Für ihr Engagement in der Lehre wurden vier Bamberger Forschende für den Preis für gute Lehre vorgeschlagen. (Foto: COLOURBOX/Sigrid Olsson, AltoPress, Maxppp)

Christian Aßmann (l.) und Matthias Buntins. (Fotos: privat)

Sven Laumer und Anna-Maria Meyer. (Fotos: privat)

Motivierend, persönlich, anschaulich

Fakultäten würdigen gute Lehre

Sie nutzen moderne didaktische Methoden, pflegen engen Kontakt zu Studierenden und setzen sich für die kreative Vermittlung von Studieninhalten ein: Für dieses Engagement erhielten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Bamberg Fakultätspreise für gute Lehre. Vier der Preisträgerinnen und Preisträger wurden darüber hinaus für den bayernweiten Preis für gute Lehre vorgeschlagen. Erhalten wird ihn Sven Laumer von der Fakultät für Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik.

Kursinhalte verständlich und motivierend zu vermitteln, stellt Lehrende täglich vor neue Herausforderungen. „Studierende möchten aktiv in den Veranstaltungsverlauf einbezogen werden, komplizierter Stoff will anschaulich vermittelt werden und selbst in großen Seminargruppen sollen unterschiedliche Lerntypen berücksichtigt werden“, zählt Prof. Dr. Sebastian Kempgen, Vizepräsident für Lehre und Studierende der Universität Bamberg, die Schwierigkeiten auf. Daher vergeben die vier Fakultäten der Universität einmal jährlich die Fakultätspreise für gute Lehre an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem akademischen Mittelbau, die sich in besonderem Maße für einen guten Unterricht einsetzten. Darüber hinaus schlagen sie jeweils einen ihrer Fakultätspreisträger für den hochschulübergreifenden Preis für gute Lehre vor, der jährlich vom Ministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst unter allen Universitäten in Bayern ausgelobt wird. In diesem Jahr stellten die vier Fakultäten Dr. Anna-Maria Meyer, Dr. Christian Aßmann, Dr. Matthias Buntins und Dr. Sven Laumer für ihr Engagement, Kursinhalte studierendenfreundlich aufzubereiten und zu vermitteln, zur Wahl. Für Bamberg nominiert wurde am Ende Sven Laumer, der an der Fakultät für Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik beschäftigt ist; den Beschluß dazu faßte der Senat in seiner Dezember-Sitzung.

Alle vier zur Wahl gestellten Dozierenden haben sich initiativ oder auf Vorschlag von Studierenden für die Preise beworben. Im Anschluss an die Bewerbung legten die fakultätsinternen Kommissionen, die aus den jeweiligen Fachschaften sowie den Studiendekaninnen und Studiendekanen bestehen, in einem Fakultätsratsbeschluss die Nominierten für die bayernweite Ebene fest. Als Bewertungsgrundlage dienten ihnen dabei die eingereichten Unterlagen der einzelnen Lehrenden, in denen sie sowohl ihr eigenes Unterrichtskonzept unterbreiteten als auch weitere Materialien wie Fortbildungsnachweise darlegten.

Anreize für eine gute Lehre schaffen

„Mit den fakultätsinternen und bayernweiten Preisen werden Anreize für eine gute Lehre geschaffen. Die Bemühungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die in ihren Veranstaltungen auch schwierigere Situationen kreativ lösen und mit innovativen pädagogischen Methoden experimentieren, sollen auf diese Weise belohnt werden“, erläutert Kempgen. Wie diese kreative Kursgestaltung im Konkreten aussehen kann, zeigt sich auch am Beispiel von Anna-Maria Meyer, die als Akademische Rätin am Lehrstuhl für Slavische Sprachwissenschaft arbeitet. „An einem abwechslungsreichen Unterricht mit Medien- und Methodenvielfalt ist mir sehr gelegen. Dafür nutze ich beispielsweise neben Partner- und Gruppenarbeiten auch Diskussionen im Plenum, kurze Impulsreferate oder Expertenrunden und arbeite mit Präsentationen, Filmausschnitten und Arbeitsblättern“, erläutert Meyer.

Matthias Buntins, der als Akademischer Rat am Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik beschäftigt ist, legt viel Wert auf die Bereitstellung und Gestaltung von Lehrangeboten, die Studierende gerne in Anspruch nehmen. „Ich bin der Meinung, universitäre Lehre sollte nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Spaß machen. Dies bedeutet für mich, eine positive Lernumgebung zu erschaffen, in der Studierende zu eigenverantwortlichem Lernen angeregt werden. Neben fachlicher und didaktischer Kompetenz gehört dazu vor allem Motivationsarbeit. Studierende sollen nicht lernen, weil sie müssen, sondern weil sie einen persönlichen Mehrwert darin sehen“, erläutert er sein Vorgehen. 

Ähnlich sieht das auch Christian Aßmann, dem der persönliche Kontakt zu Studierenden ebenfalls sehr wichtig ist. „Ich achte auch in großen Veranstaltungen darauf, dass die Studierenden Fragen stellen und nehme mir dann gerne die Zeit, diese zu beantworten. In kleineren Gruppen bemühe ich mich darum, dass die Studierenden eine eigenständige Arbeitsweise erlernen, beispielsweise indem sie selbstständig Analysen durchführen“, sagt der Akademische Rat am Lehrstuhl für Statistik und Ökonometrie.

Sven Laumer für bayernweiten Preis nominiert

Ein ganz persönliche, dreiteilige Lehrphilosophie verfolgt Sven Laumer, der als akademischer Rat am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insbesondere Informationssysteme in Dienstleistungsbereichen, arbeitet. „Als Dozent sehe ich mich in den Rollen des Wissensvermittlers, Moderators und Beraters. Als Wissensvermittler thematisiere ich Theorien und Methoden, als Moderator ermögliche ich es Studierenden, das vermittelte Wissen anzuwenden und als Berater begleite ich Studierende bei ihren eigenständigen Projekten”, fasst er zusammen. Für seine Lehre wird er nun sowohl mit dem fakultätsinternen als auch mit dem bayernweiten Preis für gute Lehre geehrt werden. Die offizielle Verleihung der bayernweiten Auszeichnung findet dabei erst im Jahre 2016 statt.

Welche hohe symbolische Bedeutung diese beiden Ehrungen besitzen, betont Sebastian Kempgen: „Eine gute Lehre ist für jede Universität unentbehrlich, da sie das Niveau der universitären Ausbildung maßgeblich beeinflusst. Die verliehenen Preise stellen daher eine stellvertretende Danksagung an alle Dozentinnen und Dozenten dar, die sich tagtäglich für qualitativ hochwertige Veranstaltungen einsetzen.“

Hinweis

Diesen Text verfasste Antje Jaschik für die Pressestelle der Universität Bamberg. Er steht Journalistinnen und Journalisten zur freien Verfügung.

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