Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften

Slavische Sprachwissenschaft

Studentisches Fußball-Sprach-Projekt zum Mitmachen

Muttersprachler(innen) gesucht: WM-Spielernamen einsprechen

Der Anlaß

Im kommenden Juni wird die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft erstmals in einem slavischen Land stattfinden: In Russland. 32 Nationen von allen sechs Kontinenten werden dabei um den Titel spielen, den Deutschland zu verteidigen anstrebt. Alle Teilnehmerländer siehe unten!

Neben dem sportlichen Aufeinandertreffen bietet das Turnier aber auch eine Bühne für die zahlreichen Sprachen und Kulturen der Teilnehmerländer. Zudem verwenden viele der Länder auch andere Schriftsysteme als das vor allem in Westeuropa gebräuchliche Lateinische – nicht zuletzt Gastgeber Russland und dessen kyrillische Schrift.

Das Problem

Bedauerlicherweise ist die korrekte Aussprache und Schreibweise der Namen von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern eher die Ausnahme als die Regel. Dies betrifft die Berichterstattung von Kommentatoren und deren Fernsehsendern ebenso wie die FIFA selbst, die Buchstaben außerhalb des englischen Alphabets zumeist „vereinfacht“. Nicht nur deshalb haben die von den Kommentatoren verwendeten Namen meist nur wenig mit deren eigentlicher Aussprache gemein.

Das Projekt

Der Ziel des Projekt ist simpel: Alle bei der WM im Kader stehenden Spieler, sowie die jeweiligen Trainer und die Schiedsrichterteams sollen von Muttersprachlern eingesprochen und auf einer Uni-eigenen Webseite veröffentlicht werden. Auf dieser werden die einzelnen Teams aufgelistet, ihren Namen korrekt wiedergegeben und zusätzliche Informationen – etwa wenn die Spieler in einem anderen Land geboren wurden als in dem, das sie repräsentieren – angegeben.

Wie soll das Ergebnis aussehen?

In etwa so (bitte zur Vergrößerung anklicken):

Die blau hervorgehebenen Spalten sind hierbei die interessanten, denn diese beinhalten die Namen der Spieler, die zuvor eingesprochen werden sollen. Idealerweise würden die aufzunehmenden Audio-Dateien auch dort verlinkt. Um für den Leser klar zu stellen, welche Teile der Namen Vornamen, Nachname oder Künstlernamen sind, haben diese eigenen Spalten. Auch die „vereinfachte“ Schreibweise der FIFA wird angegeben, damit im Zweifelsfall Spieler einzeln identifiziert werden können.

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Rückennummer: Trikotnummer des Spielers, dient zur Identifikation.

Voller Name: Der vollständige eingetragene Name des Spielers inklusive aller Vor- und Nachname (oder auch Patronyme etc.).

Nachname(n): Der/Die Nachname(n) des Spielers. Mehrere Nachnamen sind etwa im Spanischen/Portugiesischen verbreitet.

Vorname(n): Der/Die Vorname(n) des Spielers. Die Anzahl der Vornamen sind von Land zu Land unterschiedlich.

Selbstverständlich ist die Aufteilung in Vor-/Nachnamen nicht in jedem Land identisch mit den westeuropäischen Normen identisch. Daher sind diese Spalten je nach Nation möglicherweise anders zu benennen.

„FIFA Display Name“: Der von der FIFA verwendete Name, meist bestehend aus Vor- und Nachname. In der Regel verwendet die FIFA hier nur Buchstaben des englischen Alphabets. Wird hier angegeben, um die Identifikation während der Übertragungen zu erleichtern, da Einblendungen in TV diesen Namen verwenden.

Trikotname: Name, mit dem der Spieler in der Regel identifiziert wird, daher meist Nach- oder Künstlername. Kann in der korrekten (lateinischen) Schreibweise sein, allerdings von Land zu Land unterschiedlich.

Name in Heimatschrift: Der Name des Spielers im Schriftsystem seines Heimatlandes, etwa Kyrillisch, Arabisch etc.

