Qualifikationsziele der Bachelorstudiengänge Kommunikationswissenschaft

Die Bachelorprüfung bildet einen ersten wissenschaftlichen und berufsqualifizierenden Abschluss im Studienfach Kommunikationswissenschaft. Neben der Qualifizierung für eine Tätigkeit in Berufsfeldern der Kommunikationswissenschaft kann das Studium auch der Vorbereitung für die Aufnahme eines anschließenden Masterstudienganges dienen. Die Qualifikationsziele stellen dar, welche Kompetenzen sich Studierende mit einem BA Abschluss in Kommunikationswissenschaft aneignen. Die Ziele werden im Hauptfach-Angebot in einem höheren Ausmaß erreicht als in den Nebenfach-Angeboten, relevante Unterschiede zwischen Haupt- und Nebenfach-Studierenden zu den Qualifikationszielen sind nachfolgend benannt.

Wissenschaftliche Befähigung

Nach einem erfolgreichen Bachelorstudium haben die Studierenden grundlegende Kenntnisse im Fach Kommunikationswissenschaft erworben.

  • Die Absolventinnen und Absolventen besitzen aus den fachwissenschaftlichen Vorlesungen und Seminaren die grundlegenden Kenntnisse, Einsichten, Fähigkeiten und – im Falle der Hauptfachstudierenden – Methoden (z.B. der empirischen Sozialforschung), die sie befähigen, die historischen Grundlagen, die Struktur, die Funktionsweise moderner öffentlicher Kommunikation zu erfassen, zu erklären und zu bearbeiten.
  • Die Absolventinnen und Absolventen des Nebenfachs mit 45 ECTS-Punkten und des Hauptfachs können Kommunikations- und Medientheorien und Methoden der Arbeits- und Berufsfeldforschung verstehen und auf dem Niveau fortgeschrittener Anfänger vermitteln und diskutieren.
  • Die Absolventinnen und Absolventen sind in der Lage, die erworbenen Kenntnisse angemessen zu reflektieren, auszudrücken und auf soziale oder praktische Probleme und Fragestellungen angemessen anwenden zu können. Daneben befähigen sie die in den einführenden Vorlesungen, Seminaren und Übungen vermittelten propädeutischen und methodischen Kenntnisse und die interdisziplinäre Ausrichtung zu einer kritischen Auseinandersetzung mit basalem Fachwissen. Dies haben sie im Rahmen von Seminararbeiten und im Falle eines Hauptfachstudiums auch in der Bachelorarbeit gezeigt.
  • Die Absolventinnen und Absolventen können das erlernte theoretische und methodische Wissen auf eine abgeleitete Forschungsfrage aus einem zentralen Bereich der Kommunikationswissenschaft wie zum Beispiel der Wirkungs- oder Journalismusforschung anwenden - wie die Hauptfachstudierenden insbesondere im Rahmen ihrer Abschlussarbeit bewiesen haben.

Befähigung zu einer qualifizierten Erwerbstätigkeit

Mit einem Abschluss des BA Kommunikationswissenschaft werden die Studierenden auf die vielfältigen Berufsfelder im Feld der Massenkommunikation sowie für die Aufnahme eines anschließenden Masterstudienganges vorbereitet.

  • Die Studierenden besitzen am Ende des Studiums Fähigkeiten, die in allen massenmedialen Berufsfeldern relevant sind. Sie sind beispielsweise in der Lage, Medienangebote zu konzeptionieren und inhaltlich sowie technisch zu produzieren. Als typische Beschäftigungsfelder gelten dabei u.a. Journalismus, PR, Werbung und Meinungsforschung sowie schließlich die Universität.
  • Die Absolventinnen und Absolventen haben ferner in Seminaren und Übungen erlernt, wissenschaftliches Wissen mit den Anforderungen beruflicher Praxis zu verknüpfen und anzuwenden. Die Absolventinnen und Absolventen des Hauptfach-Angebots sind nach der erfolgreichen Teilnahme an Vorlesungen, Übungen und Forschungsseminaren in der Lage, verschiedene qualitative und quantitative Verfahren (z.B. Befragungen, Experteninterviews, quantitative und qualitative Inhaltsanalysen) zu vergleichen und das für Studien sowohl im wissenschaftlichen als auch im angewandten Forschungskontext adäquate Verfahren auszuwählen und anzuwenden.
  • Sowohl in den wissenschaftlich-orientierten als auch in den praxisorientierten Veranstaltungen der Modulgruppe BAIV haben die Studierenden Grundlagen des Projekt- und Zeitmanagements erlernt. Daher sind Absolventinnen und Absolventen in der Lage, auch mittelgroße Projekte zu planen, zu koordinieren und fach- und zeitgerecht zu realisieren. Da sie dies vielfach in Arbeitsgruppen vollbracht haben, können sie sich mit mehreren Beteiligten an einem Projekt problemlos koordinieren. Durch die abschließenden Reflexionsrunden in den Lehrveranstaltungen sind die Absolventinnen und Absolventen zudem in der Lage, ihre Arbeit kritisch zu reflektieren und Rückschlüsse für künftige Projekte zu ziehen.

