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Die fach- und lernbereichsspezifische Forschung befasst sich mit der Vermittlung von Zielen eines Lernbereichs in spezifischen Lehr-Lern-Settings mit dem Ziel der Entwicklung lernebereichsspezifischer Kompetenzmodelle. Im Mittelpunkt dabei steht das Passungsverhältnis einzelner Lerngegenstände und -methoden und -voraussetzungen sowie Erkenntnisvorgänge bei Lernenden. Hierzu gehört auch die Entwicklung und Evaluation von Unterrichtsformen und Lehrstrategien.

Prof. Dr. Anna Susanne Steinweg und Laura Birklein, Didaktik der Mathematik und Informatik

In der nationalen und internationalen mathematikdidaktischen Literatur finden sich etliche Hinweise darauf, welche Kompetenzen Kindergartenkinder bis Schulbeginn entwickelt haben sollten, um ihnen einen guten Start im Mathematikunterricht der Schule zu ermöglichen (z. B. Wittmann 2009, Steinweg 2013, 2008, NAEYC & NCTM 2010). Ebenso gibt es Forschungen in der Entwicklungspsychologie, die einige dieser Kompetenzen als prädikativ für schulische Leistungen nachweisen konnten (Dornheim 2008).
Im Rahmen des Projekts MaiKe („Mathematik im Kindergarten entdecken“) wurde in Zusammenarbeit zwischen Prof. Dr. Weth (FAU Erlangen-Nürnberg) und Prof. Dr. Steinweg (Otto-Friedrich-Universität Bamberg) eine App zur mathematischen Frühförderung entwickelt, die den aktuellen fachdidaktischen Erkenntnisstand berücksichtigt und die Entwicklung mathematischer Kompetenzen aufgrund tragfähiger arithmetischer und geometrischer Grundvorstellungen in den Mittelpunkt stellt. MaiKe ist eine App zur mathematischen Förderung für Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren und zum individuellen, selbstbestimmten Einsatz in Kitas und Familie bestimmt.
Der Fokus des Projekts liegt darin, die App MaiKe durch Einsatz in verschiedenen Kindertagesstätten in divergenten Settings im Hinblick auf mögliche Lerneffekte zu evaluieren.

Dr. Ina Brendel-Perpina, Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur, Kooperationsprojekt mit dem Leseclub Frensdorf (Leitung R. Walker-Ruppert), gefördert durch die BMBF-Initiative „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ und den Programmpartner Stiftung Lesen 

Leseclubs situieren sich an der Schnittstelle außerunterrichtlicher und außerschulischer Leseförderung, denn sie existieren in Anbindung an Büchereien, Buchhandlungen oder Vereine, ebenso aber als schulische Wahlfächer oder AG-Angebote, die im Rahmen der Ganztagesschule zunehmend an Bedeutung gewinnen. Sie sind Orte der Begegnung mit Büchern und Gleichgesinnten und leben vom Gespräch über Bücher. Ihre kommunikative und spielerische Ausgestaltung nutzt zahlreiche Verfahren der Leseanimation (Vorlesepatenschaften, Organisation von Lesenächten und literarischen Rallyes, Autorenbegegnungen, Gestaltung von Literaturzeitungen und -blogs, Literaturkino) und zielt darauf ab, zum Lesen zu motivieren und in der Gemeinschaf literarische Geselligkeit zu erleben.

Prof. Dr. Anna S. Steinweg und Xenia Lamprecht, Didaktik der Mathematik & Informatik

Vor dem Hintergrund eines inklusiven Mathematikunterrichts werden Diagnose und Förderkonzepte zu allen mathematischen Inhaltsbereichen der Grundschule virulent.
In einer Pilotuntersuchung werden Test- und Aufgabenformate, die auf der Grundlage von Forschungsergebnissen und bereits vorliegender Konzeptionen zur Förderung entwickelt werden, in der Einzelförderung mathematischer Fähigkeiten und Fertigkeiten an einem exemplarischen Inhaltsbereich erprobt. Das konsequent weiterentwickelte Gesamtkonzept wird in einer Interventionsstudie in differenten Settings, d. h. sowohl in der  Einzelförderung als auch in Fördereinheiten in heterogenen Gruppen eingesetzt. Es soll insbesondere der Frage nachgegangen werden, ob die methodische Form der Förderung Divergenzen in der abschließenden Effektstudie hervorruft.

