Grußwort Monika Hohlmeier, Abgeordnete des Europarlaments, für das Model United Nations Programm 2018/19

Die Gespenster der schrecklichen ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kehren anscheinend nach Europa und in die Welt zurück: Es sind dies Nationalismus und Isolationismus. Immer mehr Politiker und Parteien predigen, dass die Anstrengungen zur Völkerverständigung, die wirtschaftliche Globalisierung und die politische Zusammenarbeit der Staaten ebenso überholt wären, wie die Institutionen, die im Lichte dieser Zusammenarbeit geschaffen wurden, also die Europäische Union oder die Vereinten Nationen.

In solchen Zeiten ist es wichtig, sich den Werten und Grundsätzen des Friedens und der Völkerverständigung verpflichtet zu fühlen und aktiv dafür einzutreten. Deshalb unterstütze ich gerne das National Model United Nations-Team der Universität Bamberg. Hier gehen Studentinnen und Studenten in einem interdisziplinären Team ihrem Interesse für internationale Politik und die Vereinten Nationen nach. Sie arbeiten sich tief in die Mechanismen und Wirkungsweise der UN ein, schauen aber auch weit über den nationalen Tellerrand, indem sie sich mit den politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Gegebenheiten eines fremden Landes auseinandersetzen.

Hinter diesem Vorzeigeprojekt der Universität Bamberg steckt viel Arbeit, viel Engagement und viel Herzblut. Es steckt aber vor allem ein Wille dahinter: Die jungen Menschen, die bei diesem Projekt mitmachen, wollen ihre Zukunft und das Schicksal der Welt nicht rückwärts- gewandten Demagogen überlassen, die in erschreckender Entschlossenheit versuchen, all das niederzureißen, was uns in Europa 70 Jahre Frieden und Wohlstand beschert hat.

Sie wollen sich aber auch nicht mit dem status quo abfinden und stellen Fragen nach den Möglichkeiten, Menschen neue Chancen zu eröffnen, die in Ländern leben, die noch keinen so hohen Entwicklungsstand und Wohlstand wie Europa erreicht haben. Ihr Ziel ist es, mit jungen Leuten aus der ganzen Welt in Kontakt und in Austausch zu kommen, um das vorzubereiten, was die Aufgabe jeder Generation ist: Die Weltordnung weiterzuentwickeln und die Welt im positiven Sinne zu gestalten.

Ich begleite die Arbeit des Teams der Universität Bamberg mit großem Interesse und möchte ihm ein aufmunterndes Wort des früheren UN-Generalsekretärs Dag Hammerskjöld mit auf den Weg geben: „Für das Vergangene Dank. Für das Kommende: Ja“.

Monika Hohlmeier
Mitglied des Europäischen Parlaments