Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften

Slavische Sprachwissenschaft

Bulgarien-Exkursion 2018

Vom 1. bis 8. Juni 2018 fand die diesjährige Exkursion des Lehrstuhles statt, wieder einmal - nach zuletzt 2012 - nach Bulgarien. Dies war zugleich die letzte Exkursion unter Führung von Prof. Kempgen, die Abschiedstournee sozusagen. "Mit an Bord" des Flugzeuges nach Sofia waren neben dem Exkursionsleiter 10 weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die 8 studentischen TN kamen aus einem Seminar des vergangenen Wintersemesters, ergänzt wurden sie durch das aktuelle Lehrstuhlteam (Alisa Müller und Carolin Cholotta).

Erste Station war die Hauptstadt Bulgariens. Nach einer etwas turbulenten Ankunft mitten in der Nacht (der Transfer-Bus wartete an Terminal 2, während wir an Terminal 1 angekommen waren) war ein kompletter Tag der Besichtigung von Sofia gewidmet. Vom zentral gelegenen Hotel konnte per Pedes die gesamte Innenstadt erwandert werden. Synagoge - Martkhalle - Volksbad und Quellen - Römische Reste - Georgsrotunde - Archäologisches Museum mit Thrakergold - Königsschloss - Russische Kirche - Sveta Sofia - Alexander Newski-Kathedrale - Zarendenkmal waren die Stationen, die die bulgarische Geschichte lebendig werden ließen. Beim Abendessen konnte zugleich ein Interview mit einem Bamberger Alumnus geführt werden, der derzeit in Sofia arbeitet. Am zweiten Tag wurde zunächst das Nationalmuseum im Bojana-Viertel ein Besuch abgestattet, dann aber vor allem eine Tour zum Rila-Kloster im gleichnamigen Gebirge unternommen. Das Kloster beeindruckte mit seiner ganz eigenen Atmosphäre und Architektur. Ein Abendessen mit frischen Bach-Forellen in einem Lokal nicht weit vom Kloster rundete den Ausflug ab.

Am vierten Tag brach die Gruppe mit ihrem Tour-Bus nach Plovdiv auf. Ein rasche Fahrt durch die Ebene brachte uns in die künftige Kulturhauptstadt Europas (2019). Das merkte man auch bei der Stadtbesichtigung, sozusagen auf Schritt und Tritt, denn überall hatte man Gehsteige ausgebessert, Parks und Gärten gepflegt und die Stadt allgemein hergerichtet, was sie sauber und sympathisch wirken ließ, von der Fußgängerzone im antiken Stadion bis zum Nebet Tepe, der historischen Altstadt und den Bürgerhäusern der Wiedergeburtszeit. Durch eines davon bekamen wir eine wunderbare Führung. Der nächste Tag war wiederum einem Busausflug gewidmet, diesmal zur Festung von Asenovgrad, spektakulär an einem Taleingang in die Rhodopen gelegen, und dann zum Batschkovo-Kloster, in dem uns u.a. Zahari Zograf, der Freskenmaler, wieder begegnete. Ein Picknick am Kloster und dann eine Inspektion der Buden mit Gewürzen, Tonwaren, Honig, Loukoumia und vielen anderen Verlockungen füllten Mägen und Einkaufsbeutel.

Der sechste Tag führte über Zwischenstationen in Kazanlak (Thrakische Gräber) und Dorf Schipka (russische Kirche) hinauf auf den Schipka-Pass und dann zum Tagesziel Veliko Tarnovo. Mit den Thrakern und der thrakischen Sprache lernte die Gruppe etwas von der indoeuropäischen Vorgeschichte der Region vor der Besiedlung durch die Slawen kennen. Die russische Kirche, zur Erinnerung an die Befreigung Bulgariens durch russische Truppen errichtet, bot dann Schutz vor einem Gewitter, das sich - im Wortsinne - gewaschen hatte. Sturzbäche ergossen sich überall, der Donner hallte nur so von den Bergen, Blitze zuckten um uns herum. Erdrutsche und Schlammlawinen zeugten später bei der Weiterfahrt von der Kraft der Natur. So fiel leider auch die Besichtigung der Denkmäler hoch auf dem Gipfel des Schipka ins Wasser, dafür genossen wir die Gastfreundschaft in einem Pass-Lokal, das uns in seinen Gasträumen unser Picknick im Trockenen veranstalten ließ. Veliko Tarnovo empfing uns am Abend wieder mit freundlichem Wetter und lockte zu einem ersten Stadtrundgang, bevor wir beim Abendessen erlebten, wie schlecht es um die Fremdsprachenkenntnisse von Personal bestellt sein kann, das mit seiner eigenen englischen (!) Speisenkarte nicht zurecht kam.

Mit dem Bus ging es am nächsten Tag zum in der Nähe gelegenen Preobrazhenski Manastir mit seiner grandiosen Lage unterhalb einer Felswand und wunderbar gereinigten Fresken. Anschließend stand eine ausführliche Besichtigung des Carevec-Hügels auf dem Programm. Am Nachmittag konnte die Stadt auf eigene Faust weiter erkundet werden: sowohl der Trapezica-Hügel wie das Angebot der Handwerkergasse lockten zu einem Besuch, abgerundet am Abend von einem Abendessen im historischen Hadzhi Nikola-Inn.

Der letzte Tag bot zunächst Gelegenheit, in und an der 40-Märtyrer-Kirche bulgarische Geschichte nachzuerleben, bevor das Museumsdorf Arbanasi ausführlich begangen wurde. Eine ausgezeichnete Führung macht die eindrucksvollen Fresken der Christi-Geburtskirche lebendig, bevor mit dem Konstancaliev-Haus die profane Architektur inspiziert werden konnte. Schließlich brachte uns am Nachmittag unser Busfahrer Angel wieder sicher zurück nach Sofia, wo am Abend der Rückflug nach Nürnberg startete.

Eine abwechslungsreiche wunderbare Exkursionswoche hatte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viele Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse gebracht. Zur Nachahmung empfohlen!