Master of Arts in Politikwissenschaft
mit dem Schwerpunkt Vergleichende Politikwissenschaft

Kurzübersicht

Der Studienschwerpunkt Vergleichende Politikwissenschaft befasst sich vor allem mit

  • Regierungssystemen und ihren Strukturen (beispielsweise Parlamenten und Regierungen),
  • kollektiven politischen Akteuren (zum Beispiel Parteien und Verbänden)
  • politischen Prozessen der Konvergenz und Divergenz (etwa Diffusions- und Lernprozessen innerhalb von Bundesstaaten oder der Europäischen Union)

Geographisch liegt der Schwerpunkt der Lehrveranstaltungen dabei auf den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und den liberalen Demokratien des angelsächsischen Sprachraums. In den Lehrveranstaltungen geht es zunächst darum, Instrumente zur präzisen Beschreibung der beobachteten politischen Phänomene sowie Typologien zu ihrer empirischen Einordnung zu erarbeiten und methodenkritisch zu reflektieren. Im Vordergrund stehen dann aber zwei Schlüsselfragen:

  • Welches sind die politischen Ursachen für die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Staaten, Regionen oder Akteuren?
  • Welche Folgen haben bestimmte Regierungsformen und Institutionen für die Regierungspraxis und die Qualität des politischen Prozesses?

Methodisch ist die Vergleichende Politikwissenschaft dezidiert empirisch ausgerichtet und von Institutionentheorien mittlerer Reichweite geleitet. In Lehre und Forschung kommen sowohl fortgeschrittene quantitative Methoden als auch detaillierte qualitative Einzelfallstudien (etwa in der Form von Prozessanalysen) oder Verfahren zur Analyse mittlerer Fallzahlen (wie die „Qualitative Configurative Analysis“ – QCA) zum Einsatz.

Das Forschungs- und Lehrprofil

Das breite Studienangebot im Bereich Vergleichende Politikwissenschaft umfasst vor allem forschungsorientierte Veranstaltungen zu folgenden Themenbereichen:

  • Theorie und Empirie politischer Institutionen
  • Gesetzgebung und Organisation von Parlamenten (Fraktionen, Ausschüsse)
  • Verhalten von Parlamentariern im Plenum und in Ausschüssen
  • Regieren in Koalitionen
  • Politische Repräsentation und Integration, insbesondere von Bürgern mit Migrations- und Minderheitshintergrund
  • Politische Diffusions- und Lernprozesse

Studierende haben Gelegenheit, mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten, die ihre Forschungsergebnisse in internationalen Fachzeitschriften veröffentlichen und führend an extern geförderten nationalen und internationalen Forschungsprojekten mitwirken. Das hat zwei Vorteile: Zum einen fließen die Ergebnisse dieser Forschungen in die Lehre ein. Zum anderen erhalten Studierende frühen Zugang zu Primärdaten für ihre eigenen Abschlussarbeiten.

Publikationsschwerpunkte und extern geförderte Forschungsprojekte im Bereich Vergleichende Politikwissenschaft sind:

  • Extern gefördertes Projekt:
    „Wege zur Macht: Die politische Repräsentation von Staatsbürgern mit Migrationshintergrund in sieben europäischen Demokratien“, Deutsche Forschungsgemeinschaft, €612.087, 2014-2017). Dabei handelt es sich um ein Teilprojekt eines größeren Forschungsverbunds mit den Universitäten Amsterdam und Leicester sowie mit Sciences Po in Paris, mehr Informationen unter externer Link folgt www.pathways.eu.

  • Thomas Saalfeld und Daniel Bischof: ‘Minority-Ethnic MPs and the Substantive Representation of Minority Interests in the House of Commons, 2005–2011.' Parliamentary Affairs, Jg. 66, H. 2 (2013), S. 305-328.
  • Andreas M. Wüst und Thomas Saalfeld: ‘Abgeordnete mit Migrationshintergrund im Vereinigten Königreich, Frankreich, Deutschland und Schweden: Opportunitäten und Politikschwerpunkte.’ In: Politische Vierteljahresschrift, Sonderheft 44/2010 “Politik als Beruf”, Hrsg. von Michael Edinger und Werner J. Patzelt, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2011, S. 312-333.

