exkursion eine Aufgabe übernommen, die thematisch an unser Seminar gebunden war. Julian (Noppmann) und ich (Vahe) machten mit einer Ganz-Tages-Führung entlang des Nevskij Prospekt den Anfang: Vom Moskauer Bahnhof bis zur Neva. Auf fast fünf Kilometern zu Fuß Geschichte, Kultur, Architektur und Literatur Russlands in einer einzigen Straße live erleben! Behandelt wurden die wichtigsten historischen Bauten, vom Stroganov Palais über die Issaks-Kathedrale, zur Admiralität und letztendlich den Winterpalast...“ 

„...Nikita (Baylukov), besaß an diesem Tag die außerordentliche Fähigkeit, den besten Zeitpunkt für eine Pause zu bestimmen und ermöglichte uns so einen Ausflug in die russische Fast Food-Kultur. Das "Teremok" bot klassische russische Speisen wie gefüllte "Bliny" (ähnlich den franz. Crêpes) oder "Pel‘meni" (mit Fleisch gefüllte Maultaschen) und natürlich das typische "Boršč", eine Rote-Bete-Suppe. Insgesamt sehr nahrhaft und gesund im Gegensatz zu McDonalds und anderen Fast Food-Größen..."

"...Den Abschluss dieses bereichernden Tages vollzogen wir mit einer Bootstour durch die Stadt...“ 

„...Wir residierten in zentraler Lage am Nevskij-Prospekt, was keine Selbstverständlichkeit war. Dadurch hatten wir Bewegungsfreiheit, was sich als sehr bequem herausstellte, da wir abends auf dem Nevskij ungehindert spazieren und die Lichter bewundern konnten, die die bezaubernde Stadtarchitektur hervorhoben. Die Stadt lebte, die Musiker spielten schmalzige Rock-Lieder... Insgesamt eine sehr ausgelassene und angenehme Atmosphäre...“ 

Dienstag, den 1. September 2015

 

„Am Dienstag stand eine Fahrt mit einem Tragflächenboot zur ehemaligen Zarenresidenz Petershof auf dem Programm. Die Führung für diesen Tag übernahm Stanimir Bugar, der seine Aufgabe erwartungsgemäß ebenfalls sehr gut erfüllte...“

 

„Dienstag, 1. September 2015, Petersburg, 18 Grad und Sonnenschein – die Frisuren sitzen perfekt und gefrühstückt haben wir auch: auf geht‘s zum Petershof! 

Der kleine Hunger auf die Stadt und natürlich auch auf den Petershof wurde immer größer, deswegen hat sich jeder vorsichtshalber ein Snickers eingepackt. Also machten wir uns samt Verpflegung, welche wir natürlich vollkommen legal mit dem Einverständnis der Hoteldirektion unser Eigen nennen durften, auf den Weg zum Bootssteg durch den prachtvollen Nevskij-Prospekt. Der Nevskij-Prospekt ist in der Tat sehr prachtvoll und unvergleichbar, so auch in seiner Länge! Ganze 4,5 km ist die Petersburger Hauptstraße lang. So lief unser Kilometerzähler natürlich die ganze Zeit über weiter – das Finanzamt wird sich im Frühjahr 2016 über unsere Kilometergeld-Forderung freuen! :-) 

Endlich am Bootssteg angekommen, stiegen wir in das Schnellboot namens „Meteorit.“ Dieses Boot machte seinem Namen alle Ehre! So war es kein Wunder, dass wir den etwa 45 km entfernten Finnischen Meerbusen und seine Zufahrt zum Petershof in kürzester Zeiterreichen sollten-zwar nicht so stilvoll wie Peter der Große, jedoch um einiges schneller. 

Dort angekommen, durften wir die einzigartigen Fontänen und das Domizil bewundern.

Die Parkanlage war nicht zu überladen, sondern wirkte sehr natürlich. Viele prächtige Fontänen zeugten von der Vorliebe des Zaren Peter I., der die Bauarbeiten persönlich leitete. Der Palast war nicht annähernd so beeindruckend wie der Park und dessen Fontänen.

Nachdem wir uns einen ersten Eindruck verschaffen konnten, machten wir den Park und seine zahlreichen schönen Ecken unsicher. Mittlerweile seit etwa vier Stunden unterwegs, ließen wir uns das Picknick am Meer nicht nehmen. 

