Euskal herrira bidea - Exkursion ins Baskenland 31.8.-8.9.2012

Anfang September 2012 unternahm die romanische Kulturwissenschaft der Universität Bamberg, vertreten durch Prof. Dr. Martin Haase und Prof. Dr. Hans-Ingo Radatz, eine Exkursion ins Baskenland.

Das Reiseziel kam nicht zufällig zustande, sondern ergab sich aus den gemeinsamen Forschungsinteressen von Prof. Haase (Baskologe und Erforscher von Minderheitensprachen) und Prof. Radatz (Baskophiler und ebenfalls Erforscher von Minderheitensprachen).

Dieses gemeinsame Interesse für den Aspekt der sprachlichen Vielfalt soll an der Bamberger Romanistik durch die Begründung eines Spezialisierungszweig Iberian Studies institutionalisiert werden, in dem es eine enge Zusammenarbeit zwischen der Literaturwissenschaft (Prof. Enrique Rodrigues Moura) und der Sprachwissenschaft geben wird. Gemeinsam mit der

Katalonienexkursion 2011

verstand sich die Baskenlandexkursion in diesem Zusammenhang als Beitrag, der neben den großen Staatssprachen auch die Regionalsprachen ins Zentrum des Interesses rücken will.

Unser Baskenlandabenteuer realisierten wir als Gemeinschaftsprojekt zwischen der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und der Katholischen Universität Eichstätt, mit der uns freundschaftliche und kollegiale Kontakte verbinden, denn auch die dortigen Kollegen, Dr. Benno Berschin und Susanna Gaidolfi M.A., interessieren sich in Forschung und Lehre für das Phänomen der westeuropäischen Regionalsprachen.

Es bot sich daher an, das Baskenland in einer gemischten Gruppe aus Studierenden und Lehrenden beider Universität zu erkunden. Auf Bamberger Seite begleitete Prof. Haase die Exkursion mit einem Projektseminar Französisch-Spanisches Grenzgebiet; auf Eichstätter Seite bot Frau Gaidolfi ein Seminar zu den Sprachminderheiten in der Romania an.

Einen Artikel des Eichstätter Exkursionsteilnehmers Johannes Schleissheimer finden Sie hier.

Das Baskenland ist aus vielen Perspektiven ein hochinteressantes Gebiet:

  • Als Nation ohne Staat auf dem Territorium zweier romanischsprachiger Staaten - Frankreich und Spanien - ist es zum einen romanistisch relevant.
  • Es erinnert uns zugleich aber auch daran, dass die Übereinstimmung zwischen staatlichen und kulturellen und sprachlichen Grenzen keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist. Es ging auf dieser Exkursion also darum, das Baskenland als ein virtuelles Land kennenzulernen, das in den Herzen und Köpfen vieler seiner Bewohner sehr real ist.
  • Die baskische Sprache ist bemerkenswert, da sie nicht nur (wie z.B. das Finnische oder Ungarische) eine nicht-indogermanische, sondern sogar eine vor-indogermanische Sprache ist. Protobaskisch wurde also im Raum zwischen Kantabrien und Aquitanien schon gesprochen, als die indogermanischen Einwanderer den gesamten Rest Europas mit ihren Sprachen überzogen.
  • Linguistisch ist das Baskische eine Fundgrube, da es typologisch in fast allen Aspekten radikal von den umliegenden Sprachen abweicht.

Die folgenden Seiten dokumentieren unsere wichtigsten Eindrücke und Erfahrungen vor Ort:

1. Tag - von Bamberg nach Riom (31.08.2012)

2. Tag - Riom nach Azkaine (01.09.2012)

3. Tag - Donibane Garazi (02.09.2012)

4. Tag - Gernika & Donosti (03.09.2012)

5. Tag - Baiona (04.09.2012)

6. Tag - Bilbo (05.09.2012)

7. Tag - Lorda & Azkaine (06.09.2012)

8. Tag - Donibane Lohizune (07.09.2012)

9. Tag - Heimreise über Besançon (08.09.2012)

 © für Text und Bilder: Hans-Ingo Radatz