Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften

Philosophie

PD Dr. Marko J. Fuchs

Forschungsschwerpunkte

Theorien der Gerechtigkeit in Antike und Mittelalter

Ein Forschungsschwerpunkt liegt in der Frage nach der Rezeption antiker Ethik, insbesondere der aristotelischen Theorie der Gerechtigkeit, durch mittelalterliche Autoren wie Thomas von Aquin und Albertus Magnus. Hierbei in von besonderem Interesse, inwieweit durch die von diesen Autoren vorgenommen Integration der Konzeption des Naturrechts die aristotelische Ethik auf neue Grundlagen gestellt wird, die sie auch für heutige normative Modelle praktischer Philosophie anschlussfähig macht.

Ethik als System an der Schwelle von Spätscholastik und neuzeitliche Philosophie

Einen weiteren Forschungsschwerpunkt bildet das veränderte Verständnis der Grundlegung von praktischer Philosophie an der Schwelle von der Spätscholastik zur Neuzeit. Hierbei steht der paradigmatische Systementwurf Spinozas im Vordergrund, der für die weitere Entwicklung nicht nur der Ethik eine maßgebliche Rolle gespielt hat. Stellt sich in historischer Absicht die Frage, inwieweit der spinozische Zug zum System bereits innerhalb der spanischen Spätscholastik vorbereitet wird, besonders im Entwurf des lange Zeit vernachlässigten Gabriel Vázquez, so ist in systematischer Hinsicht von Interesse, welche intrinsischen Probleme mit dem Entwurf einer Ethik als einem konsequent durchgeführten philosophischen System verbunden sind.

Theorien endlichen Selbstseins

Vor dem Hintergrund der Geisttheorie Augustins liegt das Interesse an historischen Konzeptionen endlichen Selbstseins und dessen philosophischer Selbstvergewisserung. Dabei stehen neben dem klassischen Entwurf Descartes‘ vor allem moderne phänomenologische Ansätze (Husserl, Heidegger, Sartre) im Zentrum.

Theorien der Freundschaft

Das Thema Freundschaft bildet in der Antike einen maßgeblichen Bestandteil der Ethik als Philosophie des guten Lebens. Dagegen tritt die Freundschaft schon im Mittelalter, vor allem aber in der neuzeitlichen Philosophie in den Hintergrund und erfährt erst in jüngster Zeit wieder eine verstärkte Zuwendung. Der Schwerpunkt des Forschungsinteresses liegt auf der Tragfähigkeit klassischer Freundschaftskonzeptionen, vor allem der des Aristoteles, deren Rezeption und Transformation u. a. bei Thomas von Aquin und Spinoza und deren dekonstruktivistischer Kritik durch Derrida.