Magister-Studiengang Philosophie im Haupt- oder Nebenfach

Wichtiger Hinweis:

Zum Sommersemester 2008 fanden die letzten Immatrikulationen zum Magister-Studiengang statt. Die hier aufgeführten Informationen dienen dem nostalgischen Rückblick und der Information für alle Studierenden des alten Magister-Studiengangs.

1. Grundstudium

Inhalte

Das Grundstudium dient primär der Einübung in die Grundlagen des eigenen philosophischen Arbeitens und der Aneignung von grundlegenden systematischen und historischen Kenntnissen. Es empfiehlt sich daher, die als Einführungs­veranstaltungen gekennzeichneten Proseminare und die einführenden Zyklus­vorlesungen zu besuchen. Der Umfang des Grundstudiums insgesamt soll laut Prüfungsordnung im Hauptfach 36 und im Nebenfach 18 Semesterwochenstunden betragen. Dies entspricht bei vier Semestern bis zur Zwischenprüfung dem Besuch von etwa vier (Hauptfach) bzw. gut zwei (Nebenfach) zweistündigen Lehr­veranstaltungen pro Semester.

Scheine

Bis zur Zwischenprüfung im Magisterstudiengang sind im Hauptfach vier, im Nebenfach zwei Proseminarscheine zu erwerben. Dabei muss im Hauptfach ein Schein aus den Bereichen Antike oder Mittelalter und jeweils ein Schein aus den Bereichen Neuzeit oder Gegenwart stammen. Für Hauptfächler ist zudem ein erfolgreicher Besuch der Einführung in die formale Logik obligatorisch. Nebenfächler müssen bis zur Zwischenprüfung zwei Scheine erwerben, von denen einer aus dem Bereich Antike oder Mittelalter stammen muss. Es empfiehlt sich, mindestens ein Seminar bei dem Dozenten zu besuchen, bei dem man die Zwischenprüfung ablegen möchte. 

Abschluss des Grundstudiums: Zwischenprüfung* 

Die Zwischenprüfung besteht im Haupt- und Nebenfach aus einer dreißigminütigen mündlichen Prüfung über die Inhalte des Grundstudiums. Rechtzeitig vor der Prüfung werden drei Themenschwerpunkte – in der Regel auf der Grundlage der besuchten Vorlesungen – mit dem Prüfer abgesprochen. Von Studierenden im Hauptfach wird erwartet, dass sie sich Grundkenntnisse über die Hauptepochen der Philosophie­geschichte und über die wichtigsten Grundfragen der systematischen Philosophie angeeignet haben. Im Nebenfach werden die Themengebiete meist so gewählt, dass darin wesentliche Inhalte aus dem Bereich dreier Epochen und dreier systematischer Gebiete berührt sind.

2.  Hauptstudium

Inhalte

Das Hauptstudium dient der Vertiefung und Spezialisierung des Philosophiestudiums nach eigenen Interessenschwerpunkten. Ziel ist es, sich zunehmend selbständig in ausgewählte Themen, Epochen oder Autoren einzuarbeiten und hierzu ein eigenständiges Urteilsvermögen zu entwickeln. Der Umfang des Hauptstudiums umfasst wiederum im Hauptfach 36 und im Nebenfach 18 Semesterwochenstunden.

Scheine

Im Hauptstudium sind im Hauptfach noch einmal vier und im Nebenfach noch einmal zwei Seminar- oder Hauptseminarscheine zu erwerben. Hierbei muss sowohl die Ge­schichte der Philosophie als auch die Systematische Philosophie abgedeckt werden. Im Hauptfach sollen laut Magisterstudienordnung mindestens zwei, im Nebenfach mindestens einer dieser Scheine Hauptseminarscheine sein. Es empfiehlt sich, mindestens ein Hauptseminar bei dem Dozenten zu besuchen, bei dem man die Magisterarbeit schreiben und die Prüfung ablegen möchte.

Magisterarbeit

Die Magisterarbeit wird von einem habilitierten Dozenten betreut, der auch das Erst­gutachten erstellt. Normalerweise kann der Magistrand bzw. die Magistrandin auch den Zweitgutachter vorschlagen. Die Magisterarbeit soll zeigen, dass sich der Verfasser bzw. die Verfasserin selbständig in eine ausgewählte philosophische Problematik einarbeiten, einschlägige Beiträge zum Thema fachgerecht auswerten und die dabei gewonnene eigene Sicht angemessen darstellen und vertreten kann. 

Abschluss des Hauptstudiums: Magisterprüfung*

Der Abschluss des Studiums setzt im Hauptfach die Annahme der Magisterarbeit sowie das Bestehen einer vierstündigen schriftlichen und einer einstündigen mündlichen Prüfung voraus. Im Nebenfach ist eine vierstündige schriftliche und eine halbstündige mündliche Prüfung abzulegen. Gegenstand der Prüfung sind die Inhalte, mit denen sich der / die Studierende im Hauptstudium eingehender beschäftigt hat; falls im Nebenfach keine Zwischenprüfung abgelegt worden ist, kann auch auf Inhalte des Grundstudiums zurückgegriffen werden. In der Regel benennt der Kandidat / die Kandidatin dem Prüfer rechtzeitig vor der Prüfung vier Themengebiete unter Angabe der Texte und Literaturtitel, die bei der Bearbeitung der einzelnen Themen herangezogen worden sind. Aus den vier Themenbereichen werden für die Klausur drei Themen zur Auswahl gestellt, von denen eines zu behandeln ist. Die mündliche Prüfung erstreckt sich dann auf die drei übrigen Themenbereiche.

