Zur Frage nach dem Glück

Rückblick auf den Welttag der Philosophie 2009

Dass man in den alten Gemäuern der psychiatrischen Heilanstalt in St. Getreu besonders gut philosophieren kann, mag dem Ort und seiner Geschichte geschuldet sein. Oder aber es liegt an den Schülerinnen und Schülern, die mit großem Interesse und viel Begeisterung am diesjährigen Welttag teilgenommen haben. Im Zentrum stand die Frage nach dem Glück, eine Frage, die den Menschen vermutlich seit dem Morgendämmer seiner Geschichte, die Philosophie aber besonders seit der Antike beschäftigt. Deswegen war es auch das ideale Thema, um Altphilologie und Philosophie zusammenzuführen, um an einem gemeinsamen Nachmittag Schüler zu einem Symposion einzuladen.

Prof. Dr. Christian Schäfer erklärte in seinem Vortrag, was das Glück ist, oder genauer, er zeigte auf, was das Glück nicht ist. Denn leichter als dieses zu bestimmen scheint es zu sein, falsche Glücksanwärter zurückzuweisen. In seiner faszinierenden Rede, die alle Anwesenden mit offenen Augen und Ohren folgten, vermaß er die Welt des Glücks und spannte den Bogen von Aristoteles über liebestolle Schwiegersöhne bis hin zu Finessen des brasilianischen Fußballs.

Weil auch die beste Philosophie nicht nur reden, sondern auch zuhören muss, wurde der Nachmittag immer wieder durch Gesprächsgruppen geprägt, in denen Schüler gemeinsam mit Studierenden und Lehrenden sich auf ihre Weise dem Thema Glück näherten.

Uns Lehrenden von der Altphilologie und Philosophie hat dieser Nachmittag eine große Freude gemacht und die vielen äußerst positiven Reaktionen von Schülerinnen und Schülern haben uns beglückt. Im nächsten Jahr folgt sicher eine Fortsetzung.