Fakultät Sozial- und Wirtschaftswissenschaften

Politikwissenschaft

Master of Arts in Politikwissenschaft
mit dem Schwerpunkt Internationale und europäische Politik

Kurzbeschreibung

Wer sich für Probleme der internationalen und europäischen Politik interessiert und einen Abschluss erwerben möchte, der dies im Abschlusszeugnis ausweist, ist in diesem Studienschwerpunkt richtig. In thematischer Hinsicht stehen die folgenden drei Problemkomplexe im Vordergrund:

  • Internationale Institutionen und Global Governance, einschließlich der Funktions- und Wirkungsweise internationaler Institutionen, der daran beteiligten staatlichen und nichtstaatlichen Akteure sowie der Probleme und Folgen des Regierens jenseits des Nationalstaates;
  • Fragen der europäischen Integration, besonders der Politikgestaltungsprozesse auf der supranationalen Ebene und der Funktionsweise der Europäischen Union sowie ihrer Organe und Institutionen und Fragen der Entstehung und Auswirkung europäischen Politiken;
  • Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik, einschließlich der Krisenpolitik.

Der Studienschwerpunkt zeichnet sich durch die theoriegeleitete Bearbeitung empirischer Problemstellungen der internationalen Politik und der europäischen Integration aus. Großer Wert wird deshalb auf die Verbindung von Theorie und Empirie gelegt. Eine typische Seminar- oder Abschlussarbeit entwickelt eine theoretische Konzeption (z.B. in Form einer oder mehrerer Hypothesen), um die anschließende empirische Untersuchung zu strukturieren. In methodischer Hinsicht dominieren qualitative Analysemethoden (z.B. hypothesengeleitete Untersuchung eines Falls, Fallvergleich).

Das Forschungs- und Lehrprofil

Lehrveranstaltungen im Bereich der internationalen und europäischen Politik finden weit überwiegend in englischer Sprache statt. In den vergangenen Semestern gab es Lehrveranstaltungen u.a. zu den folgenden Themen

  • The Role of International Organizations in World Politics; Theories of International Institutions;
  • External Relations of the European Union; Policy-making in the European Union;
  • International Politics of the Middle East; International Crisis, State Preferences and UN Security Council Politics.

Das Forschungsprofil der Internationalen und europäischen Politik in Bamberg ist auf die Entwicklung von Theorien mittlerer Reichweite zu aktuellen Problemstellungen der internationalen und europäischen Politik sowie auf die theoriegeleitete und methodisch reflektierte Analyse aktueller empirischer Fragen der internationalen und europäischen Politik gerichtet. Beteiligt sind der Lehrstuhl für Internationale Beziehungen (Prof. Dr. Thomas Gehring) sowie die Juniorprofessuren für internationale und europäische Politik (Prof. Dr. Monika Heupel) und für europäische Integration (Prof. Dr. Ariadna Ripoll).

Im Zentrum der aktuellen Forschungsaktivitäten stehen …

Internationale Institutionen bilden den zentralen Baustein des Regierens jenseits des Nationsstaates. Untersucht werden hier insbesondere Fragen der Legitimität und Funktionsweise ausgewählter internationaler Institutionen auch in vergleichender Perspektive. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Weltsicherheitsrat und auf internationalen Umweltinstitutionen.

exemplarische Publikationen:

  • Thomas Gehring 2015: Institutionelle Opportunitätsstrukturen im Weltsicherheitsrat. Wie Doktrinen und andere Vorentscheidungen das Handeln der Mitgliedstaaten und die kollektiven Entscheidungen über den Eingriff in innerstaatliche Konflikte beeinflussen; in: Politische Vierteljahresschrift 56:4; im Druck (mit Christian Dorsch).
  • Monika Heupel 2015: The Legitimacy of the UN Security Council: Evidence from Recent General Assembly Debates, in: International Studies Quarterly, 59:2, 238-250 (Binder, Martin);
  • Monika Heupel 2013: With Power Comes Responsibility: Human Rights Protection in United Nations Sanctions Policy, in: European Journal of International Relations 19:4, , 771-795;

Viele Probleme der internationalen Politik werden im Rahmen mehrerer internationaler Institution gleichzeitig bearbeitet. Die beteiligten Institutionen operieren dann nicht mehr unabhängig voneinander, sondern beeinflussen einander gegenseitig. Es entstehen ganze Institutionenkomplexe, deren Entwicklungsdynamik und Folgen für das Regieren jenseits des Nationalstaates wir gerade erst zu verstehen beginnen. 

exemplarische Publikationen:

  • Thomas Gehring 2009: The Causal Mechanisms of Interaction between International Institutions; in: European Journal of International Relations 15:1, 125-156 (mit Sebastian Oberthür).

Die Europäische Union lässt sich teilweise mit anderen internationalen Organisationen vergleichen, weist aber auch Charakteristika auf, die mehr an innerstaatliche politische Systeme erinnern. Im Zentrum unserer aktuellen Forschungen stehen Fragen der Funktionsweise der Europäischen Union, insbesondere die Rolle und Funktionsweise des Europäischen Parlaments im Gesetzgebungsprozess sowie die EU-Aktivitäten in einzelnen Politikfeldern, besonders der inneren Sicherheit und der EU-Außenbeziehungen.

exemplarische Publikationen:

  • Ariadna Ripoll Servent 2014: Do Supranational EU Institutions Make a Difference? EU Asylum Law before and after ‘Communitarization’; in: Journal of European Public Policy 21:8, 1142-1162 (mit Florian Trauner).
  • Ariadna Ripoll Servent 2013: Holding the European Parliament Responsible. Policy Shift in the Data Retention Directive from Consultation to Codecision; in: Journal of European Public Policy 20:7, 972-987.
  • Thomas Gehring 2013: European Union Actorness in International Institutions. Why the EU is Recognized as an Actor in Some International Institutions, but Not in Others. In: Journal of Common Market Studies 51:5, 849–865 (mit Sebastian Oberthür und Marc Mühleck).

Das Studium im Überblick

ModulgruppeModuleECTS
Politikwissenschaft­liche Methoden

Zwei der vier Hauptseminare zu den Themen:

  • Grundlagen der Wissenschaftstheorie
  • Qualitative Methods of Social Inquiry
  • Grundlagen der Datenanalyse
  • Fortgeschrittene Methoden der Datenanalyse
16
Politikwissenschaft­licher Schwerpunkt

Vorlesung (MA): Internationale und europäische Politik I (Policy making in the European Union)

Und drei der vier Hauptseminare zu den Themen

  • Theorien internationaler Institutionen
  • Themen der europäischen Politik
  • Themen der Außen- und Sicherheitspolitik
  • Themen der internationalen Politik
  • Projektseminar National Model United Nations
30
Erweiterungsbereich

Freie Kombination von Modulen nach Wahl der oder des Studierenden aus folgenden Bereichen:

  • Module aus den politikwissenschaftlichen Teilgebieten gemäß Anhang 2 der Prüfungs- und Studienordnung, sofern nicht in die Modulgruppe Politikwissenschaftlicher Schwerpunkt eingebracht;
  • Module aus nicht-politikwissenschaftlichen Fächern im Umfang von höchstens 16 ECTS oder Module aus dem gelenkten Auslandsstudium im Umfang von höchstens 30 ECTS-Punkten.
Mind. 44
MasterarbeitAbschlussarbeit zu einem Thema aus dem Teilgebiet Internationale und Europäische Politik30
Summe120

Ausführliche Beschreibungen zu den einzelnen Veranstaltungen können Sie im Modulhandbuch (354.6 KB)nachlesen.