neuer Artikel zum Thema Klima und Migration

Globus in Bewegung: Klima und Migration

„Ausfälle in der Landwirtschaft, mehr Krankheitsrisiken, sinkendes Wirtschaftswachstum und mehr politische Unruhen: Das sind vier Folgen der Erderwärmung und zugleich vier Fluchtursachen weltweit“, so Prof. Dr. Marc Helbling, Inhaber des Bamberger Lehrstuhls für Politikwissenschaft, insbesondere Politische Soziologie. In der Studie „Globus in Bewegung: Klima und Migration“  klärte er Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Migration und analysierte oft schwer voneinander abgrenzbare Fluchtursachen in ihrem Zusammenspiel. Gemeinsam mit Dr. Daniel Meierriecks, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, wertete der Politologe Wanderungsbewegungen in 95 Entwicklungs- und Schwellenländern aus oder warf einen genauen Blick auf Daten zur Gesundheit der Bevölkerung in 170 von der Erderwärmung betroffenen Ländern. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass der direkte Effekt des Temperaturanstiegs auf Migration global gesehen zwar gering ist, er jedoch in wirtschaftlich schwachen Ländern oder für bildungsarme Menschen großes Gewicht hat“, erklärt Marc Helbling. Denn der Mangel an Technologien und Qualifizierung führe beispielsweise bei Ernteausfälle oder Krankheitsepidemien zu größeren Schäden als in ökonomisch besser gestellten Ländern – und trage damit indirekt zur Migrationsbewegung in reichere Staaten bei, so ein Resümee.

Der Artikel "Globus in Bewegung: Klima und Migration" ist erschienen in WZB-Mitteilungen Nr.163