3D-Scan des Mosesfensters in der St. Jakobskirche zu Straubing

Bearbeiter: Dipl.-Ing. Paul Bellendorf M.A.

Das Mosesfenster zu Straubing besteht insgesamt aus 24 Einzelfeldern, angeordnet in vier Spalten à sechs Feldern. Der grafische Entwurf zu diesem Werk entstammte möglicherweise der Feder des Nürnberger Malers Albrecht Dürer. Die Umsetzung in Glas erfolgte mit großer Wahrscheinlichkeit in der Werkstatt des Nürnberger Stadtglasers Veit Hirsvogel d. Ä. um das Jahr 1497. (Zur kunsthistorischen Einordnung des Werkes siehe Scholz 2005).
Im Herbst 2005 wurde das Mosesfenster aus Straubing zu Restaurierungszwecken ausgebaut. Bei einem Vergleich mit historischen Aufnahmen wurde offensichtlich, dass Teile der ursprünglichen Schwarzlotmalerei nur noch partiell vorhanden sind. Die Universität Bamberg wurde damit beauftragt mit Hilfe modernster Messtechniken den tatsächlich noch vorhandenen Bestand der Schwarzlotmalerei auf den Gläserinnenseiten zu dokumentieren. Hierbei kam ein so genannter 3D-Weißlicht Streifenprojektionsscanner der Fa. Steinbichler zum Einsatz. Dieser ermöglicht mit einem berührungslosen Verfahren selbst Strukturen im Submillimeterbereich zu erfassen. Auf diese Weise war es möglich, für das Auge kaum wahrnehmbare Reste der Schwarzlotmalerei sichtbar zu machen.

Der tatsächlich noch vorhandene Bestand an Malerei auf dem Fenster - nach der Restaurierung im Jahre 2005 - konnte dadurch dokumentiert und archiviert werden. Hierzu wurden eine photographische Aufnahme von 1950, eine Durchlicht- und eine Auflichtaufnahme von 2005 und das Ergebnis des 3D-Scans digital übereinander gelegt. Durch gezieltes Ein- und Ausschalten von einzelnen Layern ist ein optimaler Vergleich zwischen den einzelnen Aufnahmen möglich, wie die untenstehende Abbildung verdeutlicht.