Persönlichkeitsentwicklung

Das Studium der Kommunikationswissenschaft soll die Studierenden auch in den Bereichen Selbsteinschätzung und Eigenständigkeit schulen:

  • Die Absolventinnen und Absolventen haben durch die eigenständige Auswahl von Lehrveranstaltungen ihre individuelle Lern- und Studienorganisation entwickelt.
  • Die Absolventinnen und Absolventen sind nicht nur in der Lage, die erworbenen Kenntnisse im Berufsleben anzuwenden, sondern sind auch befähigt, die erworbenen Lernstrategien im weiteren Berufsleben anzuwenden (lebenslanges Lernen).
  • Die Absolventinnen und Absolventen haben im BA-Studiengang Kommunikationswissenschaft in den unterschiedlichen Arbeitsfeldern im Medienbereich verschiedene berufliche Selbstbilder kennengelernt und können reflektiert damit umgehen. Im Journalismus reicht dies beispielsweise von kritischen über vermittelnde bis hin zu unterhaltenden Rollenselbstverständnissen. Die Studierenden kennen die spezifischen Anforderungen in diesen unterschiedlichen beruflichen Selbstbildern und können somit einschätzen, welches Arbeitsfeld im Allgemeinen und welches berufliche Selbstbild im Konkreten zu ihnen passt.

Gesellschaftliches Engagement

Die gesellschaftliche Perspektive ist im gesamten Studium ein zentraler Aspekt. Die Studierenden lernen, wie grundlegend wichtig Medien bzw. Journalismus für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft sind – und wie wichtig ihr Beitrag sein wird, wenn sie später in diesem Feld tätig sind.

  • Die Studierenden können nach ihrem Abschluss gesellschaftliche und mediale Prozesse kritisch, reflektiert sowie mit Verantwortungsbewusstsein mitgestalten.
  • Absolventinnen und Absolventen kennen die gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Folgen ihres Handelns in der Massenkommunikation.
  • Der kommunikationswissenschaftliche Blick auf gesellschaftliche Phänomene versetzt Studierende in die Lage, bestimmte Konfliktpotenziale und Herausforderungen werturteilsfrei gegeneinander abzuwägen.

Qualifikationsziele des Masterstudiengangs Kommunikationswissenschaft

Im viersemestrigen MA-Studiengang Kommunikationswissenschaft wird ein aufbauender berufsfeld- und wissenschaftsqualifizierender Masterabschluss erworben, der in überzeugender Weise zu einer qualifizierten Tätigkeit in Berufsfeldern der Kommunikationswissenschaft sowie zu einem Promotions-Studium befähigt.

Wissenschaftliche Befähigung

Aufbauend auf dem Bachelor-Niveau geht es im Masterstudium nicht mehr nur um das Kennen und Anwenden von Modellen, Theorien und Methoden empirischer Sozialforschung, sondern auch um einen reflektierenden Vergleich sowie die Fähigkeit zum kritischen Hinterfragen.

