Master of Arts in Politikwissenschaft
mit dem Schwerpunkt Moderne Politische Theorie

Kurzbeschreibung

Dieser Studienschwerpunkt zeichnet sich durch eine Orientierung an aktuellen Problemstellungen der Modernen Politischen Theorie aus. Er trägt damit neueren Entwicklungen und grundlegenden Änderungen in der methodischen Ausrichtung Rechnung, die die Politische Theorie in den vergangenen Jahrzehnten erfahren hat.

Diese Veränderungen der Disziplin sind zum einen inhaltlicher Natur. Die Politische Theorie öffnete sich gegenüber Strömungen der analytischen Philosophie und der Wissenschaftstheorie. Sie sind zum anderen auch methodischer Natur. Diese Änderungen zeichnen sich durch einen zunehmenden Rückgriff auf formale Modelle und Theorien aus, wie sie etwa bei der Verwendung spieltheoretischer Modelle oder ökonomischer Theorien der Politik zur Anwendung kommen.

Zusätzlich findet eine systematische Auseinandersetzung mit den Grundlagen normativer Theoriebildung statt: Im Rahmen der Analytischen Politischen Philosophie wird verstärkt Wert gelegt auf eine systematische, nachvollziehbare Argumentation und die Reflektion der methodologischen Grundlagen. Auch hier kommen abstrakte Argumente, etwa in Form von Gedankenexperimenten, zum Einsatz.

Das Forschungs- und Lehrprofil

Der Studienschwerpunkt Moderne Politische Theorie führt an aktuelle Forschungsdebatten heran und vermittelt das methodisch theoretische Handwerkszeug für die Formulierung eigenständiger Beiträge zu diesen Debatten. Regelmäßig finden sich im Lehrangebot des Studienschwerpunkts Module zu folgenden Themenstellungen:

  • ökonomische Theorien der Politik
  • analytische politische Philosophie und analytische Ethik
  • formale Instrumente wie Spieltheorie oder Computersimulationen
  • Wissenschaftstheorie
  • politik-philosophische Klassiker, sofern sie für die Moderne Politische Theorie von Relevanz sind

Die grundlegende Perspektive dieses Studiengangs ist es somit, diese Theorien für eine gegenwartsbezogene Gesellschaftsanalyse aufzubereiten und zu nutzen. Die Studierenden lernen auf der einen Seite das methodische Instrumentarium einer empirisch-analytisch orientierten Politikwissenschaft und werden auf der anderen Seite an ausgewählte inhaltliche Diskussionen der Modernen Politischen Theorie herangeführt.

Der Forschungs- und Lehrschwerpunkt der Modernen Politischen Theorie in Bamberg ist ...

Die Politische Theorie hat sich in den letzten Jahrzehnten neue Themenfelder erschlossen. So finden sich in der Politischen Theorie Gebiete wie die analytische politische Philosophie und ökonomische Modellierungen politischer Prozesse, aber auch Spezialgebiete wie Spieltheorie und Computersimulationen und Wissenschaftstheorie der Sozialwissenschaften.

Exemplarische Publikationen:

  • Klein, D and Marx, J, The Dynamics of Trust - Emergence and Destruction.
    in: CEUR-WS.org (2016),
    Vol. 1720, 68-77
    Workshop Proceedings of the 17th International workshop on Trust in Agent Societies (2014).
  • Klein, D and Pacuit E, Changing Types: Information Dynamics for qualitative Type Spaces,
    Studia Logica  102(2) 297-319
  • Sirsch, J, Die Relevanz idealer Theorie bei der Beurteilung praktischer Probleme,
    ZPTH JG. 3, Heft 1/2012, 25-41.

Durch die Bereitstellung anwendungsbezogener Theoriemodelle für die  stärker empirisch orientierten Teilgebiete liefert die Politische Theoriewichtigen theoretischen Input für deren Analysen politischer Sachverhalte. Gleichzeitig begleitet sie den sozialwissenschaftlichen Forschungsprozess wissenschaftstheoretisch.

