Bamberg MUN 2021

Unsere nächste Konferenz, die BaMUN 2021, fand am 4. und 5. Dezember gemeinsam mit der Delegation aus Erfurt statt. Wegen der Infektionslage mussten wir auf ein Online-Format umsteigen. Während alle Bamberger Delegierte jeweils von sich zuhause aus zugeschaltet waren, nahmen die Delegierten aus Erfurt zwar auch jeder digital teil, aber aus den Räumen ihrer Universität. 

Es wurden der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und UN Women simuliert, wobei im ersteren die Themen „Nutzung von robusten Mandaten in Friedensmissionen“ und die „Situation in der Zentralafrikanischen Republik“ zur Auswahl standen. Bei UN Women war „Geschlecht, Klima, Sicherheit“ und die „digitale Revolution: Implikationen für Gleichstellung und Frauenrechte“ auf der Agenda. 

Die Besonderheiten des Sicherheitsrates sind nicht nur die kleine Größe und die Verbindlichkeit der Beschlüsse, sondern auch die fünf Vetomächte (China, Frankreich, Großbritannien, Russland und die USA). Durch deren höhere Verhandlungsmacht können sich spannende Konstellationen und andere Dynamiken entwickeln. In dieser Konferenz beschloss der Sicherheitsrat, die Situation in der Zentralafrikanischen Republik zu diskutieren, in welcher seit längerer Zeit Bürgerkrieg herrscht. Schnell bildeten sich zwei Verhandlungsgruppen um die Vetomächte Frankreich, Russland, Großbritannien und USA sowie eine kleinere Gruppe um China und Norwegen heraus. Nach ersten Entwürfen mit Lösungsvorschlägen für diesen komplexen Konflikt ging es schließlich in die Mittagspause. Nach dieser allerdings wartete eine Überraschung auf die Delegierten: es wurde ein Notfall gemeldet, zu dem der Sicherheitsrat umgehend Stellung beziehen musste. Bis zum Abend erarbeiteten alle Mitgliedsstaaten nun gemeinsam ein Presidential Statement zu der Eskalation des Konflikts in Äthiopien. Doch dieses wurde schließlich erfolgreich einstimmig verabschiedet. So konnte man sich am nächsten Tag wieder dem eigentlichen Thema widmen und die gemeinsamen Vorschläge weiter präzisieren. Am Ende wurden auch hier beide Resolutionen einstimmig verabschiedet, auch wenn zuvor eine Ergänzung von einigen Vetomächten abgelehnt wurde. 

In der United Nations Entity for Gender Equality and the Empowerment of Women, kurz UN Women, wurde vor allem das Thema “Geschlecht, Klima, Sicherheit” diskutiert. Dabei bildeten sich aus den verschiedenen Delegationen zwei Arbeitsgruppen heraus, die trotz sehr unterschiedlicher Standpunkte erstaunlich harmonisch zusammen zwei Draft Resolutions erarbeiteten, die sich vor allem über das Thema Bildung eine Verbesserung der Situationen von Frauen erhofften, gleichzeitig aber auch deren Rolle im Kampf gegen den Klimawandel betonten. So entwickelten die Arbeitsgruppen Bildungsinitiativen für verschiedene Alters-und Zielgruppen und bestärkten das Bekenntnis einiger Mitgliedsstaaten zur Förderung von Frauen in den MINT-Fächern. Auch die Forderungen nach sogenannten National Action Plans (NAPs) kamen auf und schlussendlich fand eine Erinnerung an alle Mitgliedsstaaten, NAPs für ihre spezielle Situation im Klimawandel, ihren Weg in die Resolutionen, derer am Ende einer sehr kooperativen Konferenz zwei verabschiedet werden konnten. Ein Zeichen der besonders guten Zusammenarbeit auch zwischen den Gruppen war der Umstand, dass die von der einen Gruppe geforderte Abänderung an der Draft Resolution der anderen nach einer produktiven Diskussion von allen mitarbeitenden Staaten als freundlich anerkannt wurde. Insgesamt zeigten sich alle freudig überrascht, wie gut die Kommunikation und die Zusammenarbeit trotz der digitalen Konferenz und Verbindungsproblemen einiger Delegationen funktionierte. 

Auch im Debriefing nach der Konferenz zeigten die meisten Delegierten einen positiven Eindruck vom Online-Format. Die Zusammenarbeit lief auch im Digitalen sehr gut und die Eingewöhnungsphase war nur kurz. Außerdem lässt sich nicht leugnen, dass das virtuelle Format auch einige Vorteile mit sich bringt: so sinkt beispielsweise die Hemmschwelle, sich auf die Rednerliste zu setzen und mehr Reden zu halten. Praktisch ist auch, dass der oder die Rednerin dabei immer die Redezeit im Blick hat und gleichzeitig viel unauffälliger die eigenen Notizen sehen kann. 

Es lässt sich zusammenfassen, dass diese Konferenz nicht nur neue Erfahrungen hinsichtlich der digitalen Veranstaltungsweise gebracht hat, sondern auch zu beobachten war, wie sich viele Delegierte gegenüber den letzten Konferenzen verbessern und mehr aus sich herauskommen konnten. Die BaMUN war eine tolle, wertvolle Erfahrung und konnte uns allen sehr viel Spaß bringen. Daher vielen Dank an unsere Tutoren für die Organisation und an die Delegation aus Erfurt, mit der die Zusammenarbeit viel Freude bereitet hat. Wir freuen uns, euch bei der nächsten Konferenz in Erfurt wiederzusehen!