Die Festung Rothenberg – Der Festungsbau im 18. Jahrhundert

Maßnahmen der Erhaltung und Möglichkeiten der Konservierung

Doktorarbeit von Dipl.-Ing. (FH) Sven Thole.

Die vollständige Arbeit ist unter folgendem Link veröffentlicht: http://www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2007/113/

Die Baugeschichte der Festung Rothenberg, beginnend mit den Anfängen der frühen Siedlungsgeschichte auf dem Alten Rothenberg, über die Ganerbenburg bis zur Erbauung der heutigen Festung im 18. Jahrhundert, wird chronologisch erfasst. An Hand der historischen Textquellen und Baupläne werden anschließend die Überlegungen der Baumeister nachvollzogen, was geplante und ausgeführte Festungsbaukörper und Konstruktionsweisen erkennbar werden lässt. Neu erstellte Bestandspläne der heute verbliebenen Mauerreste werden mit den historischen Bauplänen verglichen, um die tatsächliche Umsetzung der historischen Planung zu prüfen. Dabei werden traditionelle sowie digitale Methoden der Bauforschung eingesetzt.

Schließlich sollen die unterschiedlichen Erhaltungsmaßnahmen der letzten drei Jahrhunderte nach Fertigstellung der Festung Rothenberg an Hand historischer Quellen dokumentiert und bewertet werden. Besonderes Interesse gilt hierbei den wechselnden Festungsverwaltungen und ihr jeweiliger Umgang mit dem kulturellen Erbe. Die angewandte Sanierungsmethode der letzten 40 Jahre soll kritisch analysiert werden. Hierbei werden die umlaufenden, Einsturz gefährdeten Wehrmauern, d.h. die sechs Festungsbastionen mit Namen Karl, Amalie, Glatzenstein, Kersbach, Nürnberg, Schnaittach sowie ihre verbindenden Kurtinen in unterschiedlicher Qualität gesichert bzw. erneuert. Denkmalschützerische Aspekte zur Konservierung oder Restaurierung des vorhandenen, historischen Sichtmauerwerkes aus örtlichen Kalksteinquadern werden außer Acht gelassen. Der einzige unverbaute, im histori-schen Originalzustand verbliebene Kurtinenbereich befindet sich heute auf der Südostseite der Festung Rothenberg.

Ziel dieser Arbeit soll sein, den behördlichen Entscheidungsträgern bei der anstehenden Sanierung der Südostkurtine zwischen den Bastionen Kersbach und Glatzenstein Möglichkeiten zur denkmalgerechten Konservierung oder sogar Restaurierung aufzuzeigen. Durch Materialproben und Verpressungsversuche werden bautechnische Grundlagenermittlungen durchgeführt, die Aussagen über die Bauwerksstatik, die Mörtel- und Mauerwerkszusammensetzung sowie die paläontologischen Gesteinseigenschaften liefern. Nach diesen Erkenntnissen werden unter Berücksichtigung der ermittelten, historischen Konstruktionsweisen zwei Möglichkeiten aufgezeigt, um der Nachwelt die letzte, im Originalzustand verbliebene Südostkurtine der Festung Rothenberg zu erhalten.