Das klinische Problem und die wissenschaftliche Lösung

Das klinische Problem
Menschen mit Demenz leiden im Verlauf der Erkrankung zunehmend an einer Vielzahl von psychischen Problemen. Hierzu gehören jedoch nicht nur die sogenannten kognitiven Störungen wie Einschränkungen des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit und des Denkens, sondern auch Veränderungen im Erleben und Verhalten wie Angst, Depression, Schlafstörungen und Agitiertheit. Diese sogenannten  "Behavioural and Psychological Symptoms of Dementia" (BPSD) sind für die Betroffenen und Ihren Angehörigen oft folgenreicher und quälender als die kognitiven Einschränkungen. Schwierig ist es, die Ursachen der BPSD zu erkennen, weil sie direkte Folge der Demenz sein oder vermittelt über ein drittes Problem auftreten können. Ein klinisch relevantes Beispiel ist die Agitiertheit, die ein direktes Symptom der Demenz, aber auch vermittelt über starke Ängste und Schmerzen auftreten kann. Die Ansätze zur erfolgreichen Behandlung der Agitiertheit wären je nach Verursachung aber sehr unterschiedlich.

Die wissenschaftliche Lösung im BamLiD
Um bei dem gerade genannten Beispiel zu bleiben, müssen wir folglich lernen zu unterscheiden: Wie sieht Agitiertheit als direkte Folge der Demenz und als indirekte Folge etwa vermittelt über Kopf- oder Zahnschmerzen aus? Dazu müssen wir ältere Menschen mit wenig belastenden und alltagsnahen Methoden bei Tätigkeiten untersuchen, die Zustände wie Schmerz, Angst oder Ärger auslösen, und das Verhalten auf die feinsten Anzeichen dieser Zustände hin überprüfen. Wichtige, manchmal aber nur schwache und zeitlich flüchtige Anzeichen können mimische Reaktionen, Veränderungen der Körperhaltung, Vokalisationen wie Murren und Stöhnen sowie Schwankungen in der Herzrate sein. All diese Anzeichen können wir im BamLiD in einer alltagsnahen Umgebung multisensorisch messen und herausfinden, welche Veränderungen ein zuverlässiger Indikator beispielsweise für Schmerz, Angst und Ärger sind. Die dabei entstehenden gewaltigen Datenströme können wir in Kooperation mit der Bamberger Informatik integrieren und auf die Möglichkeit der Entdeckung solcher innerer Zustände hin auswerten

Förderung
Zur dankenswert großzügigen Unterstützung der Bamberger Universität machten zusätzlich noch Förderungen der TechnologieAllianzOberfranken (TAO) und des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (StMGP) das BamLiD möglich. Das Stellen weiterer Drittmittelanträge für zusätzliche Förderungen steht kontinuierlich auf der Agenda.