Exemplarische Publikationen

  • Marx, J and Tiefensee, C (2015): Auf die Couch! Beziehungsprobleme zwischen Rational Choice und Politischer Psychologie. In: PVS, (accepted for publication).
  • Marx, J (2015): Rational Choice in der Vergleichenden Politikwissenschaft. In: Handbuch Vergleichende Politikwissenschaft (http://link.springer.com/referencework/10.1007%2F978-3-658-02993-7)
  • Marx, J (2010): Is there a hard core of IR? Eine wissenschaftliche Betrachtung der Theorien der Internationalen Beziehungen. In: Zeitschrift für internationale Beziehungen (ZIB). Vol. 17, No. 1. S. 39-73. [http://www.vur.nomos.de/fileadmin/zib/doc/Aufsatz2_ZIB_10_01.pdf]

Im Kern der Modernen Politischen Theorie steht nicht die Konservierung und Pflege politikwissenschaftlicher Theorien. Stattdessen begreift die 'moderne' Politische Theorie politikwissenschaftliche Ideengeschichte und die normativen politischen Theorien als wertvolle Ressource für eine gegenwartbezogene Gesellschaftsanalyse mit Hilfe moderner Instrumente.

Exemplarische Publikationen:

  • Schmidt, J.: Rawls’ Alternative zum Wohlfahrtsstaat“, in: Michael Becker (Hg.), Politischer Liberalismus und wohlgeordnete Gesellschaften – John Rawls und der Verfassungsstaat, Baden-Baden 2013, S. 71-99 .
  • Marx, J (2012): Geistiges Eigentum als Problem internationaler Gerechtigkeit. In: Kreide, Regina et al. (Hrsg.): Demokratie und Gerechtigkeit in Verteilungskonflikten. Schriftenreihe der Sektion Politische Theorien und Ideengeschichte in der DVPW. Baden-Baden. S. 281-311.
  • Sirsch, J (2013): Die Regulierung von Hassrede in liberalen Demokratien.” In: Meibauer, Jörg (Ed.): Hassrede/Hate Speech. Interdisziplinäre Beiträge zu einer aktuellen Diskussion. Linguistische Untersuchungen. Gießener Elektronische Bibliothek. S. 165-194.

Das Studium im Überblick

ModulgruppenModuleECTS-Punkte
Politikwissenschaft­liche Methoden

Zwei der vier Hauptseminare zu den Themen:

  • Grundlagen der Wissenschaftstheorie
  • Qualitative Methods of Social Inquiry
  • Grundlagen der Datenanalyse
  • Fortgeschrittene Methoden der Datenanalyse
16
Politikwissenschaft­licher Schwerpunkt

Vorlesung (MA): Politische Theorie I (Normative Politische Theorie)

Und drei der vier Hauptseminare zu den Themen

  • Themen der Normativen Politischen Theorie
  • Themen der Positiven Politischen Theorie
  • Klassiker der Positiven Politischen Theorie
  • Simulationen und Agent-Based-Modelling
30
Erweiterungsbereich

Freie Kombination von Modulen nach Wahl der oder des Studierenden aus folgenden Bereichen:

  • Module aus den politikwissenschaftlichen Teilgebieten gemäß Anhang 2 der Prüfungs- und Studienordnung, sofern nicht in die Modulgruppe Politikwissenschaftlicher Schwerpunkt eingebracht;
  • Module aus nicht-politikwissenschaftlichen Fächern im Umfang von höchstens 16 ECTS oder Module aus dem gelenkten Auslandsstudium im Umfang von höchstens 30 ECTS-Punkten.
Mind. 44
MasterarbeitAbschlussarbeit zu einem Thema aus dem Teilgebiet Politische Theorie30
Summe120

Ausführliche Beschreibungen zu den einzelnen Veranstaltungen können Sie im Modulhandbuch (354.6 KB)nachlesen.