Nach der Pause ging es dann gestärkt in den oberen Teil der Anlage, auf dem sich der Palast und seine Kapelle befinden. Hier der Blick vom Palast aus Richtung Meer – diese wunderbare Aussicht wird auch Peter I. genossen haben    

Wieder in der Stadt angekommen, gingen wir erst ins Hotel zum Abendessen, bevor es wieder auf die Straßen von St. Petersburg zum alltäglichen Abendspaziergang gehen sollte...“ 

Mittwoch, den 2. September 2015

 

„Mittwoch besichtigten wir das Puškin-Museum. Im Grunde war es seine Wohn- und Arbeitsstätte, die größtenteils im Originalzustand belassen war. Ein wunderbar melancholisches Erlebnis...“ 

„Schon beim Eingang in das Museum konnten wir ahnen, dass sich dort etwas Besonderes und Wichtiges befindet. Alles war liebevoll zusammengetragen und aufgestellt. Sogar das Geschirr wurde mit Geschichten zu etwas Speziellem verzaubert. Die Erzählungen aus dem Audioguide auch aus dem alltäglichen Leben Puškins und seiner Ehefrau wurde durch schöne klassische Musik und Gedichte unterstrichen und verleitete dazu, sich in die Zeit und auch in die Person Puškin hineinzuversetzen. Es wurde so anschaulich erzählt, dass man nicht umhin kam, vor allem bei der Darstellung von Puškins Liebe zu seiner Frau, zu lächeln. Die Erzählung von Puškins Liebe zum russischen Volk hat mich sehr beeindruckt.“

 

„Puškin-Museum: einsame Spitze! Obwohl es eine Touristenattraktion ist, sehr authentisch und unverändert schlicht gehalten. Ein sehr interessanter und bewegender Ort der Erinnerung und es ist förmlich zu spüren, dass der Geist des genialen Schriftstellers noch in diesem Haus ist!!! Dazu tragen tolle Relikte bei wie z.B. das Sterbesofa im Arbeitszimmer von Puškin sowie die Weste, die er beim Duell getragen hat... Das Feeling und die Größe des Museums sind einfach hervorragend!!! Zudem sehr informativ. TRAUMHAFT!..“

„Auf dem historischen Weg von der grünen Brücke zum Puškin-Museum kehrte schlagartig Ruhe ein.  Im Vergleich zum Nevskij-Prospekt waren kaum noch Menschen zu sehen… Im Garten vor dem Haus kam die Sonne weiter heraus. Das Museum war zwar klein, aber mit Audioguide und die Art, wie durch die neun Zimmer geführt wurde, war es einfach toll. Nicht zu viel Input, doch leicht mit Emotionen untermalt. So, dass ich genau für mich richtig genießen konnte. Die Lebensumstände kennenzulernen, und die würdige Art des Sterbens hat mich sehr bewegt. Wobei der Umstand durch ein Duell zu sterben, doch sehr fragwürdig sind. Die eingespielte Musik und die vorgetragenen Gedichte waren wunderbar eingesetzt. Sein Arbeitszimmer ein Traum. Besonders hängen geblieben ist mir die Situation, als Puškin auf dem Sterbebett gefragt wird, wen er sehen möchte, um letzte Worte an ihn zu richten. Er erwidert in Bezug auf die Bücher: „Macht‘s gut, meine Freunde, ich werde Euch vermissen.“ Aber auch wie er sich von seiner Familie verabschiedet hat, jeden Einzelnen tief angeschaut, fest wie ein Blick in die Seele.

