Subjektive Krankheitsannahmen bei Adipositas

Projektleitung: Dr. phil. Stefanie Schroeder (Universität Bamberg)

Theoretischer Rahmen: Adipositas ist weit verbreitet und eines der größten Gesundheitsprobleme unserer Zeit. Die WHO hat Adipositas als chronische Erkrankung klassifiziert. Ein weit verbreitetes Modell zur Erklärung von Determinanten des Umgangs mit und der Bewältigung von chronischen Erkrankungen ist das Common-Sense-Modell (CSM) der Selbstregulation nach Leventhal. Nach diesem Modell werden kognitive und emotionale subjektive Repräsentationen als wichtige Einflussfaktoren auf die krankheitsbezogene Selbstregulation angenommen. Dazu gehören z. B. Annahmen und Vermutungen über Ursachen, Symptome, Dauer und Verlauf der Krankheit. Subjektive Krankheitsrepräsentationen helfen die Krankheit besser zu verstehen, wodurch diese subjektiv kontrollierbarer erscheint. Zudem sind sie wichtig für die Krankheitsbewältigung, da aus ihnen mögliche subjektive Bewältigungsstrategien abgeleitet werden. Subjektive Krankheitsrepräsentationen könnten somit einen entscheidenden Einfluss auf die Prävention und Therapie von Adipositas haben.

Das CSM und die zentrale Rolle der subjektiven Krankheitsrepräsentationen hat sich bei verschiedenen chronischen Erkrankungen (z. B. Diabetes mellitus, Asthma) empirisch bewährt. Bei Adipositas gibt es bislang erste Hinweise darauf, dass Betroffene ungünstige Annahmen zu Ursachen des Übergewichts und dessen subjektiv erlebter Kontrollierbarkeit berichten. Darüber hinaus zeigen einige Studien Assoziationen mit der subjektiven Überzeugung Gewicht reduzieren zu können und mit gewichtsrelevantem Verhalten (Ernährung, Bewegung). Es fehlt bislang jedoch ein vertieftes Verständnis der subjektiven Krankheitsrepräsentationen bei Adipositas und deren Assoziationen zu relevanten bio-psycho-sozialen und Verhaltensfaktoren. Diese Forschungslücke soll mit dem aktuellen Forschungsvorhaben geschlossen werden.

Methode: Es erfolgt eine online-basierte Befragung adipöser Personen zu subjektiven Krankheitsrepräsentationen mittels des Illness-Perception-Questionnaires. Zusätzlich werden weitere bio-psycho-sozialen und Verhaltensfaktoren erhoben (u.a. somatische Begleit- und Folgeerkrankungen, (Selbst-)Stigmatisierung, Selbstwirksamkeit, Emotionsregulation, Wohlbefinden, Essverhalten).

Zeitraum: Seit Januar 2017

Laufende Abschlussarbeiten im Rahmen des Forschungsprojektes: Carmen Henning (Masterarbeit)