Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften

Slavische Sprachwissenschaft

Bulgarienexkursion 2009

Vom 29. Mai bis zum 6. Juni 2009 führte eine neuerliche Exkursion unter Leitung von S. Kempgen Studierende und Dozenten der Slavischen Sprachwissenschaft wiederum eine gute Woche lang nach Bulgarien.

Den thematischen Fokus der Exkursionsroute bilden in diesem Jahr einerseits die Regionen Pirin-Makedonien und die thrakische Tiefebene sowie thematisch die Bulgarische Wiedergeburt und der anschließende Befreiungskampf der Bulgaren vom "türkischen Joch", mit Schauplätzen, wichtigen Personen sowie der literarischen Verarbeitung dieses Stoffes.

Ausgangspunkt der Rundreise war die Hauptstadt Sofia, unter anderem mit ihren Denkmälern bzw. Gräbern von Vasil Levski und Ivan Vazov, aber natürlich auch UNESCO-Weltkulturerbe wie der Kirche von Bojana. Die weitere Route führte über das berühmte Rila-Kloster, das Ivan Vazov in seinen Reisebeschreibungen ausführlich würdigt, südlich nach Blagoevgrad, einer kleinen Stadt, mit deren Amerikanischer Universität neue ERASMUS-Kontakte aufgebaut werden, und weiter nach Melnik, der kleinsten bulgarischen  Stadt, kurz vor der griechischen Grenze. Sie kommt übrigens bei Karl May in den "Schluchten des Balkan" vor. Ein Foto aus Melnik ist oben zu sehen.

Über Bansko (heute vor allem bekannt als Wintersportort, für Slavisten aber wichtiger als Geburtsort von Paisij Hilendarsi [dem Autor der seine Landsleute zu neuem Selbstbewußtsein aufrüttelnden "Slavo-bulgarischen Geschichte"] und von Neophyt Rilski [dem Autor der ersten bulgarischen Grammatik der Neuzeit]) führte die Route dann östlich an den Rand der thrakischen Tiefebene, nach Plovdiv, mit einem Abstecher zum Batschkovo-Kloster und zur Asen-Festung. Plovdiv, eine Stadt, die sich Hoffnungen gemacht hatte, anstelle von Sofia Hauptstadt des Landes zu werden, bot eine malerische, von der Wiedergeburtszeit geprägte Altstadt mit sichtbaren Zeugnissen einer 2000-jährigen Geschichte.

Mit Starosel und Kazanlak lagen zwei Orte auf der weiteren Route, die einen Einblick in die vorslawische, thrakische Phase der Besiedlung der Gegend erlaubten. Auf dem Schipka-Pass liess sich der bulgarisch-russische Freiheitskampf gegen die Türken nacherleben, unterstützt durch bekannte Texte von Ivan Vazov. Die Stationen Karlovo (Geburtshaus des Revolutionärs Vasil Levski), Sopot (Geburtshaus des Nationaldichters Ivan Vazov ["Unter dem Joch"]) und das Museumsdorf Koprivshtica standen ebenfalls für Bürgertum, Wiedergeburt, Aufkärung und Revolutionäre im aufstrebenden 18. und 19. Jahrhundert.

Am Ende waren sich die Reiseteilnehmer einig, viele interessante, neue, unerwartete Eindrücke eines Landes am Vorabend (im wörtlichen Sinne) der Wahlen zum Europa-Parlament mitbekommen zu haben. Vorbereitet worden war die Reise durch Referate und weitere Materialien, die in einem mehr als 100-seitigen Reader versammelt waren und von den Teilnehmern während der Fahrt zu jeder Station konsultiert werden konnten.

Exkursionsbericht 2009

Bulgarien-Exkursion 2009 der Slavischen Sprachwissenschaft, Universität Bamberg. 29. Mai - 6. Juni 2008. Hrsg. v. S. Kempgen. Universität Bamberg: Slavische Sprachwissenschaft 2009. 72 pp.

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