  • Extern gefördertes Projekt:
    „Parlamentarisches Abstimmungsverhalten im Deutschen Bundestag“ (gemeinsam mit Professor Dr. Stefanie Bailer, Universität Basel, und PD Dr. Ulrich Sieberer, Universität Konstanz, €66.000, 2012-2014) mehr Informationen unter www.german-roll-calls.info.

  • Jorge Fernandes: O Parlamento Português. Lissabon: Fundação Francisco Manuel dos Santos 2015.
  • Thomas Saalfeld und Kaare W. Strøm: ‘Political Parties and Legislators.‘ In: Shane Martin, Thomas Saalfeld und Kaare W. Strøm (Hrsg.): The Oxford Handbook of Legislative Studies. Oxford: Oxford University Press 2014, S. 371-398.

  • Thomas Saalfeld: ‘Members of parliament and governments in Western Europe: Agency relations and problems of oversight.’ European Journal of Political Research, Jg. 37, H. 3 (2000), S. 353-376.

  • Thomas Saalfeld: ‚Deliberate Delegation or Abdication? Government Backbenchers, Ministers and European Union Legislation.‘ The Journal of Legislative Studies Jg. 11, H. 3-4), S. 343-371.

  • Thomas Saalfeld: ‘Coalitions in Germany: Stable Parties, Chancellor Democracy and the Art of Informal Settlement.’ In: Wolfgang C. Müller und Kaare Strøm (Hrsg.): Coalition Government in Western Europe. Oxford: Oxford University Press 2000, S. 32-85.

  • Thomas Saalfeld: ‘Veto players, agenda control and cabinet stability in 17 European parliaments, 1945-1999.’ In: Thomas König, George Tsebelis und Marc Debus (Hrsg.): Reform Processes and Policy Change: Veto Players and Decision-Making in Modern Democracies. New York: Springer 2010, S. 125-143.

  • Thomas Saalfeld und Daniel Schamburek: ‘Labels and Jurisdictions: An Empirical Critique of Standard Models of Portfolio Allocation in Political Science.’ In: Tapio Raunio and Hannu Nurmi (Hrsg.): The Serious Game of Politics: Festschrift for Matti Wiberg. Helsinki: The Finnish Political Science Association 2014, S. 193-219.

  • Simon Fink: ‘Policy convergence with or without the European Union: The interaction of policy success, EU membership and policy convergence.’ Journal of Common Market Studies Jg. 51, H. 4 (2013), S. 631-648.

  • Simon Fink: ‘When I find myself in times of trouble. The conditional effect of international organizations on policy convergence.’ European Journal of Political Research Jg. 52, H. 5 (2013), S. 630-659.

  • Simon Fink:  ‘A contagious concept: Explaining the spread of privatization in the telecommunications sector.’ Governance Jg. 24, H. 1 (2011), S. 111-139.

Das Studium im Überblick

ModulgruppeModuleECTS
Politikwissenschaft­liche Methoden

Zwei der vier Hauptseminare zu den Themen:

  • Grundlagen der Wissenschaftstheorie
  • Qualitative Methods of Social Inquiry
  • Grundlagen der Datenanalyse
  • Fortgeschrittene Methoden der Datenanalyse
16
Politikwissenschaft­licher Schwerpunkt

Vorlesung (MA): Vergleichende Politikwissenschaft I (Comparative Political Institutions)

Zwei Hauptseminare zu den Themen

  • Methodische Probleme der Vergleichenden Politikwissenschaft
  • Ausgewählte Probleme der Vergleichenden Politikwissenschaft
22
Erweiterungsbereich

Freie Kombination von Modulen nach Wahl der oder des Studierenden aus folgenden Bereichen:

  • Module aus den politikwissenschaftlichen Teilgebieten gemäß Anhang 2 der Prüfungs- und Studienordnung, sofern nicht in die Modulgruppe Politikwissenschaftlicher Schwerpunkt eingebracht;
  • Module aus nicht-politikwissenschaftlichen Fächern im Umfang von höchstens 16 ECTS oder Module aus dem gelenkten Auslandsstudium im Umfang von höchstens 30 ECTS-Punkten.
Mind. 44
MasterarbeitAbschlussarbeit zu einem Thema aus dem Teilgebiet Vergleichende Politikwissenschaft30
Summe120

Ausführliche Beschreibungen zu den einzelnen Veranstaltungen können Sie im Modulhandbuch (354.6 KB)nachlesen.