Vielleicht liest sich ein Mensch wie ein Buch und Puškin schrieb sein eigenes Ende und einen kurzen Part im Leben seiner Familie. Für mich war es auf jeden Fall ein weiterer Grund mit Puškin anzufangen! Vielen Dank! Das Deutsch ist heute schlicht, bin gerade freudig K.O.“

„Die Eremitage war unser nächstes Ziel. Eine hochwertige und vielfältige Sammlung, die Versailles in nichts nachstand. Doch ein Problem teilen sich beide: Touristen! Die unkontrollierte Menge an Touristen erschwerte uns die Fortbewegung und den Genuss des uns dargebotenen Kunstschatzes. Ebenfalls empfand ich die Belichtung vieler Gemälde als suboptimal, denn die Lichtreflexe von der Beleuchtung im Schutzglas verdeckten ein großes Teil derer Qualität. Doch die schiere Anzahl der sich dort befindlichen Kunstwerke war überwältigend. Von Leonardo bis Rembrandt und El Greco, war jeder wichtige Vertreter einer Kunstepoche anwesend. Die Eremitage kann man vermutlich ein Leben lang durchwandern und wird dennoch nicht alles sehen können, denn auch in den Depots lagern noch viele verborgene Schätze.“ 

„Eremitage... Ohne jegliche Frage ein MUSS, wenn man in St. Petersburg ist.... Erschütternd und beeindruckend schon alleine durch die Größe, ohne näher auf die Ausstellungsstücke einzugehen. Dutzende bekannte Künstler wie Raffael und Michelangelo lassen die Eremitage nicht umsonst zu einem, wenn nicht sogar zu DEM bedeutendsten „Kunsthaus“ werden. Leider geht es in der Eremitage touristenbedingt sehr hoch her! Man kann sich zwar das frühere Leben im Winterpalast sehr gut vorstellen, doch so persönlich und authentisch wie das Puškin-Museum ist die Eremitage noch lange nicht...“ 

„Eremitage: So viel gehört und gelesen davon, nun endlich diese Kunst mit eigenem Auge sehen: Ein wunderschönes Erlebnis. Gut war es auch, eine Führung zu haben. Zwar nur das Wichtigste angeschaut, allein das war bereits sehr viel Input, der ganze Prunk und die Vielfalt in den Zimmern überaus kontrastreich, eines Herrschers dieser Größe sehr angemessen. Durch die Vielfalt und die Art und Weise der Darstellung wird ein sehr weltoffenes Russland bestätigt. Allerdings reicht ein Tag bei Weitem nicht aus, um sich alles anzuschauen.“

 

„Die Eremitage passt einfach zu St. Petersburg: schön, pompös, interessant, schnell und lebendig. Sie gehört einfach zu einem Besuch in Petersburg dazu und macht das Stadtbild aus...“ 

Donnerstag, den 3. September 2015

 

„Auf dem Tagesplan stand am Vormittag die Besichtigung von drei Gebäuden des Nevskij-Prospektes und am Ufer des Griboedovs Kanales, die eine herausragende Rolle für die russische Kultur haben. Dieser Tag hatte regnerisch begonnen, sodass wir die gesamte Gemütlichkeit der ersten Station, der russischen Nationalbibliothek auskosten konnten.   

Die mit Herz und Seele gemachte Führung in der Bibliothek, die gleichzeitig auch als Museum gilt, gab uns genauen Einblick in die Geschichte, Verwaltungssystematik und die Inhalte einer der größten Bibliotheken der Welt.

„Die Bibliothekssammlungen der französischen Philosophen Voltaire und Diderot wurde 1860 in den Bestand aufgenommen. Zu den für unsere Exkursionsgruppe interessanten Büchern der Bibliothek zählen wohl die Ostromir-Chronik aus dem 11. Jahrhundert und Bücher Peter des Großen, die über die Nautik erzählen, aber auch Buchdrucke aus Bamberg und Mainz aus dem 15. Jh. und der ersten Druckerei zu Gutenbergs...“ 

„Nach einer aufschlussreichen Führung besichtigten wir das Haus der Bücher, das so genannte SINGER-HAUS. Direkt gegenüber der Kazaner Kathedrale befindet sich heute die erste und größte Buchhandlung der Stadt. Auffällig ist die Architektur des Gebäudes mit seiner schwarzen Steinfassade, großen Schaufenstervitrinen und einem Globus im zum Griboedov-Kanal und dem Nevskij-Prospekt gerichteten Eck des Hauses auf dem Dach...“ 

„In dem Haus wurden bis 1917 Nähmaschinen verkauft. Zeitweise befanden sich in dem Gebäude auch das amerikanische Konsulat und eine Bank. Ab 1919 wurden die Räumlichkeiten als Buchhandlung genutzt, die auch während der Leningrader Blockade zwischen 1941 und 1944 geöffnet hatte. .. “ 

