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Der Museumskoffer enthält mehr als 50 Originalfunde sowie an die unterschiedlichen Altersstufen angepasste Begleitmaterialien.

Lehre & Studium

Geschichte zum Auspacken und Anfassen

Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit gestaltet Museumskoffer für Schulklassen

Ein Museumskoffer ermöglicht Kindern und Jugendlichen eine Zeitreise in die Welt der Archäologie, auf der sie das mittelalterliche Alltagsleben im Dorf, in der Stadt und auf der Burg kennenlernen können. Mehr als 50 Originalfunde von A wie Armbrustbolzen bis Z wie Zirkel gibt es dabei für Schulklassen der Grundschule, aber auch der Mittel- und Oberstufen weiterführender Schulen zu entdecken. Neben Schmuck, Küchenutensilien, Werkzeugen und vielem mehr aus Keramik, Stein, Glas und Metall enthält der Koffer verschiedene, an die unterschiedlichen Altersstufen angepasste Begleitmaterialien: DVDs zum Thema Ritter, Burgen und der mittelalterlichen Stadt, eine CD mit mittelalterlicher Musik, mehrere Bücher sowie Informationen zu den oberfränkischen Original-Fundstellen ergänzen das geschichtsträchtige Mitmach-Angebot. „Die Schülerinnen und Schüler können durch diese Materialien auf spielerische Art entdecken, was archäologische Forschung bedeutet und welche spannenden Informationen regionale Bodendenkmäler bereithalten“, erklärt Britta Ziegler, Grabungstechnikerin am Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, die den Museumskoffer konzipiert und dessen Inhalte zusammengestellt hat.

Lehrreiches Projekt nicht nur für Schülerinnen und Schüler

Um den Lehrkräften den Einsatz des Koffers zu erleichtern, hat Britta Ziegler eine Kooperation mit der Professur für Didaktik der Geschichte initiiert. Im Rahmen einer Lehrveranstaltung haben Studierende Unterrichtskonzepte speziell für Grundschulen entwickelt. „Die Studierenden konnten erkennen, wie wichtig es ist, Schülerinnen und Schüler selbstständig archäologische Arbeit erproben zu lassen, um Forschergeist zu wecken und den oft schwierigen Weg zu historischer Erkenntnis zu verdeutlichen“, erklärt Dr. Petronilla Ehrenpreis, die das Projekt als wissenschaftliche Mitarbeiterin von Seiten der Professur für Didaktik der Geschichte betreute. Das breite Spektrum an archäologischen Funden biete zudem Lehrkräften, denen geeignete Sachquellen oft nicht zur Verfügung stünden, hervorragende Möglichkeiten, das eher selten behandelte Thema Archäologie in den Heimat- und Sachunterricht zu integrieren.

Mittlerweile hat der Koffer erste Praxistests überstanden und positive Rückmeldungen eingeheimst. Kathrin Feeser, Lehrerin an der Grundschule Langensendelbach, die den Koffer im Geschichtsunterricht ihrer vierten Klasse einsetzte, erzählt: „Die Kinder waren sehr davon begeistert, echte Fundstücke in der Hand zu haben und so etwas über das Leben im Mittelalter zu erfahren. Die Begleitmaterialien lassen sich gut im Unterricht einsetzen und ich würde den Koffer auch zukünftig wieder als anschauliches Beispiel für geschichtliche Quellen ausleihen.“

Britta Ziegler ist mit dem bisherigen Projektverlauf ebenfalls zufrieden. „Bis zum Schuljahresende ist der Koffer fast durchgängig im Einsatz“, so die Grabungstechnikerin. „Außerdem konnten wir die Inhalte des Koffers durch die ersten Feedbacks noch besser auf die Bedürfnisse der Lehrkräfte und der Schülerinnen und Schüler zuschneiden.“

Ausleihmodalitäten und Kontakt

Gegen ein Pfand von 50 Euro kann der Museumskoffer ausgeliehen werden. Für Rückfragen, Reservierung und Terminabsprache steht Britta Ziegler unter der Mailadresse britta.ziegler(at)uni-bamberg.de oder der Telefonnummer 0951/863-2377 gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Museumskoffer gibt es hier.