Aktuelle Projekte

Kreativität und Migration. Das Erbe des deutsch-russischen Künstlers Georg Schlicht (1886-1964)

Prof. Dr. Ada Raev

Das zusammen mit Prof. Dr. Susanne-Marten Finnis (Universität Portsmouth/Universität Bremen) konzipierte Projekt ist der Erforschung der Biographie und des künstlerischen Werdegangs von Georg Schlicht gewidmet. Der in der Familie eines Reichsdeutschen und einer russischen Mutter geborene Künstler wuchs in Saratow auf, durchlief in Moskau seine künstlerische Ausbildung, wurde 1915 interniert und musste Russland 1918 in Folge von Krieg und Revolution verlassen.

Neben den sozio-politischen Rahmenbedingungen und mentalen Prägungen untersucht das Projekt die Verhaltensmuster des von Migration betroffenen Künstlers in der Weimarer Republik, im Dritten Reich und nach dem Zweiten Weltkrieg und widmet sich der Analyse der ästhetischen Dichotomie seines vielgestaltigen Œuvres.

In Abgrenzung vom Widerspiegelungsmodell der Beziehungen zwischen Geschichte und Kultur geht es um die Anwendung von Kategorien wie Sesshaftigkeit und Mobilität, Anerkennung und Ablehnung, Positionierung und Mehrdeutigkeit als drei Gegensatzpaare, die das künstlerische Erbe von migrierenden Menschen und Ideologien charakterisieren.

In Kooperation mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland, Russland, Belarus und den Niederlanden sind Teiluntersuchungen zu folgenden Themenblöcken geplant: Deutsche in Russland – Historische Perspektiven; Kunst und Architektur in Saratow als Impulsgeber für Georg Schlicht; Russische Kunst und Ideologie: Georg Schlicht in Berlin.

 

Laufende Promotionen

Informationen über laufende Promotionsprojekte werden in Kürze ergänzt.

Mira Banka: "Street Art in Warschau. Eine Studie über die Künstlergemeinschaft "Good Looking Studio" und ihren Einfluss auf sozio-kulturelle Entwicklungen in der Stadt"

Infos folgen in Kürze.

Magdalena Burger: "Formen kultureller Partizipation von Frauen in Prag (1890-1938)"

Im Mittelpunkt meines Forschungsvorhabens steht die sozial- und kulturhistorische Untersuchung des Beitrags von Frauen unterschiedlicher Nationalität, Religion und Profession am künstlerisch-kulturellen Leben in Prag in der Zeit von 1890-1938. Es soll die weiblichen Bühnen für Kunst und Kultur sowie ihre Akteurinnen sichtbar machen und ihren Wirkungsradius ausloten. Über die konkreten Praktiken hinaus sollen dabei auch die (Selbst-)Verständnisse und Imaginationen, das Einschreiben von weiblichen Rollen in bestimmte Räume und die Schaffung eigener, weiblicher Öffentlichkeiten diskutiert werden. Im Ergebnis der Untersuchung sollen ausgehend von der Prager Mikroperspektive Rückschlüsse auf den allgemeinen Stellenwert von Prozessen kultureller Teilhabe von Frauen in sich modernisierenden Gesellschaften im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert gezogen werden.

Mira Kozhanova: "Zwischen Anpassung und Abgrenzung: Kulturelle Identitäten und Vernetzungsstrukturen von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Russischen Kaiserreich in Paris zwischen 1900 und 1939"

Infos folgen in Kürze.