„Nach genauer Inspektion der weiteren Etagen, setzten wir unsere Exkursion in der Christi Auferstehungskathedrale (auch Erlöserkirche auf dem Blute genannt) fort. Der Name rührt daher, dass an diesem Ort am 1. März 1881 der im russischen Volk als Befreier-Zar bekannte Aleksander II., der die Leibeigenschaft 1861 abschaffte, nach einem Terroranschlag tödlich verunglückte...“

Exkurs: Eine mystisch-glückliche Geschichte an einem regnerischen Tag in der Stadt Peters des Großen

Erzählt von Stanimir Bugar

 

„Und auch von der dunklen Seite dieser riesigen Stadt wurde ich nicht verschont, jedoch haben mir nasse Taschentücher sehr viel Ärger erspart! Es war der Tag, an dem wir endlich die Erlöserkirche besichtigen konnten (der einzige Tag, an dem es sehr leicht geregnet hat und wir das Hotel nicht nur im T-Shirt verlassen konnten). Nachdem wir mit unserem Programm in der Kirche durch waren, setzte ich mich draußen auf eine sehr nasse Bank (PS: ich hatte meine Brille nicht auf. PPS: ich trage gar keine Brille). 

Lange Rede, kurzer Sinn: meine Hose war nass und Fr. Malygin hat mir eine Packung Taschentücher gegeben, damit ich den Prozess des Trocknens beschleunigen konnte. Nun zum Hauptteil: auf dem Heimweg (meine Hose immer noch leicht feucht) beschlossen wir, den Stadtbus zu nehmen. Die Bushaltestelle war für Petersburger Verhältnisse sehr leer und preislich sollte die Busfahrt auch im Bereich des Möglichen sein, doch beim Einsteigen kam es plötzlich zu einem großen Menschenaufkommen wie im ZDF-Fernsehgarten. Mit lautem Geschrei, Hektik- und Panikmache begann aus dem Nichts ein Gedrängel. Dabei spürte ich im letzten Moment, wie sich jemand an meiner rechten Hintertasche zu schaffen machte. Als ich mich umdrehte, sah ich einen sehr gut gekleideten Mann, der mich verdutzt anschaute und zügig den Bus verließ – mit insgesamt zehn anderen Leuten, welche die „Panik“ auslösten. Mein Geldbeutel war noch in der Hosentasche, doch die nassen Taschentücher hingen halb aus der Hose heraus. Zum Glück hab ich den versuchten Diebstahl aufgrund der Taschentücher bemerkt und mich vorher auf eine nasse Bank gesetzt!“ 

„Der Donnerstag gehörte auch der Paulfestung auf der Vasil‘evskij Insel. Auf dieser befand sich auch das Gefängnis, einstige Herberge vieler bekannter historischer Persönlichkeiten wie Lev Trockij oder Maksim Gor‘kij. Interessant und unheimlich zugleich, denn Gefängnisse sind nicht bekannt dafür, eine angenehme Stimmung zu verbreiten. Doch im Gegensatz zu den vorhergehenden Tagen war die Festung weniger beeindruckend...“

Freitag, den 4. September 2015

„Auf dem Tagesprogramm stand die Reise nach Zarskoe Selo – Zarendorf – 25 km außerhalb St. Petersburgs, um dort das Puškin-Lyzeum anzuschauen. 

Unterwegs hielten wir an zwei U-Bahn Stationen und begutachteten das Interieur der Puškin- und der Technologie-Station.Obwohl der Plan für die Metro bis 1941 stand und schon einige Vorbereitungen für den Bau getroffen worden waren, musste der Bau wegen des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs ausgesetzt werden. Die erste Linie wurde erst 1955 fertig gestellt. Die Petersburger Metro gilt als tiefste U-Bahn der Welt...“

 

 

„Auf dem Weg zum Taxi-Bus, der uns dann nach Zarskoje Selo bringen würde, stiegen wir an der Station Moskovskaja aus und wurden von der schieren Größe des sich an der Oberfläche befindlichen ehemaligen Regierungsgebäudes im stalinistischen Zuckerbäckerstil beinahe erschlagen... Der riesige Platz war komplett umzäunt, da dort anscheinend später ein Markt eröffnen sollte.“ 

„Nach einer 40-minütigen Fahrt mit dem Bus erreichten wir Zarskoje Selo. Zuerst begaben wir uns zum Lyzeum, der Schule, auf der auch Alexander Puškin gewesen war. Dort sahen wir den Saal, in dem er 1815 bei einer Abschlussprüfung vor M. Derzavin stand und ihm sein Gedicht „Erinnerungen in Zarskoje Selo“ vortrug.