  • Nach der erfolgreichen Teilnahme an Vorlesungen und Forschungsseminaren verfügen die Absolventinnen und Absolventen über tiefgehende Fachkenntnisse z.B. zu organisationstheoretischen Ansätzen, überblicken die Zusammenhänge der Kommunikationswissenschaft und besitzen die Fähigkeit, selbstständig Lösungsansätze für komplexe Probleme des Fachs zu entwickeln.
  • Absolventinnen und Absolventen des Masterstudienganges sind nach der erfolgreichen Teilnahme an Forschungsseminaren in der Lage zu entscheiden, welche theoretische Perspektive zur Beschreibung und Erklärung einer Forschungsfrage besser geeignet ist als ein alternativer Ansatz.
  • Die Absolventinnen und Absolventen können zu einer eigenständig entwickelten Forschungsfrage ein größeres Forschungsvorhaben durchführen, wie sie in ihrer Masterarbeit gezeigt haben.

Befähigung zu einer qualifizierten Erwerbstätigkeit

Im Masterstudium erlernen die Studierenden neben den für die Berufspraxis wichtigen theoretischen und methodischen Inhalten sowie Kompetenzen weitere überfachliche Kompetenzen.

  • Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs sind in der Lage, ihr Lernen unter bewusster Anwendung eigener Lernstrategien selbstständig und zielorientiert zu organisieren und sich so auch komplexere Themen nicht nur anzueignen, sondern auch einen Transfer zu aktuellen Entwicklungen bzw. Fallbeispiele zu leisten. Dazu übernehmen die Studierenden insbesondere in den Übungen und Seminaren deutlich aktivere Rollen bei der Gestaltung ein, als dies beispielsweise im BA-Studiengang der Fall ist.
  • Die vertiefende methodische Ausbildung in der sozialwissenschaftlichen Datenerhebung und -analyse sowie der breite theoretische Fokus versetzt die Studierenden in die Lage, komplexe Forschungsdesigns z.B. in der Marktforschung zu konzipieren und durchzuführen.
  • Absolventinnen und Absolventen sind damit zum Zeitpunkt ihres Berufseinstiegs in der Lage, die Arbeit von kleinen Arbeitsgruppen zu koordinieren und zum Erfolg zu führen.

Persönlichkeitsentwicklung

Der MA-Studiengang Kommunikationswissenschaft soll die Studierenden neben fachlichen Inhalten auch in den Bereichen Selbsteinschätzung und Eigenständigkeit schulen.

  • Die größere Selbstorganisation des Lernens in den Veranstaltungen des Masterstudiengangs führt dazu, dass die Studierenden in der Lage sind, Konflikte z.B. in Gruppenarbeiten zu moderieren.
  • Die Absolventinnen und Absolventen haben in den Veranstaltungen erlebt, unterschiedliche Zugänge und Perspektiven nicht als Problem, sondern als Bereicherung bei der Diskussion kommunikationswissenschaftlicher Fragen zu begreifen. Sie können unter Einbindung der Perspektivenvielfalt konstruktive, kreative Lösungen entwickeln.
  • Die Absolventinnen und Absolventen haben Vorstellungen zur persönlichen beruflichen Weiterentwicklung erlangt und können sich zielorientiert selbstständig neues Wissen erschließen.

Gesellschaftliches Engagement

Analog zum reflektierten Umgang mit kommunikationswissenschaftlichen Theorien und Methoden werden in vielen Veranstaltungen des MA-Studiengangs Kommunikationswissenschaft die Folgen dieser Themen im Allgemeinen und ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen im Besonderen reflektiert.

  • Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs kennen nicht nur Konfliktpotentiale und Herausforderungen von Tätigkeiten in der Massenkommunikation. Sie sind auch in der Lage, diese mit Hilfe kommunikationswissenschaftlicher Theorien und von Forschungsergebnissen abwägend zu diskutieren und schließlich eigenständig normativ zu bewerten.
  • Nach dem Abschluss des Masterstudiengangs Kommunikationswissenschaft haben die Absolventinnen und Absolventen gelernt, ihr eigenes Handeln zu hinterfragen und zu reflektieren, so dass sie handlungsfähige Akteure in den verschiedenen Feldern der Massenkommunikation sind.
  • Die Studierenden können nach ihrem Abschluss in souveräner Art und Weise gesellschaftliche und mediale Prozesse kritisch, reflektiert sowie mit Verantwortungsbewusstsein maßgeblich mitgestalten.