Fakultät Sozial- und Wirtschaftswissenschaften

Politikwissenschaft

Master of Arts in Politikwissenschaft
mit dem Schwerpunkt Politische Soziologie

Kurzübersicht

Der Studienschwerpunkt der Politischen Soziologie liegt vor allem auf den Einstellungen/Positionen und Verhalten von Individuen und kollektiven Akteuren wie Parteien. Dabei stehen Ursachen und Folgen von politischen Einstellungen/Positionen sowie Verhalten/Aktivitäten sowie die Verbindung von individuellen und strukturellen Ebenen im Mittelpunkt. Wieso geht jemand wählen? Welche Einstellungen führen zu diskriminierendem Verhalten gegenüber Migranten? Wieso positioniert sich eine Partei gegen Europäische Integration? Inwiefern können Parteien nationale Identitäten formen? Solche und ähnliche Fragen werden in vergleichender Perspektive betrachtet. Dabei werden vor allem westliche Länder verglichen, aber auch regionale oder lokale Unterschiede untersucht. Neben allgemeinen Themen aus der politischen Soziologie wird ein inhaltlicher Schwerpunkt auf die Themen Migration, Staatsbürgerschaft, Fremdenfeindlichkeit/Islamophobie, Kosmopolitanismus und Rechtspopulismus gelegt.

Das Forschungs- und Lehrprofil

Der Lehrstuhl verknüpft in Forschung und Lehre die politikwissenschaftliche Einstellungs- und Verhaltensforschung mit Fragen und Perspektiven der Politischen Kommunikation, Politischen Ökonomie und der Politischen Psychologie. Enge Verknüpfungen bestehen auch mit dem Studienschwerpunkt Vergleichende Politikwissenschaft, welcher u.a. die Themen Politische Parteien und Politische Repräsentation von Bürgern mit Migrations- und Minderheitshintergrund behandelt.

Die Arbeit an inhaltlichen Fragestellungen der Politischen Soziologie wird mit der Forschung zu den empirischen Methoden der Politikwissenschaft verbunden. Dabei stehen vor allem verschiedene fortgeschrittene quantitative Methoden im Vordergrund. Ein spezieller Fokus wird auf Umfrage-, Labor- und Feldexperimente gelegt. Qualitative Methoden und theoretische Arbeiten werden jedoch ebenfalls in den inhaltlichen Veranstaltungen behandelt.

Der Unterricht steht in engem Bezug mit der aktuellen Forschung in der internationalen Politischen Soziologie, aber auch den nationalen und internationalen Forschungsprojekten des Lehrstuhls. Studierende werden ermuntert, für ihre Seminar- und Abschlussarbeiten zugängliche Datensätze zu benutzen.

Die Forschungsschwerpunkte im Bereich Politische Soziologie sind:

Auf Basis von Umfragen und Umfrageexperimenten werden Einstellungen gegenüber Migranten und insbesondere Muslimen und deren religiösen Rechten und Praktiken untersucht.

  • Sarah Carol, Marc Helbling and Ines Michalowski (2015): “A struggle over religious rights? How Muslim minorities and natives view the accommodation of religious rights in six European countries”, Social Forces (forthcoming).
  • Marc Helbling (2014): “Opposing Muslims and the Muslim Headscarf in Western Europe”, European Sociological Review 30(2): 242-257.
  • Michael Bechtel, Jens Hainmüller, Dominik Hangartner and Marc Helbling (2015): “Reality Bites: The Limits of Framing Effects in Salient Policy Decisions”, Political Science Research and Methods(forthcoming).

Im Mittelpunkt stehen die Positionen und Framingstrategien von politischen Parteien (vor allem im Bereich Migration) und deren Auswirkungen auf individuelle Einstellungen.

  • Marc Helbling, Tim Reeskens and Dietlind Stolle (2015): “Political Mobilizing, Cultural Diversity and Social Cohesion. The Conditional Effect of Political Parties”, Political Studies 63(1): 101-120.
  • Marc Helbling, Dominic Höglinger and Bruno Wüest (2010): “How Political Parties Frame European Integration”, European Journal of Political Research 49(4): 495-521.
  • Marc Helbling (2013): “Framing Immigration in Western Europe”, Journal of Ethnic and Migration Studies 40(1): 21-41. 

In diesem Bereich wird der Fokus auf die quantitative Messung von Einwanderungs- und Staatsbürgerschaftspolitik sowie die Ursachen und Folgen dieser Policies gelegt.

  • Marc Helbling (2013): “Validating Integration and Citizenship Policy Indices”, Comparative European Politics 11(5): 555-576.
  • Marc Helbling, Liv Bjerre, Friedreike Römer and Malisa Zobel (2015): “Measuring Immigration Policies: The IMPIC-Database”, European Political Science (forthcoming).
  • Martin Dolezal, Marc Helbling and Swen Hutter (2010): “Debates over Islam in Austria, Germany, and Switzerland: Between Ethnic Citizenship, State-Church Relations and Right-Wing Populism”. West European Politics 33(2): 171-190.

Das Studium im Überblick

ModulgruppeModuleECTS
Politikwissenschaft­liche Methoden

Grundlagen der Datenanalyse oder Fortgeschrittene Methoden der Datenanalyse

Ein weiteres Hauptseminar aus der Modulgruppe Politikwissenschaftliche Methoden

16
Politikwissenschaft­licher Schwerpunkt

Vorlesung (MA): Politikwissenschaftliche Einstellungs- und Verhaltensforschung

Zwei Hauptseminare zu den Themen

  • Themen zu Politischen Einstellungen
  • Themen zu Identitäten und Gruppenkonflikten
22
Erweiterungsbereich

Freie Kombination von Modulen nach Wahl der oder des Studierenden aus folgenden Bereichen:

  • Module aus den politikwissenschaftlichen Teilgebieten gemäß Anhang 2 der Prüfungs- und Studienordnung, sofern nicht in die Modulgruppe Politikwissenschaftlicher Schwerpunkt eingebracht;
  • Module aus nicht-politikwissenschaftlichen Fächern im Umfang von höchstens 16 ECTS oder Module aus dem gelenkten Auslandsstudium im Umfang von höchstens 30 ECTS-Punkten.
Mind. 44
MasterarbeitAbschlussarbeit zu einem Thema aus dem Teilgebiet Politische Soziologie30
Summe120

Ausführliche Beschreibungen zu den einzelnen Veranstaltungen können Sie im Modulhandbuch (354.6 KB)nachlesen.