Danach sahen wir uns auch die Schlafsäle an, die sich im obersten Stockwerk befanden und auch das Zimmer von A. Puškin...“ 

„Daraufhin begaben wir uns nach einer kurzen Pause in einem schönen Café durch einen Park, in dem ein Mann Flöte spielte, in die angrenzende Residenz des Zaren... Der Gesamteindruck kann nur als prunkvoll zusammengefasst werden. Alle Räume waren überwältigend schön, detailreich und mit sehr viel Gold verziert. Es gab sehr viele Empfangsräume und einer war beeindruckender als der andere. Vor allem im Gedächtnis sind der grüne, der chinesische und natürlich auch der Bernsteinsaal geblieben...“

„Nach unserer Rückkehr und einer kurzen Pause mit Abendessen im Hotel, machten wir uns am späten Abend zu Fuß über den Nevskij-Prospekt zum Fluss Neva auf, um dort die Öffnung der Brücken um zwei Uhr morgens zu betrachten. Wie wir auch schon an einigen anderen Abenden festgestellt hatten, sah der Nevskij-Prospekt in der Nacht ganz anders aus und machte einen anderen wunderschönen Eindruck. Wahrscheinlich vor allem, da es Freitagnacht war. Vielerorts wurde mehr oder weniger gute Live-Musik gespielt, die Damen, junge und alte waren perfekt geschminkt, in kurzen Kleidern und High Heels unterwegs und die Stadt schien sogar noch lebendiger als tagsüber...“ 

„Vor den Brücken war das Wasser voll mit verschiedenen Booten von Touristen und Feierwütigen. Alles in allem, auch trotz der Kälte, war dieses Ereignis der perfekte Abschluss des Tages, denn so konnten wir die Stadt noch einmal auf eine besondere Art und Weise betrachten: vom Wasser aus und bei Nacht. Ein unvergessliches Erlebnis und eine unvergessliche Stadt.“ 

Samstag, den 5. September 2015

 

„Samstag war unser eigentlich letzter Tag in Petersburg. Da wir unser Programm voll und erfolgreich abgeschlossen hatten, war es möglich, frei über diesen zu verfügen.

Wir spazierten ein letztes Mal auf dem Nevskij, kümmerten uns um Postkarten und Souvenirs. Gegen Abend traf sich unsere Gruppe in einem armenischen Restaurant und genoss den erfolgreichen Abschluss unserer Exkursion.“ 

Sonntag, der letzte Tag....

 

Der Tag unserer Abreise.

„Erschöpft und sehr zufrieden traten wir die Heimreise an. Alles verlief reibungslos... „

„Insgesamt habe ich einen sehr interessanten und neuen Einblick in einen Teil, eines für mich bis dato relativ unbekannten Landes erhalten...“

„Sonntag war der Tag der Abreise. Erschöpft, aber vollends zufrieden traten wir unsere Heimreise an, die reibungslos verlief. Zusammenfassend kann ich sagen, dass St. Petersburg mich in seinen Bann gezogen hat. Als Student der Slavistik erfüllte sich mir ein Traum diese einzigartige Stadt zu besichtigen. Auch wenn der westliche Einfluss in dieser Stadt auffällt, war es gut zu sehen, dass Russland sehr viel zu bieten hat und eine mir bisher unbekannte Welt zeigte. Auch um Puschkin besser verstehen zu können und tiefer in die russische Literatur einzutauchen, beschloss ich, mit Russisch anzufangen. Danke Peter der Große!“

 

„Ich freute mich wieder nach Hause zu fliegen, aber es war doch ein melancholisches Gefühl da... Dieses Märchen – Sankt-Peterburg – ließ ich zurück... Aber ich komme bestimmt wieder! AUF WIEDERSEHEN, PITER!“