Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften

Judaistik

Wenn es noch eines Beweises für die tiefe Verbundenheit der fränkischen Landjuden mit ihrer Heimat bedurft hätte: Erstaunt standen drei Besucherinnen des Friedhofes Zeckendorf vor dem hier abgebildeten Grabstein und mühten sich um die Entzifferung des Namens: Plum? Pflaum? Das konnte doch wohl nicht sein! Bis man sich der fränkischen Eigenart erinnerte, zwischen dem weichen und dem harten b nicht allzu gründlich zu unterscheiden...Blum, also. Na bitte.

Seither ist viel geschehen. Eine Gruppe sehr engagierter Studierender und Gasthörer brach zu mehreren Foto- und Vermessungsexkursionen nach Walsdorf auf. Tausende Bilder bevölkern die Festplatten, die nun "nur" noch auf ihre Entzifferung warten; in mühevoller Kleinarbeit entstand ein neuer digitaler Plan des Geländes. Material zu Beerdigungsriten und zum Entziffern der Steine wurde erarbeitet, das Lesen von Grabsteinen immer wieder geübt. Darüber hinaus wurde die begleitende historische Forschung thematisiert, das Lesen und Deuten von Dokumenten aus der Frühen Neuzeit.

Die Gruppe besuchte das Stadtarchiv Bamberg und wurde von dessen Leiter, Dr. Zink, kundig in die Bestände eingeführt. Frau Dr. Hanemann, Direktorin der Bamberger Museen, stellte die Objekte und Sammlungen der Museen zur jüdischen Geschichte Bambergs vor. Gastvorträge zu Kultur und Spiritualität der Landjuden, zur hebräischen Epigraphik rundeten das Bild. 

Erste Kontakte zu potentiellen Mitstreitern und Kommunen in der Umgebung sind geknüpft, bereits vorhandenes Material konnte gesichtet und wird bearbeitet werden. Aber es gibt noch ziemlich viel zu tun. Daher: auf ein Neues im kommenden Semester!