Prof. Dr. Sebastian Kempgen, Dr. Thomas Beck; Dozenten: Stephanie Kahl (Fremdsprachendidaktik) und Armin Gertz (Interkultureller Trainer)

Fachkurs für je 8 Stipendiaten aus Mazedonien und aus Albanien in Bitola (Mazedonien).
Gefördert vom DAAD mit ca. 14.000 €.

Prof. Dr. Jorge Groß, Didaktik der Naturwissenschaften

Podcasts sind aufgezeichnete Mediendokumente, die über das Web zu abonnieren sind. Die Nutzung der Technologie geht über den zunächst eroberten Unterhaltungsbereich längst hinaus und hat auch Einzug in den Bildungsbereich erhalten. Auch für E-Learning-Angebote sind Podcasts deshalb ein interessantes Medium. Diese Technologie zunächst für studienbezogene Anwendungen später aber auch für den Unterricht nutzbar zu machen ist Inhalt des Bamberger Podcast-Projektes. Fachdidaktisch relevante Inhalte werden in kurzen Podcast-Episoden umgesetzt. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Vermittlungskompetenz: Informationen sollen fachgerecht und adressatenbezogen aufgearbeitet und kommuniziert werden. Damit wird neben der Sprach-, Medien- und Darstellungskompetenz eine weitere relevante Kompetenz gefördert, die zu dem Beruf Lehrerin/Lehrer befähigt.

Der Noddack-Podcast wird von Studierenden der Universität Bamberg in regelmäßigen Abständen online gestellt und behandelt ausgewählte Themen im Bereich der Naturwissenschaften.

Mehr Informationen zum Noddack-Podcast

Carmen Archie und Dr. Eva Heran-Dörr, Kooperationsprojekt mit Prof. Dr. Astrid Rank, Universität Koblenz-Landau und Prof. Dr. Patrizia Noel, Universität Bamberg sowie der Mitarbeit von Prof. Dr. Ute Franz, Universität Bamberg

Im Projekt ‚An der Sache Sprache lernen‘ wird eine Fortbildungsmaßnahme entwickelt und erprobt, die es Grundschullehrkräften ermöglichen soll, einen sprachsensiblen Sachunterricht erfolgreich zu gestalten. Im Rahmen der Studie werden Auswirkungen der Fortbildungsmaßnahme unter anderem auf das fachliche und fachdidaktischen Wissen in einem ausgewählten Inhaltsbereich des Sachunterrichts, auf förderdiagnostische Kompetenzen im sprachlich-linguistischen Bereich sowie auf Interesse, Motivation und selbstbezogene Kognitionen erhoben. Ein Messinstrument zur Erfassung der fachdidaktischen Kompetenzen zur Gestaltung eines sprachsensiblen Sachunterrichts wird entwickelt und pilotiert.

Prof. Dr. Christine Michler, Didaktik der Romanischen Sprachen und Literaturen, Panagiota Tsigara

In der Einleitung werden der Zusammenhang zwischen dem Cadre européen commun de références pour les langues und dem computergestützten Fremdsprachenlernen, die grundsätzliche Frage nach einer Didaktik des virtuellen Lernens und der status quo virtueller Lernangebote in verschiedenen europäischen Ländern erläutert. Den Hauptteil leitet die Darlegung des Forschungsstands ein. Die Auswertung einer empirischen Erhebung auf der Basis eines für die Untersuchung konzipierten Fragebogens mündet in die kritische Diskussion der Ergebnisse und – darauf aufbauend – in die Erstellung von geeignetem didaktischem Material für eine elektronische Plattform des Unterrichts des Französischen als Fremdsprache. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse beschließt mit einer Einschätzung des sprachdidaktischen Gewinns, aber auch der eventuellen Probleme und einem Ausblick die Arbeit.

