Entwicklung und modellhafte Anwendung eines digitalen Dokumentationssystems zur Erfassung von Umweltschäden als Teil eines umfassenden Pflege- und Vorsorgesystems an der Passauer Domkirche


Projektleitung:
Prof. Dr.-Ing. Rainer Drewello

Beteiligte:
Prof. Dr. Christoph Schlieder, Dipl.-Inf. (FH) Christian Wendt, Dipl.-Ing. Paul Bellendorf

Laufzeit: 2003 - 2005

Förderer: Deutsche Bundesstiftung für Umwelt

Mitwirkende Institutionen:
Universität Passau, Institut für Informationssysteme und Softwaretechnik (IFIS)
Staatliches Hochbauamt Passau - Ltd. Baudirektor Günter Albrecht
Staatliche Dombauhültte - Leiter Michael Hauck

Inhalt und Ziele
Das von der DBU geförderte Forschungsvorhaben "Digitales Dombauarchiv" dient der Entwicklung neuer Methoden für das Monitoring umweltrelevanter Gebäudeschäden. Im Bamberger Teilprojekt "Mobile Mapping System" wird eine neuartige Software für die mobile Kartierung von Umweltschäden und restauratorischen Maßnahmen an Baudenkmälern konzipiert und entwickelt .
Projekthomepage: http://www.dombauarchiv.de/

Kurzbericht
Der Dom St. Stephan von Passau ist mit seiner fast 1300 jährigen Geschichte eines der bedeutenden Baudenkmäler der Architektur- und Kirchengeschichte Deutschlands. Der Baubestand ist allerdings aufgrund seiner exponierten Lage im innerstädtischen Bereich hohen Belastungen durch umweltrelevante Schadenseinflüsse ausgesetzt. Die Dombauhütte des Staatlichen Hochbauamtes Passau arbeitet seit 1928 als Regiebetrieb an der Restaurierung und Konservierung des mittelalterlichen Baus. In etwa vier bis fünf Jahren wird erstmals der gesamte mittelalterliche Block komplett restauriert sein. Parallel zu den traditionellen Restaurierungsarbeiten wurde vom Leiter der Dombauhütte, Herrn Michael Hauck, in den letzten Jahren das Prinzip eines zukunftsweisenden Gesamtpflegekonzepts zur kontinuierlichen Baupflege entwickelt, welches im Anschluss an die Restaurierung den mit hohem Aufwand erreichten Erhaltungszustand des Domes nachhaltig sichern soll. Grundlage des Konzeptes ist ein die Ressourcen schonender und umweltverträglicher Ansatz. Eckpfeiler des Konzeptes sind zum einen überlieferte Rezepturen, Materialien und Arbeitstechniken. Zum anderen sollen die traditionellen Arbeitsweisen durch einen an präventiven Konzepten ausgerichteten Wartungsplan ergänzt werden. Für die Bearbeitung der historischen Bausubstanz soll zukünftig ein effizientes und schonen-des Pflegekonzept unter Berücksichtigung aller zur Verfügung stehenden Informationen zum Einsatz kommen. Eine Schlüsselstellung für die Umsetzung des so genannten Gesamt-pflegekonzepts (siehe folgenden Abschnitt) ist jedoch ein funktionierendes Archiv, dessen Entwicklung im Zentrum des Forschungsvorhabens stand und das den Namen Digitales Dombauarchiv (DDA) erhielt. Das DDA sollte ein multifunktionales Dokumentations- und Informationssystem sein, welches die Verwaltung gebäuderelevanter Daten übernimmt und Analysefunktionen besitzt. Teile der Software sollten eine zentrale Archivierungslösung mit einem am Bauwerk orientierten Datenzugriff und ein Kartierungs-Tool auf der Grundlage mobiler Endgeräte sein. Drei Aufgaben waren zu bewältigen:

a) Archivierung

b) Bauwerksorientierte Dokumentenbearbeitung

c) Kartographische Dokumentation zur Analyse der Schadensentwicklung

Zu den Aufgaben des DDA zählen:
Einrichtung eines digitalen Werkzeugs zur Dokumentation und Analyse dynamischer Prozesse. Die vergleichende Bewertung fotografischer und kartographischen Daten soll die Vorhersage des Schadensverlaufes am Objekt und die Maßnahmenprojektierung unterstützen (Planungsunterstützung).
Einrichtung einer graphischen Benutzeroberfläche für die Bearbeitung gebäuderelevanter Dokumente. Die Daten sollen von herkömmlichen Planunterlagen aus zugänglich sein und eine Differenzierung bis zu der kleinsten gewählten Einheit zulassen (Quader, Mauerfläche).
Einrichtung einer Archivlösung mit intelligenter Navigation für dauerhaft zu verwahrende Dokumente. Anforderungen an die Software sind das einfache Finden von Dokumenten und die Möglichkeit des Fortschreibens der Daten.