Matthias Wolf und Bernd Sibler

Matthias Wolf erhält den Preis für gute Lehre 2013.

Preis für außergewöhnlich engagierten Dozenten

Wirtschaftsinformatiker Matthias Wolf erhält Preis für gute Lehre

Heute ist ein besonderer Tag für Matthias Wolf: Der ehemalige Dozent der Fakultät Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik (WIAI) ist von Bamberg nach Passau gereist, um dort den Preis für gute Lehre 2013 entgegenzunehmen. Staatssekretär Bernd Sibler verleiht ihm die Auszeichnung, die jedes Jahr an die besten bayerischen Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer geht.

Als Matthias Wolf Ende letzten Jahres den Fakultätspreis für gute Lehre erhält, ahnt er noch nicht, dass er auch für dessen „großen Bruder“ nominiert würde: Jedes Jahr verleiht auch das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst einen Preis für gute Lehre. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden dazu jeweils von ihrer Heimatuniversität vorgeschlagen.

Vor ein paar Wochen nun flatterte dem jungen Wirtschaftsinformatiker die Einladung zur Preisverleihung in Passau ins Haus. Und damit gleichzeitig die freudige Nachricht, dass sein außergewöhnliches Engagement in der Lehre mit 5.000 Euro gewürdigt wird. „Ich freue mich sehr darüber, denn damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet“, erzählt Wolf. Bei der Verleihung gratulierte Wissenschaftsstaatssekretär Bernd Sibler den 15 Preisträgerinnen und Preisträgern: „Lehrinhalte verständlich und motivierend den Studierenden zu vermitteln, ist eine äußerst lohnenswerte, aber auch herausfordernde Aufgabe. Sie meistern sie tagtäglich mit Bravour."

Besonders wichtig für die Nominierung zu beiden Preisen ist das Votum der Studierenden, die die Lehrtätigkeit von Dozentinnen und Dozenten am besten einschätzen können. Matthias Wolf, der bis Oktober 2014 am Lehrstuhl für Systementwicklung und Datenbankanwendung tätig war, wurde neben zwei weiteren Personen von der Fachschaft WIAI zunächst für den Fakultätspreis nominiert.

Überzeugendes Übungskonzept

Für Wolf zahlten sich nicht zuletzt die vielseitigen Schulungen und Seminare aus, die er am Fortbildungszentrum für Hochschullehre wahrgenommen hatte. „Matthias Wolf vereint in hervorragender Weise die Kompetenzen fachliche Qualifikation, didaktisches Geschick und persönliche Ausstrahlung“, würdigte die Auswahlkommission. Ganz besonders überzeugt das Komitee aber Wolfs Didaktikkonzept, das sich durch praxisbezogenes und interaktives Arbeiten auszeichnet.

"Gerade bei den quasi trockeneren Inhalten einer Veranstaltung ist es wichtig, immer auch ihren praktischen Nutzen und die konkrete Anwendung aufzuzeigen", erläutert Wolf. "Wenn Studierenden vor Augen haben wie ein Konzept in der Praxis eingesetzt wird, vereinfacht das auch immer das Verstehen und Lernen einer Theorie."

Was so einfach klingt, ist manchmal schwer umzusetzen. Auch Matthias Wolf hat öfter um gute Übungsstunden ringen müssen. Er habe eine sehr heterogene Gruppe an Studierenden in den Vorlesungen und Übungen vor sich sitzen gehabt, die oft fachfremd gewesen seien, meint Wolf. „Als Dozent muss ich aber allen Studierenden gerecht werden können, nicht nur denen, die bereits Vorkenntnisse haben.“

Gerade am Anfang verwendete Wolf daher bewusst eine einfache Sprache ohne Fachbegriffe. Eine weitere Methode, die ihm half, war der „Schritt zurück in einen anderen Wissensstand“. „Als Dozent ist mir die Sinnhaftigkeit meiner Aussagen klar, meinen Studierenden muss ich diese aber aus ihrer Perspektive erklären.“ Da Wolf selbst bis zu seiner Anstellung vor sieben Jahren bei der Universität Bamberg ebenfalls in Bamberg Student der Wirtschaftsinformatik war, fiel ihm das nicht allzu schwer.

„Spaß herstellen, auch bei Grundlagenfächern“

Seit Oktober dieses Jahres macht Wolf einen Schritt vorwärts in der Forschung. Er ist nicht mehr in der Lehre tätig und arbeitet stattdessen am CEUS-Projekt am Wissenschaftlichen Institut für Hochschulsoftware der Universität Bamberg. In diesem Rahmen hilft er bei der Entwicklung eines computerbasierten Entscheidungsunterstützungssystems für die Hochschulen in Bayern. Auf die Frage, ob er seinen ehemaligen Kolleginnen und Kollegen noch einen Rat mit auf den Weg geben könne, muss Wolf nicht lange überlegen: „Das wichtigste ist, Spaß herzustellen, auch und gerade bei etwas abstrakteren Grundlagenfächern.“

Hinweis

Diesen Text verfasste Julia Kerzel für die Pressestelle der Universität Bamberg. Er steht Journalistinnen und Journalisten zur freien Verfügung.

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