Künstlername: Name, den der Spieler anstelle seines eigentlichen Namens verwendet. Insbesondere in Spanien, Portugal oder Brasilien verbreitet.

Position/Geburtsdatum: Zusätzliche Information. Das Geburtsdatum ist eventuell in Bezug auf die Geburt des Spielers wichtig, etwa wenn sein Geburtsort zu diesem Zeitpunkt noch Teil eines anderen Landes war.

Geburtsort: Regionale Unterschiede bei der Aussprache können auftreten, Spieler können zudem außerhalb des Landes geboren sein, für das sie spielen.

Weitere Anmerkungen: Weitere Informationen, die die Aussprache beeinflussen, etwa Nationalität der Eltern.

Was ist zu tun?

Die „Sprachexperten“ erhalten die jeweilige Tabelle ihres Landes mit den eingetragenen Daten. Einzusprechen, d.h. aufzunehmen sind aber nur der volle Name und der Kurzname (etwa im Deutschen: Vorname + Nachname) des Spielers. In seltenen Fällen, in der die Aussprache oder Schreibweise des Spielers nicht völlig klar ist, wäre eine kurze Eigenrecherche im Web (idealerweise in der jeweiligen Sprache) von Nöten. Bei Sprachen mit anderem Schriftsystem ist zudem eine Transliteration geplant, der Sprachexperte muss diese aber nicht zwingend selbst anfertigen können.

Aufwand: Nach jetzigem Stand wird sich der Aufwand pro Nation zum Einsprechen auf nicht mehr als maximal eine Stunde belaufen.

Wer wird benötigt?

-       Idealerweise Muttersprachler/innen für jede der 32 beteiligten Nationen (optional auch der Trainer/Schiedsrichter), die die Namen einsprechen. In Fällen von Ländern mit einem anderen Schriftsystem, etwa Russland, Japan oder Tunesien, sollen die Namen der Akteure außerdem wissenschaftlich transliteriert werden.

-       Technischer Support für die Aufnahme und Verarbeitung der Sounddateien

-       Technischer Support: Das Erstellen der Webseite und deren Gestaltung

An wen richtet sich die Anfrage?

-       Hauptsächlich Lehrende und Studierende der Universität(en), da diese auch über das nötige „Fachwissen“ für Transliteration und Sprachhintergründe verfügen.

-       Kommunikationswissenschaft Uni Bamberg (Aufnahme/Technische Unterstützung)

-       Informatik-Abteilung Uni Bamberg (Gestaltung und Aufbau der Webseite)

-       Verteilung an andere Universitäten/Interessenten

Wann startet das Projekt?

Die vorläufigen und später endgültigen Kaderlisten werden von der FIFA und den Verbänden etwa ab Mitte Mai bekannt gegeben, spätestens eine Woche vor Turnierstart (Eröffnungsspiel: ….) sollen idealerweise alle Namen eingesprochen sein. Natürlich kann sich jeder Experte bereits vorher über die Spielernamen seines Landes informieren, da viele Spieler bereits jetzt so gut wie sicher beim Turnier vertreten sein werden. Bei Interesse wäre es ideal, wenn eine Rückmeldung bis Mitte/Ende April erfolgen würde, um festzustellen, welchen Anklang das Projekt findet.

Schon vorab herzlichen Dank für jede Unterstützung!

Maximilian Hubert

Student für Geschichte/Slavistik an der Universität Bamberg

E-Mail: maximilian-robin.hubert(at)stud.uni-bamberg.de

Telefon: 0178/2366134

Die Teilnehmerländer nach Kontinenten:

Aus Europa: Russland, Belgien, England, Deutschland, Spanien, Polen, Island, Serbien, Frankreich, Portugal, Schweiz, Kroatien, Schweden, Dänemark

Aus Asien: Japan, Republik Korea (Südkorea), Iran, Saudi-Arabien, Australien

Aus Afrika: Nigeria, Ägypten, Senegal, Marokko, Tunesien

Aus Südamerika: Brasilien, Uruguay, Kolumbien, Argentinien, Peru

Aus Mittelamerika: Mexiko, Costa Rica, Panama

Die Herkunftsländer der Schiedsrichter s. hier.