Projekt Smart City Ethical Toolbox

Projekt im Rahmen des Smart City Research Lab an der Universität Bamberg


Ansprechpersonen

Prof. Dr. Christian Illies

Anschrift:
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Philosophie II
Raum U2/01.02
An der Universität 2
96052 Bamberg
Tel.: + 49 951 863 1950
E-Mail: christian.illies(at)uni-bamberg.de

assoziiert:

Prof. Dr. Martin Düchs

 

 

 

 

Beschreibung des Projekts

Hintergrund:

Die gebaute Umwelt ist der strukturierte Raum der das Leben der Menschen ermöglicht und strukturiert. Dieser stellt aber keine neutrale Bühne dar, sondern ist sowohl Ausdruck der vorherrschenden Ideen und Vorstellungen sowie wiederum prägend und beeinflussend auf die Gegenwart und Zukunft der Menschen. Einerseits hinsichtlich elementarer Bedürfnisse, menschlicher Gesundheit, ökonomischer Möglichkeiten und ökologischer Wirkungen, andererseits auch indem der strukturierte Raum Lebensvollzüge bahnt. Er ermöglicht bestimmte soziale Interaktionen, erleichtert oder beschränkt sie, durch Grenzziehungen oder Hervorhebungen, erlaubt Erfahrungen oder verschließt andere, wirkt atmosphärisch und schafft oder verwehrt funktionale Voraussetzungen für ein auf Dauer gestelltes Leben. Die gebaute Umwelt prägt schließlich sogar Identitäten von Individuen oder Gemeinschaften, etwa indem sie Vertrautheit erzeugt oder Identifikationssymbole bietet. Kurz: Wie wir bauen ist Ausdruck und Formkraft unserer jeweiligen Lebensform. Somit ist bauen und die bebaute Umwelt zentral für „wellbeing“ und das Gelingen eines guten Lebens –   auf individueller, zwischenmenschlicher wie gesellschaftlicher Ebene. Damit ist auch die Smart City entscheidend für das, was wir sind und was wir sein wollen.

Desiderat:

Der gebauten Umwelt kommt eine entscheidende Bedeutung für das gute Leben der Menschen zu, daraus folgt eine besondere ethische Verantwortung. Angefangen bei der Gestaltung und Organisation dieser Umwelt, aber auch beim Umgang mit ihr. Das Handeln von Architekten, Bauherren und anderen Verantwortlichen ist mit dem medizinischen Wirken vergleichbar: In beiden Bereichen geht es zunächst um elementare Bedürfnisse und Funktionen, mittelbar und mittelfristig aber auf unterschiedliche Weise um das gute Leben/ wellbeing von Menschen.Die Erfassung, Analyse und ethische Beurteilung von Eingriffen im Bereich der gebauten Umwelt ist bisher kaum ausgearbeitet oder etabliert; ja ihre besondere Aufgabe und Bedeutung, abgesehen von Umweltfragen, wird kaum wahrgenommen geschweige denn systematisch durchgeführt. Dies gilt zumal für den Bereich der Smart Cities bzw. Smart Buildings, und insbesondere den Beitrag der KI, deren Auswirkungen und Bedeutung für das Leben und seine Vollzüge in einem umfassenden Sinn noch weitgehend unerforscht sind. Das stellt einerseits eine wissenschaftliche Herausforderung dar, andererseits aber fehlen deswegen auch klar artikulierte Handlungsmaßstäbe für die praktisch Handelnden, z.B. in Stadtverwaltungen, Architekturbüros oder privatwirtschaftlichen Unternehmungen. Dieses Desiderat soll angegangen werden.

Ziel:

Das Ziel in praktischer Hinsicht auf das Projekt, ist die Entwicklung eines in der Praxis und von moralphilosophischen Laien nutzbaren, intelligenten „Ethik-Werkzeugkoffers“, im Idealfall in Form einer leicht anwendbaren digitalen App.  Mit dieser Smart City Ethical Toolbox (SCET), die speziell für den Bereich Smart-City zusammengestellt werden soll, wird eine strukturierte und systematische moralphilosophische. Beurteilung von konkreten Smart-City-Vorhaben durch die Akteure selbst ermöglicht. Die Entwicklung der SCET soll generell zum einen im interdisziplinären Dialog mit anderen relevanten Disziplinen der Universität Bamberg, beispielsweise mit der Soziologie, Psychologie, Informatik und der Hochschule Coburg, unter anderem mit der Stadtplanung und Psychologie, erfolgen, zum anderen auch durch den transdisziplinären Austausch mit relevanten Akteuren außerhalb der Wissenschaft, wie unter anderem mit der Stadtverwaltung, Softwareentwickler und privaten Interessensgruppen. Aufbauen kann die Entwicklung auf umfangreiche Vorarbeiten der Autoren im Bereich der Architekturethik und Architekturphilosophie.