Emotion und Erbe

Emotionale Aspekte in Bezug auf Denkmalbetrachtung und –bewertung spielten zu Beginn der Theoriebildung des Faches eine ausschlaggebende Rolle, sei es bei Dehios Vorstellungen der ‚Pietät‘ dem Denkmal gegenüber oder bei dem von Riegl konstatierten ‚Alterswert‘. Im Zuge der Verwissenschaftlichung des Faches vor dem Hintergrund eines positivistischen Wissenschaftsverständnisses verloren emotionale Herangehensweisen an das Denkmal jedoch an Bedeutung. Gleichzeitig behielten emotionale Aspekte in der praktischen Auseinandersetzung mit dem gebauten Erbe zeitübergreifend ihre Relevanz. Die so stattgefundene Verkürzung des Denkmalkonzeptes erschwert die fachliche Auseinandersetzung mit spezifischen Phänomenen wie beispielsweise der emotional aufgeladenen Instrumentalisierung baulichen Erbes im Kontext nationaler Identitätsbildung. Der Forschungsschwerpunkt Emotion und Erbe möchte daher – vor dem Hintergrund aktueller internationaler Forschungen zum emotional turn – Erbe als (auch) emotionalen Prozess begreifen und untersuchen um so den Weg zu einem breiteren Verständnis und neuen Erklärungsmodellen zu öffnen.


Ansprechpartnerinnen

Stephanie Herold
Svenja Hönig

Publikationen aus dem KDWT
Herold, Stephanie: „Nicht, weil wir es für schön halten“. Die Rolle des Schönen in der Denkmalpflege. Bielefeld 2018.