Stein und Name: Die Familie Feiss

Manches Mal hat Wissenschaft auch ihre magischen Seiten. Ein Mensch, dessen Tod lange zurückliegt, läuft einem beharrlich wieder und wieder über den Weg. So geschah es auch im Projekt Jüdisch-Fränkische Heimatkunde. In diesem Fall handelte es sich um Léon-Löb Feust, einen Sohn des Bamberger Rabbiners Uri Feiss, dessen Lebenslauf (wenn er denn rekonstruiert sein wird) Romanqualitäten zeigen könnte.

Sein Vater Uri, der von 1797 bis zu seinem Tod 1802 Rabbiner von Bamberg war, wird von Rabbiner Dr. A. Eckstein - von dessen 1898 erschienenen Werk zur Geschichte der Juden Bambergs noch beinahe jede/r seine Informationen zum Thema bezieht - als nicht sehr bedeutend eingestuft. Ist das wirklich so?

Sein Sohn Löb-Leo, der "Sprachlehrer und Atheist" gewesen sein soll, bringt sich jedenfalls beharrlich in Erinnerung. Sei es durch seine Bücher in der Staatsbibliothek, durch Akten oder eben Grabsteine. Ein Sohn Josef, und mindestens ein Enkel Uris wurden Ärzte. Eine traditionell-jüdische Familie, die ganz offensichtlich im Umbruch zur Moderne steht.

Léons Mutter Bräunla, deren Grab auf dem Foto zu sehen ist, muss viel erlebt und erlitten haben, bevor sie im Jahre 1844, 92-jährig, starb. Sie wird in der Inschrift als "Mutter Israels" und beharrliche Wohltäterin gepriesen.