Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften

Katholische Theologie

»Update Theologie« 2015

Öffentliche Vorträge zum Stand theologischer Forschung im Sommersemester 2015

Dienstag, 21. April 2015
Auferstehung im Film
. Altes und Neues in Sachen Christologie
Prof. Dr. Jürgen Bründl
18:00 Uhr; Hörsaal U2/00.25, An der Universität 2
anschließend: Empfang des Instituts für Katholische Theologie

Dienstag, 19. Mai 2015
David und Salomo – fact oder fiction? Archäologische Forschungen revolutionieren das biblische Geschichtsbild
Prof. Dr. Klaus Bieberstein
18:00 Uhr; Hörsaal U2/00.25, An der Universität 2

Dienstag, 9. Juni 2015
Tiere als Götter? Götter als Tiere! Eine kleine Verteidigung des Heidentums (innerhalb und außerhalb der Bibel)
Prof. Dr. Joachim Kügler
18:00 Uhr; Hörsaal U2/00.25, An der Universität 2

Dienstag, 23. Juni 2015
Mehr als Sex und Gender. Die Bischofssynode 2015 in der Diskussion
Prof. Dr. Thomas Weißer (Laubach)
18:00 Uhr; Hörsaal U2/00.25, An der Universität 2

Dienstag, 7. Juli 2015
Mehr als Information
»von gestern«. Neue Wege, Kirchengeschichte im Religionsunterricht zu thematisieren
Prof. Dr. Konstantin Lindner
18:00 Uhr; Hörsaal U2/00.25, An der Universität 2

Abschlussbericht

Das Institut für Katholische Theologie etablierte mit »Update Theologie« eine neue Veranstaltungsform an der Universität Bamberg, die aktuelle theologische Forschungsergebnisse für Interessierte aus verschiedenen Kontexten präsentiert. Vor allem ehemalige Absolventen der Theologie wie Lehrerinnen und Lehrer, Priester, Pastoralreferentinnen und -referenten sowie Gemeindereferentinnen und -referenten können mit diesem Angebot, Fragen, die im eigenen Studium noch nicht so ge­stellt oder noch anders beantwortet wurde, neu reflektieren. Aber auch an Studierende richtet sich die Veranstaltungsreihe. »Update Theologie« will dabei helfen, sich theologisch auf dem Laufenden zu halten. Im Sommersemester 2015 wurde die Reihe zum ersten Mal durchgeführt. Die fünf Abende besuchten jeweils etwa 50 bis 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Jürgen Bründl, Inhaber des Lehrstuhls für Fundamentaltheologie und Dogmatik, eröffnete die Reihe der Fortbildungsveranstaltung mit einem Vortrag zum Thema »Auferstehung im Film«. Im Zentrum standen Inszenierungsformen und Inszenierungsprobleme, die sich bei der Veranschaulichung der Wirklichkeit von Erlösung stellen. Anhand szenischer Beispiele aus so unterschiedlichen Filmgenres wie Drama, Science-Fiction- und Actionfilm, aber auch von Evangelienverfilmungen machte Bründl cinematografische Strategien zum Thema, die überraschender Weise auf die Unsichtbarkeit Gottes zeigen, um in die Rettung der Welt eine göttliche Signatur einzuzeichnen. Die Ambivalenz der Film-Bilder, die aus dem Paradox einer Veranschaulichung des Unzeigbaren entspringt, fordert die Deutekompetenz des Zuschauers und das theologische Verständnis heraus. Gerade damit, so die Kernthese Bründls, kann der christliche Glaube, der doch auf das hofft, was man (noch) nicht sieht, aktuell die intellektuelle wie existenzielle Bewährung seiner Glaubwürdigkeit finden.

Der Alttestamentler Klaus Bieberstein gab unter dem Titel »David und Salomo – fact oder fiction? Archäologische Forschungen revolutionieren das biblische Geschichtsbild« Einblicke in seine Forschungen zur Geschichte Jerusalems. (weitere Infos folgen in Kürze)

Joachim Kügler, Neutestamentler, stellte bei seinem Vortrag »Tiere als Götter? Götter als Tiere!« mit zahlreichen Bildern die ägyptische Tradition der heiligen Tiere vor. Er berichtete von der jüdisch-christlichen Ablehnung dieser Religionsform und zeigte, wie sie doch Einfluss auf biblische Texte (und christliche Kunst) nahm. Zudem machte er deutlich, dass Tiere bzw. die Tiergestalten im ägyptischen Kontext die Qualitäten und Aspekte einer Gottheit thematisieren, nicht aber die Gottheit selbst darstellen. Kügler bestimmte das Tier als »Leib-Sakrament«, als »lebendige Kultstatue der Gottheit«. Abschließend stellte er die Frage, ob ein sachgemäßes Verständnis der Tierverehrung nicht auch neue Perspektiven für heutige Christologie und Sakramentenlehre eröffnen könnte.

In seinem Vortrag »Mehr als Sex und Gender« stellte Thomas Weißer (Laubach), Lehrstuhl für Theologische Ethik,die jüngsten Entwicklungen in Fragen der Sexual- und Beziehungsethik im Kontext der bevorstehenden Bischofssynode im Herbst 2015 in Rom dar. Er machte deutlich, dass kontroverse Themen wie der Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen oder Homosexualität vor allem über die Frage nach der Bedeutung der Lebenswirklichkeit debattiert werden. In diesem Kontext wies Weißer darauf hin, dass Papst Franziskus selbst klare Positionierung bezogen hat, indem er in seinen Texten und Reden stets den Vorrang des Evangeliums vor der Moral betonte. Vor diesem Hintergrund sezierte der Vortrag die Stärken und Probleme einer lehramtlichen ›Familienmoral‹ und zeigte mögliche Optionen der Bischofssynode auf.

Der Religionsdidaktiker Konstantin Lindner thematisierte, warum Kirchengeschichte »Mehr als Information ›von gestern‹« ist. Ausgehend von aktuellen empirischen, theologischen und soziologischen Befunden zeigte er auf, was beim Lernen an kirchengeschichtlichen Inhalten im Religionsunterricht zu beachten ist, damit Schülerinnen und Schüler dabei persönlich Bedeutsames identifizieren können. Lindner machte deutlich, dass im Horizont religiöser Bildung eine Auseinandersetzung mit Kirchengeschichte unter anderem motivieren sollte, nach unterschiedlichen Möglichkeiten, den christlichen Glauben in verschiedenen Zeiten und Kontexten zu leben und zu gestalten, zu fragen. Im Anschluss an sein Referat präsentierte er »Neue Wege, Kirchengeschichte zu thematisieren«, indem er den anwesenden Gästen Unterrichtsentwürfe vorlegte, die sie in Kleingruppen analysierten und auf Chancen sowie Grenzen hin befragten.