Die digitale Welt spielend begreifen -Ein integratives Konzept zur digitalen Bildung in der Vor- und Grundschule

Bericht des Fränkischen Tags vom 09.07.2017

Welches Kind daddelt nicht gerne am Smartphone oder Tablet?
Doch wie funktionieren eigentlich digitale Medien?

Anlässlich des Besuchs der Bundestagsvizepräsidentin und ehemaligen Bildungsministerin Edelgard Bulmahn lud die Forschungsgruppe Elementarinformatik (FELI) Gäste aus Bildung, Wirtschaft und Politik an die Otto-Friedrich-Universität Bamberg ein, um über ihr preisgekröntes Konzept zur digitalen Bildung in der Vor- und Grundschule zu informieren.

Um die digitale Welt begreifbar zu machen, entwickelt die interdisziplinäre Forschungsgruppe unter der Leitung von Professorin Dr. Ute Schmid Unterrichtskonzepte, die Medienbildung mit informatischer Bildung verzahnen. Das didaktische Konzept ist so gestaltet, dass Kinder nicht nur handlungsbezogene Medienkompetenzen erwerben, sondern übertragbare Wissensstrukturen aufbauen können. Die Kinder sollen durch die Materialien zu der Frage „Wie funktioniert das?“ angeregt werden und durch entdeckendes und forschendes Lernen die digitale Welt begreifen.
Die Konzepte sind schwerpunktmäßig für die Grundschule entwickelt, Varianten und Erweiterungen werden für die Vorschule und die Sekundarstufe I entwickelt. Bereits seit 2008 bietet die Gruppe Workshops in Kindertagesstätten, Grundschulen und Nachmittagsbetreuungen an. Eine Besonderheit ist dabei, dass die praktischen Workshops durch systematische Evaluationen begleitet und weiterentwickelt werden.

Dank der Förderung durch die Technologie Allianz Oberfranken, die Hermann Gutmann Stiftung, die GasVersorgungSüddeutschland und die interne Forschungsförderung der Universität Bamberg  entstand hieraus eine „Experimentierkiste Informatik“, die nicht nur anschauliche Materialien, sondern auch ein Handbuch und ergänzend einen e-Learning-Kurs für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte umfasst. Die Begleitmaterialien beinhalten didaktische Konzepte und Anregungen für die selbstständige Einbindung der Inhalte in den Unterricht.

Professor Dr. Frithjof Grell, Vizepräsident Lehre, begrüßte die Gäste im Namen der Universitätsleitung und hob die Besonderheit der Universität Bamberg hervor: Bamberg ist einer der wenigen Hochschulstandorte in Deutschland, an dem Elementarpädagogik, Lehramtsausbildung und Informatik zusammentreffen und sich hierdurch die Chance auf eine wertvolle, interdisziplinäre Zusammenarbeit im Bereich der digitalen Bildung ergibt.

Frau Bulmahn zeigte sich von den präsentierten Materialien hochangetan und betonte, dass es genau solcher Konzepte bedarf, um den Digitalpakt Schule wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig für die praktische Umsetzung geeignet mit Leben zu füllen. Dies wurde auch von Monika Heller von der Ferdinand-Dietz-Schule in Memmelsdorf bescheinigt, die die Experimentierkiste bereits selbst im Unterricht eingesetzt hatte. Sie betonte insbesondere die handlungs- und kompetenzorientierte Gestaltung der Materialien, die alle Kinder gleichermaßen ansprach und motivierte, sich auf spielerische Weise die digitale Welt zu erschließen.