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Olaf Struck sprach beim akademischen Austausch mit chinesischen Wissenschaftlern über den Strukturwandel in Deutschland.

Deutsche und chinesische Wissenschaftler tauschten Geschenke aus (v.l.n.r.): Sang-Hui Nam, Daniel Göler, Olaf Struck, Niu Xianfeng, Elmar Rieger, Zhang Shecan.

Wissenschaft & Praxis

Alles bleibt anders

Austausch über Wirtschaft und soziale Ungleichheit in Deutschland und China

Strukturwandel – ein Wort, das viele Veränderungen beinhaltet, wie Soziologe Prof. Dr. Olaf Struck Ende April 2018 ausführte: „Wirtschaftliche Unterschiede nehmen in Deutschland ab. Gleichwohl bestehen immer noch deutliche Ungleichheiten, zum Beispiel beim Armutsrisiko oder bei der Arbeitslosigkeit zwischen Ost- und Westdeutschland.“ Wirtschaftliche Unterschiede seien häufig Anlass für räumliche Mobilität. Deutsche würden aber eher selten umziehen, sondern oft und weit zur Arbeit pendeln. 1,3 Millionen Menschen seien Fernpendler mit einem einfachen Arbeitsweg von über 150 Kilometern. Zudem suchten Unternehmen häufiger höherqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Einkommensschere gehe weiter auseinander.

„Dies sind einige wesentliche Merkmale des Strukturwandels, die wir momentan beobachten“, sagte Olaf Struck. Er stellte strukturpolitische Fördermöglichkeiten vor, mit denen in Deutschland solche wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen gestaltet werden, um für gleichwertige Lebensverhältnisse in Regionen zu sorgen: zum Beispiel regionale Strukturförderprogramme, der Länderfinanzausgleich oder auch die aktive Arbeitsmarktpolitik.

Wissen über Wirtschaft und Politik in China gewinnen

Olaf Strucks Vortrag Regionaler Strukturwandel und Mobilität in Deutschland Ende April war Teil des akademischen Austausches von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Bamberg mit einer Delegation der Zentralen Parteihochschule des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei (KP) China. Die Parteihochschule ist die zentrale Ausbildungsstätte chinesischer Führungs- und Verwaltungskräfte und zugleich Forschungs- und Beratungsinstitut für die politische Führung der KP China.

Beim akademischen Austausch ging es einen Tag lang um soziale und regionale Mobilität in Deutschland und China. Neben Olaf Struck sprachen der Bamberger Soziologe Prof. Dr. Elmar Rieger sowie Prof. Dr. Lin Mei und Prof. Xu Pinghua der chinesischen Parteihochschule darüber, wie wirtschaftliche Prozesse und soziale Ungleichheit sozialpolitisch gestaltet werden können, welche Möglichkeiten und Grenzen es gibt. Organisiert wurde die Delegationsreise von der Hanns-Seidel-Stiftung.

„China hat in erheblichem Maße wirtschaftliche, technische und soziale Änderungen zu bewältigen“, so Olaf Struck, der mit Elmar Rieger regelmäßigen Kontakt zu den chinesischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Parteihochschule sowie auch zur Universität Peking und der Fremdsprachenuniversität in Peking pflegt. Die beiden Bamberger Professoren treffen sich mit ihnen in China oder Deutschland und referieren über wissenschaftliche Erkenntnisse, die in Deutschland und Europa bei der Gestaltung von sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen gemacht wurden. Auf diese Weise begleiten sie die dynamischen Prozesse in China. Zugleich gewinnen sie Erfahrungen über Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in Ostasien. Anfang Juni 2018 sind Elmar Rieger und Olaf Struck zu einer weiteren Vortragsreihe und zu einer Tagung in China eingeladen. Dort geht es um Digitalisierung in der Arbeitswelt, Veränderungen von Qualifikationen und um soziale Mobilität.