StReBe-Auftaktveranstaltung 2019

Am 05. Juni 2019 wurde im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus in feierlichem Rahmen das dreijährige Schulprojekt "Stärkung des  konfessionellen Religionsunterrichts an Berufsschulen" (StReBe) gestartet. Das vom Kultusministerium, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern sowie dem katholischen Schulkommissariat – der am Katholischen Büro Bayern angesiedelten Repräsentationsinstanz der sieben bayerischen (Erz-)Bistümer –  initiierte und getragene Projekt zielt darauf, Instrumente zu entwickeln, die Berufsschulen angesichts verschiedener Herausforderungen bei der Organisation des Religionsunterrichts dauerhaft unterstützen.

StReBe – ein Anliegen vieler

OStRin Katrin Wilhelm, die im Kultusministerium organisatorisch für das Projekt zuständig ist, freute sich sehr darüber, zahlreiche Gäste willkommen heißen zu dürfen: unter anderem die Schulleiterinnen bzw. Schulleiter und Projektlehrkräfte der StReBe-Projektschulen, alle für den evangelischen bzw. katholischen Religionsunterricht im beruflichen Schulwesen zuständigen Fachmitarbeiterinnen und Fachmitarbeiter an den sieben bayerischen Bezirksregierungen, Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen, den StReBe-verantwortlichen Mitarbeiter am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München (ISB) sowie die an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg angesiedelte StReBe-Forschungsgruppe.

Der für das Projekt im Kultusministerium zuständige Referatsleiter, Ministerialrat Dr. Alfons Frey, machte in seinen eröffnenden Worten deutlich, dass dem Staatsministerium sehr an einer flächendeckenden und qualitativ hochwertigen Erteilung des konfessionellen Religionsunterrichts gelegen ist. Hierfür gelte es angesichts verschiedener Herausforderungen im Rahmen des Schulprojekts zunächst Situationserhebungen vorzunehmen, um adäquate und von allen Verantwortlichen unterstützte Verbesserungsmaßnahmen entwickeln zu können – unter anderem, weil es gegenwärtig nicht an allen bayerischen Berufsschulen gelingt, Religionsunterricht ordnungsgemäß anzubieten. Die seitens der katholischen Kirche zuständige Referentin des Katholischen Büros Bayern, Dr. Margaretha Hackermeier, verwies in ihrem Grußwort auf die besondere Bedeutung des Religionsunterrichts in Deutschland hin, der unter anderem im Grundgesetz, dessen 70-jähriges Jubiläum aktuell gefeiert wird, verankert ist (Art. 7 Abs. 3 GG). Dieses von anerkannten Religionsgemeinschaften inhaltlich getragene und zusammen mit dem Staat verantwortete Unterrichtsfach trage wesentlich zur Allgemeinbildung der Berufsschülerinnen und -schüler bei, weshalb die mit dem Schulprojekt fokussierte Stärkung des Berufsschulreligionsunterrichts sehr bedeutsam sei. Direktor Klaus Buhl, der als Leiter des RPZ Heilsbronn für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Bayern im StReBe-Projekt an verantwortlicher Stelle mitwirkt, teilte diese Argumentation, indem er in seinen begrüßenden Worten den Stellenwert schulisch verantworteter, religiöser Bildung für die Berufs- und Arbeitswelt hervorhob: Sie ermögliche den Auszubildenden, Sinnfragen zu thematisieren, aber auch, sich eine Positionierungsfähigkeit anzueignen.

StReBe – Innovation, Evaluation, Modellentwicklung

Die an der Universität Bamberg angesiedelte StReBe-Forschungsgruppe (Dr. Magdalena Endres und StRin Laura Pflaum als Projektmitarbeiterinnen sowie Prof. Dr. Konstantin Lindner und Prof. Dr. Henrik Simojoki als Forschungsgruppenleiter) erläuterte im Rahmen der Auftaktveranstaltung die Projektziele und den geplanten Projektverlauf. An den vom StReBe-Projektbeirat aus zahlreichen Bewerbungen ausgewählten acht Berufsschulen werden ab Schuljahr 2019/20 in den drei Projektjahren verschiedene, ihren Kontexten vor Ort angemessene StReBe-Konzepte von Religionsunterricht entwickelt, erprobt und durch Nachsteuerungsmaßnahmen sukzessive verbessert. Am Ende des Schulprojekts existieren idealerweise verallgemeinerbare Modelle zur Stärkung des konfessionellen Religionsunterrichts (sog. StReBe-Modelle), auf welche auch andere bayerische Berufsschulen zurückgreifen können. Die Durchführung tragen an den Projektschulen die projektverantwortlichen Religionslehrerinnen und Religionslehrer beider Konfessionen mit Unterstützung ihrer Schulleitungen. In inhaltlichen und organisatorischen Fragen steht der StReBe-Projektbeirat beratend zur Seite. Die Bamberger StReBe-Forschungsgruppe wird auf Basis ihrer Ergebnisse der durchgeführten Begleitforschungsmaßnahmen und ihrer religionsdidaktischen Expertise die Projektschulen bei der Entwicklung, Durchführung und Optimierung ihrer StReBe-Konzepte unterstützen. Ein am ISB eingerichteter und von StR Simon Quoika geleiteter Arbeitskreis aus verschiedenen Projektbeteiligten wiederum entwickelt begleitend Materialien zu den StReBe-Modellen, die schlussendlich allen bayerischen Berufsschulen zur Verfügung gestellt werden sollen.  

StReBe – Vernetzung als Potenzial

Dass die Abkürzung "StReBe" Programm ist, wurde im Rahmen der Auftaktveranstaltung nicht zuletzt daran deutlich, dass sich alle Anwesenden in einer offenen Austauschphase sehr engagiert und offen bezüglich ihrer Erwartungen und Ideen zum Schulprojekt ausgetauscht haben. Die im Plenum vorgestellten Ergebnisse der verschiedenen Diskussionsgruppen machten klar: Es gilt ein kluges, für Innovationen offenes und von allen verantwortlichen Instanzen des Religionsunterrichts getragenes "StReBe"-Werk zu entwickeln, das den Religionsunterricht in seiner Zukunftsfähigkeit stützt. Nicht zuletzt die nach Abschluss der knapp dreistündigen Veranstaltung länger fortgeführten Gespräche zeigten die Ver-StReB(e)-ungspotenziale und die hohe Motivation der verschiedenen Projektakteure, an der Innovation des Berufsschulreligionsunterrichts mitzuwirken.

Hinweis

Diesen Text verfasste die StReBe-Forschungsgruppe. Er steht Journalistinnen und Journalisten zur freien Verfügung.

Impressionen