Lehrveranstaltungen im aktuellen Semester

Seminar/Proseminar

S/PS: Postkolonialismus am Beispiel des Maghreb
2 SWS
Clemens Odersky

Sommersemester 2019

Hommes révoltés - politische Debatten und Intellektuelle in Frankreich

Seminar/Übung Französische Literaturwissenschaft
Seminar/Übung Französische Kulturwissenschaft

Im Rahmen der Dreyfus-Affäre entsteht in Frankreich der Begriff der Intellektuellen . Er dient als Oberbegriff für angesehene Schriftsteller oder Akademiker, die mit Hilfe von Zeitungsartikeln, Essays oder ganzen Büchern ihre Ansichten zu aktuellen kulturellen und politischen Themen Publik machen. Allerdings kann man diese Tradition bereits bei Voltaire ansetzen und über große Namen wie Victor Hugo und Madame de Staël bis zu Zola verfolgen. Dessen erfolgreiche Intervention für Dreyfus und das daraus erwachsene Selbstbewusstsein der Intellektuellen können als Anfangspunkt des von Debatten geprägten 20. Jahrhunderts in Frankreich sein, die ihren Höhepunkt mit der Debatte um den Algerienkrieg und der 68er-Bewegung finden (etwa mit dem Feminismus). Aber auch zu kulturwissenschaftlichen Themen von heute zögert die französische Feder nicht, sich zu äußern, etwa Religionsfreiheit oder gleichgeschlechtliche Ehe.

Ziel des Kurses ist es, anhand der Intellektuellen und ihres Engagements die Geschichte Frankreichs v.a. im 20. und 21. Jahrhundert zu erarbeiten, kultursoziologisch zu analysieren und dabei wichtige Erinnerungsorte (Pierre Nora) der französischen Kultur zu entdecken. Ebenso werden die Texte aus einer literaturwissenschaftlichen Perspektive behandelt und analysiert.

 

Wintersemester 2018/19

Ritter und Ritterlichkeit in der altfranzösischen Literatur

Seminar/Übung Französische Literaturwissenschaft

Auch ca. 900 Jahre nach ihrer ersten literarischen Aufzeichnung sind Ritter, ihre Abenteuer, Ideale und ihr Handeln noch immer populär. Verfilmungen der Artussagen oder Fanatsyserien wie Game of Thrones können dies bezeugen. In diesem Kurs soll den Ursprüngen der Ritterlichkeit in der französischen Literatur nachgegangen werden. Welche Eigenschaften muss ein guter Ritter aufweisen? Was sind mögliche Verfehlungen dieser Ideale? Wie werden Helden(mythen) geschaffen? Welche Geschlechterrollen werden dargestellt?
Um auch die unterschiedlichen Formen der Darstellung dieser Ideale zu behandeln, wird aus den vorherrschenden Gattungen ein repräsentatives Korpus untersucht. Als höfischer Roman Chrétien de Troyes' Erec et Enide (Teil des Kanons für die literaturwissenschaftliche Staatsexamensprüfung), die Lais der Marie de France, sowie in Auszügen die Chanson de Roland und die Chanson d'Antioche als Chansons de Geste.
Eine Kenntnis des Altfranzösischen ist außerordentlich hilfreich, wird aber nicht vorausgesetzt; Übersetzungen ins Deutsche und/oder Neufranzösische werden jeweils herangezogen.