Prof. Dr. Konstantin Lindner, Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts

Kurzinformation: Obwohl gegenwärtig nicht einmal klar ist, in welcher Intensität in der Schule Werte "vermittelt" werden können, gilt es landläufig als ausgemacht, dass besonders Fächer wie Religionsunterricht oder Ethikunterricht sich dieses Aufgabenfeldes annehmen. Welchen Beitrag aber kann Religionsunterricht zur Wertebildung der Schülerinnen und Schüler (überhaupt) leisten? Und wovon hängt eine gelingende Auseinandersetzung mit Werten in unterrichtlichen Zusammenhängen ab? Ziel der Forschungen ist es, Herausforderungen, prägende Kontexte und Chancen von Wertebildung im Horizont religiöser Bildung zu identifizieren sowie Optionen einer angemessenen und operationalisierbaren Veränderung religionsunterrichtlicher Praxis zu entwickeln.

Prof. Dr. Eva Heran-Dörr (bis 2012) und Julia Kratz, Kooperationsprojekt mit Prof. Dr. Steffen Schaal, PH Ludwigsburg und Prof. Dr. Bärbel Kopp, Institut für Grundschulforschung, Uni Erlangen-Nürnberg

Der professionellen Handlungskompetenz von Lehrkräften wird ein entscheidender Einfluss auf die Unterrichtsqualität und somit auf den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern zugeschrieben. Entsprechend kommt der Förderung lernbereichsspezifischer Kompetenzen bereits in der ersten Phase der Ausbildung eine große Bedeutung zu. In der Studie wird der Einfluss von themenspezifischen Seminaren auf den Aufbau von Fachwissen, fachdidaktischem Wissen und motivationale Dispositionen von Studierenden des Sachunterrichts untersucht. Insbesondere ist der Zusammenhang zwischen verschiedenen instruktionalen Maßnahmen und dem Lernerfolg von Interesse. Die instruktionale Unterstützung findet ihre konkrete Umsetzung in einer strukturiert gestalteten Lernumgebung sowie der Analyse von themenspezifischen Unterrichtsvideos und wird in den verschiedenen Seminarkonzeptionen variiert. Für die differenzierte Erfassung der kognitiven und nicht-kognitiven Merkmale der Studierenden wurde ein Erhebungsinstrument konstruiert, das aus einem Fragebogen sowie einem Concept Mapping Verfahren besteht. Gefördert von der FNK.

Prof. Dr. Anna S. Steinweg, Didaktiken der Mathematik und Informatik, und Eva-Maria Plackner in Kooperation mit Prof. Dr. Thomas Weth, FAU Erlangen-Nürnberg

Im Rahmen einer explorativen Studie wird eine innovative Möglichkeit der Leitungsmessung erprobt, in einzelnen Parametern variiert und deren Auswirkungen auf das gezeigte Wissen der Lernenden untersucht. In einer schriftlichen Sachstandsanalyse wird der Frage nachgegangen, wie die Leistungen der Kinder im Unterrichtsalltag von Lehrpersonen derzeit konkret ermittelt und wie insbesondere die Zeugnisnoten (Mathematik) errechnet werden. Eine Analyse von Klassenarbeiten der Lehrpersonen, die an der Stichprobe teilgenommen haben, wird im Zusammenspiel mit Selbstauskünften zu Einstellungen zur Mathematik vorgenommen. Zudem wird durch exemplarische Erprobung von speziell entwickelten Fortbildungsmodulen die Implementation innovativer Formen der Leistungsmessung erforscht.

Prof. Dr. Stefan Voll, Sportzentrum der Universität Bamberg, in Kooperation mit Erika Schwitulla, Landesstelle für den Schulsport Laspo

Aufgrund des identifizierten Sportlehrermangels an bayerischen Berufsschulen entstand zwischen den Kooperationspartnern die Idee, eine Kurzausbildung im Fach Sport in der Universität Bamberg ins Leben zu rufen, die zusammen mit einem einwöchigen Lehrgang der Laspo zu einer Fakultas Sport an Berufsschulen führt. Das Projekt wurde 2008 ins Leben gerufen und erfreut sich regen Zuspruchs durch die Studierenden.


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