Staatssekretär Bernd Sibler (li.) verleiht Adriane Dörnhöfer den Preis für gute Lehre 2014. Ihr Chef Prof. Dr. Henrik Simojoki (2. v. li.) und Frithjof Grell, Studiendekan der Fakultät Huwi, freuen sich mit ihr. (Foto: Peter Kolb)

Einsatz zahlt sich aus

Preis für gute Lehre 2014 geht an Wissenschaftlerin der Fakultät Huwi

Adriane Dörnhöfer gehört zu den Trägerinnen und Trägern des Preises für gute Lehre 2014. Der wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Lehrstuhls für Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts liegen die kritische Reflexion der Lehrinhalte und deren praktische Anwendung besonders am Herzen.

Der Raum im Markushaus ist eigentlich für 20-25 Personen ausgelegt. Dennoch fasst er regelmäßig über 40 Studierende, was möglicherweise am Thema, aber ganz sicher auch an der Dozentin liegt. Adriane Dörnhöfer hat es sich zum Ziel gemacht, die Studierenden für ihr Fach zu begeistern und erhält dafür nach dem Fakultätspreis für exzellente Lehre nun den Preis für gute Lehre 2014, den das Ministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst alljährlich auf Vorschlag der jeweiligen Heimatuniversitäten vergibt.

Mit dem Preis für gute Lehre, der immer rückwirkend für das Vorjahr verliehen wird, würdigt das Ministerium die Arbeit der besten bayerischen Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer. Darüber hinaus setzt der Preis das Signal, dass die Lehre gleichberechtigt neben Forschungsaufgaben steht.

„Meine Lehre soll inspirieren und motivieren, dabei für die Studierenden zugleich praxisnah, aktuell und forschungsorientiert sein“, fasst Adriane Dörnhöfer ihre eigenen Ansprüche zusammen. Klassische theologische Fragen wie die, warum es Leid in der Welt gibt, untermauert sie mit aktuellen Beispielen wie der Flüchtlingskrise. Die Verzahnung zwischen Schule und Universität ist dabei zentral für die frisch gebackene Mutter.

So ist sie ist an der Planung und Organisation der einmal im Jahr stattfindenden Ökumenischen Praktikumslehrertagung beteiligt, die der Lehrstuhl für Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts gemeinsam mit dem entsprechenden katholischen Lehrstuhl anbietet. Dort findet ein reger Austausch mit den Praktikumslehrkräften der beiden Konfessionen statt, um die Verzahnung von Theorie und Praxis, von Wissenschaft und Schule, weiter zu fördern.

Vielfalt und Vernetzung sind der Schlüssel zum Erfolg

„Eine gute Lehramtsausbildung zeichnet sich dadurch aus, dass sie den Studierenden Möglichkeiten aufzeigt, mit einer heterogenen Schülerschaft umzugehen“, betont die wissenschaftliche Mitarbeiterin. „Unter anderem nehmen nicht selten muslimische Schüler am Religionsunterricht teil, da das Fach Ethik an vielen Schulen nicht angeboten wird.“ Ein interdisziplinär gestalteter Unterricht kann helfen, Barrieren zu überwinden und gegenseitiges Verständnis zu erzeugen.

Deshalb bietet Dörnhöfer gemeinsam mit Dozierenden anderer Disziplinen wie der Kunstpädagogik, Grundschulpädagogik, Judaistik und Islamwissenschaft, aber auch der Biblischen Theologie Kooperations- und Tandemveranstaltungen an, in denen diese vermeintlich fachfremden Disziplinen miteinander verknüpft werden „Durch thematische Berührungspunkte, die die Studierenden hier zu finden lernen, erfahren sie für den späteren Berufsalltag, wie sie zum Beispiel gezielt Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in ihren Unterricht integrieren können“, erläutert sie die „Schnittstellen-Lehre“.

Gleichsam durch aktivierende Methoden gefördert und gefordert zu werden: Dieses Konzept verfolgt Adriane Dörnhöfer bei der inhaltlichen Gestaltung ihrer Lehreveranstaltungen. Egal ob Impulsreferate, Lerntagebücher, Portfolios oder Gruppenarbeiten, die kritische Reflexion der eigenen Arbeit und der Themen stehen immer im Fokus. Lebens- und Alltagsnähe gewinnen die theoretisch erlernten Konzepte durch zahlreiche Exkursionen wie die jährlich stattfindende Einführungsveranstaltung für Erstsemester.

Man lernt nie aus

Meinung und Feedback ihrer Studierenden ist Adriane Dörnhöfer wichtig, um ihre Seminare und Übungen kontinuierlich zu verbessern. „In meinen Lehrveranstaltungen verstehe ich mich insgesamt als Lehrender, aber auch als Lernender“, erklärt sie ihr Selbstverständnis. Zwischenevaluationen während des laufenden Semesters ermöglichen den Studierenden viel Spielraum, um die besuchte Lehrveranstaltung aktiv mitzugestalten und noch vorhandeneWissenslücken zu schließen.

Als studierte Lehrerin bringt sie von Haus aus pädagogische und didaktische Grundlagen mit. Nichtsdestotrotz sieht sie Fortbildung und lebenslanges Lernen als unerlässlich an. Neben inhaltlich wertvollen Kursen am FBZHL (Link auf Homepage) sei der Austausch, zum Beispiel über verschiedene Lehrmethoden, mit fachfremden Kolleginnen und Kollegen während der Fortbildungen bereichernd und gewinnbringend. Adriane Dörnhöfer promoviert zum Thema Gott als Richter – Religionspädagogische Perspektiven zu einer umstrittenen Gottesvorstellung. Dabei untersucht sie das Verständnis, das Schüler vom Jüngsten Gericht haben.

Hinweis

Diesen Text verfasste Ivana Peric für die Pressestelle der Universität Bamberg. Er steht Journalistinnen und Journalisten zur freien Verfügung.

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