Das Lehrangebot gliedert sich in Tutorien, Seminare und Vorlesungen zur

  • Einführung in die Philosophie
  • Geschichte der Philosophie
  • Systematische Philosophie

Einführungen

Zur Einführung in das Studium der Philosophie werden regelmäßig drei Arten von Veranstaltungen angeboten:

  • Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten in Philosophie
    • ein Tutorium, in dem grundlegende Techniken und Formalien wie das Auffinden von philosophischen Quellen und Literatur, Schreiben von Seminararbeiten etc. vorgestellt und eingeübt werden

  •  Einführung in das Fach Philosophie
    • Proseminare, die besonders für Studienanfänger zu ausgewählten Themen oder Texten angeboten werden

  • Einführung in die formale Logik
    • ein Proseminar bzw. eine Übung, in der der sog. „Logik-Schein“ erworben werden kann (für Hauptfach-Studierende verpflichtend)

Vorlesungen

Ein viersemestriger Zyklus von einführenden Grundvorlesungen gibt einen Überblick über die Geschichte der Philosophie und über die Hauptthemen der systematischen Philosophie

Vorlesungszyklus in der Philosophie
Geschichte der PhilosophieSystematische Philosophie
I. AntikeI. Ontologie / Metaphysik
II. MittelalterII. Philosophische Anthropologie
III. NeuzeitIII. Allgemeine Ethik
IV. 19. Jahrhundert und GegenwartIV. Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie

Die einführenden Vorlesungen vermitteln Grundkenntnisse, die in der Regel Gegen­stand der Zwischenprüfung bzw. des Vordiploms sind. Weitere Vorlesungen ergänzendas Programm oder widmen sich spezielleren Fragestellungen.

Seminare

Seminare ergänzen und vertiefen die Inhalte der Grundvorlesungen, indem sie sich der genaueren Lektüre wichtiger philosophischer Texte oder der eingehenden Analyse enger umgrenzter Themenstellungen widmen:

  • Proseminare
    • führen an die Analyse philosophischer Primärtexte und an den Umgang mit der Sekundärliteratur heran. Eingeübt wird das kritische Lesen ausgewählter philosophischer Texte, eigenständige Literaturrecherche, das Halten von Referaten und das Vefassen einer Proseminararbeit. Gegenstand der Proseminararbeit ist meist eine Auseinandersetzung mit einem Textauszug aus einem philosophischen Werk oder mit einem Artikel zur Seminarthematik
  • Seminare
    • wenden sich an Studierende der mittleren Semester und setzen bereits einen höheren Grad an eigenständiger Vorbereitung und Mitarbeit voraus. In der Seminararbeit werden mehrere Artikel zu einem Thema oder Text diskutiert.
  • Hauptseminare
    • richten sich an Studierende im Hauptstudium und sin der klassische Ort für die gemeinsame Arbeit von Lehrenden und Studierenden an ausgewählten klassischen oder aktuellen Problemen der philosophischen Diskussion. Die Hauptseminararbeit setzt sich nach Art eines wissenschaftlichen Artikels gründlich mit einem bestimmten Text oder Thema auseinander.
  • Oberseminare
    • bieten ein Forum, auf dem Studierende, die bereits im Rahmen ihrer Magister- oder Doktorarbeit an einer eigenen speziellen Thematik arbeiten, Teile davon zur Diskussion stellen können.

Der Erwerb eines Leistungsnachweises (Seminarschein) in einem Seminar setzt in der Regel die regelmäßige Teilnahme, die Übernahme eines Referats und die Anfertigung einer schriftlichen Hausarbeit voraus. In Haupt- und Oberseminaren wird häufig auch die Bereitschaft erwartet, ein - oder zweimal im Semester ein Protokoll über die Ergebnisse einer Seminarsitzung anzufertigen. Im Logikkurs erfolgt der Scheinerwerb durch eine Klausur.

Weitere Veranstaltungen

Neben den Grundvorlesungen und den Seminarren des eigentlichen Semesterprogramms, finden auch interdisziplinäre Lehrveranstaltungen, öffentliche Kolloquien, Gastvorträge, die Bamberger Hegelwoche, u.a.m. statt. Diese bieten Gelegenheit zu einem gemeinsamen, fachübergreifenden und überreginalen Gedankenaustausch über philosophische Themen.

Nachdem Sie vergeblich versucht haben, Ihr Anliegen mit einem sorgfältigen Blick in Ihr Modulhandbuch oder in unsere FAQselbstständig zu lösen, können Sie sich bei offen gebliebenen Fragen rund ums Studium gerne an die für Sie zuständige Studienfachberatung der Philosophie wenden.

Mit Ausnahme von Fragen zu Lehrveranstaltungs- oder Prüfungsanmeldungen, Univis, FlexNow oder Scheinabholungen.

Hierfür wenden Sie sich an die Sekretärinnen des Fachs:
Für die Lehrstühle I und II: rita.plueisch(at)uni-bamberg.de
Für die Juniorprofessur: anja.linne(at)uni-bamberg.de