Das „Humboldt-Haus“ in Ecuador

Bamberger Bauforscher untersuchen und dokumentieren historische Berghütte des Universalgelehrten auf 4000 Metern Höhe

Die Erforschung der sogenannten „Allee der Vulkane“ in Ecuador gehört zu den Höhepunkten der Forschungsreise Alexander von Humboldts nach Südamerika. Die am Fuße des Antisana gelegene Berghütte, in der Humboldt sein Basislager für einen Besteigungsversuch des über 5.700 m hohen Vulkans aufschlug, gehört zu den wenigen authentischen Zeugnissen der Anwesenheit des Forschers auf dem Kontinent.

Um dieses für Ecuador und Deutschland gleichermaßen wichtige Erbe zu erhalten, haben Anna Nöbauer M.A. und Leonhard Salzer M.A. aus dem Projektteam von Dr. Tobias Arera-Rütenik im Arbeitsbereich Bauforschung am KDWT (Prof. Dr. Stefan Breitling) in Kooperation mit der freien Denkmalpflegerin Dr. des. Annegret Haseley Ende Juni das Bauwerk umfassend dokumentiert. Dabei wurden unter anderem moderne Structure-from-Motion-Methoden eingesetzt, die das Gebäude und seine Einbettung in die Umgebung dreidimensional abbilden.

Die Ergebnisse dienen zum einen dazu, die Baugeschichte des mehrfach erweiterten und reparierten Gebäudes zu klären, um den Zustand zur Zeit von Humboldts Aufenthalt zu rekonstruieren. Das Interesse der Forscher wecken dabei auch Bautechniken, die auf Bautraditionen der Andenregion zurückgehen. Die Unterlagen werden zum anderen den ecuadorianischen Verantwortlichen zur Verfügung gestellt, um Erhaltungsmaßnahmen für die durch das raue Bergklima sowie die seismische Aktivität beeinträchtigten Bausubstanz auszuarbeiten und damit den langfristigen Erhalt des wertvollen Denkmals für die Zukunft zu sichern.

Besondere Aufmerksamkeit wird dem Objekt durch das Humboldt-Jahr 2019 zuteil. Bereits zu Jahresbeginn besuchte der Bundespräsident die Berghütte.