Institut für Archäologische Wissenschaften, Denkmalwissenschaften und Kunstgeschichte

Denkmalwissenschaften

Profil des Studiengangs

Fortschreitende Digitalisierung auch in der Denkmalpflege

Seit der Einführung der Denkmalschutzgesetze in Deutschland Mitte der 1970er Jahre sind die Techniken der Bestandsdokumentation, der technischen Analyse, der Wissensarchivierung und des Wissenstransfers sowie der Bauwerkserhaltung stetig weiter entwickelt worden. Zugleich stellen die laufende Umstellung auf digitale Erfassungs-, Analyse- und Archivierungstechniken, aber auch die neue Anforderungen wie etwa die Energieeinsparinitiative des Bundes die Akteure vor Ort, die Landesdenkmalämter und Kommunen zunehmend vor neue Herausforderungen.

Die Digitalisierung lässt erstmals eine durchgängige Erfassung und Verarbeitung aller relevanten Daten sowie die Zusammenführung der in der Denkmalpflege angewendeten digitalen Verfahren zu.

Themen und Ziele des Studiengangs

Der Studiengang soll die gegenwärtigen digitalen Erfassungs-, Archivierungs-, Analyse-, Monitoring-, Simulations-, Planungs- und Kommunikationsverfahren im Bereich der Bau- und Bodendenkmalpflege und des Kulturgüterschutzes vermitteln, das Entwicklungspotential der digitalen Techniken ausloten und ihre fachübergreifenden Vernetzungsmöglichkeiten weiter verbessern.

Thematisiert werden gegenwärtige Fragen der inhaltliche Ausgestaltung innerhalb der Denkmaltechnologien und ihre Einbindung in die Digital Humanities sowie Aspekte der Standardisierung, der nachhaltigen Datenbewirtschaftung, der Wissensdistribution, vor allem aber der Vernetzung, Einführung, Verbreitung und Weiterentwicklung des technischen Instrumentariums.

Studienziel sind die Vermittlung von Anwendungskompetenzen in den digitalen Denkmaltechnologien und ihren denkmalpflegerischen und technischen Grundlagen und das Erlernen der Beurteilungsfähigkeit der eingesetzten Methoden hinsichtlich der Nachhaltigkeit von Materialien und Konstruktionen unter bestimmten Anforderungs- und Nutzungsbedingungen oder des Alterungsverhaltens historischer Objekte. Zugleich soll ein Bewusstsein für ihre kulturelle Bedeutung als Wissensspeicher, als historische Quelle sowie als Elemente regionaler Kulturen vermittelt werden.

Dazu werden in enger Abstimmung mit der institutionalisierten Denkmalpflege, den Landesdenkmalämtern, den Objektverwaltungen und Planungsämtern sowie fachspezifischen Forschungseinrichtungen anwendungsorientierte Studienprojekte angeboten. Dabei werden Technologien für spezielle Aufgaben ebenso wie für den breiten Einsatz erprobt, konkrete Aufgabenstellungen aus der Praxis bearbeitet und das Entwicklungspotential der Technologien in der Praxis ausgelotet.

Unterscheidungsmerkmale

Der Studiengang ist eine auf die digitalen Technologien in der Denkmalpflege spezialisierte Ausbildung mit hohem technischem Anteil, die auf komplexe Anwendungen im High-End-Bereich vorbereitet.

Der ebenfalls von der Abteilung Denkmalwissenschaften durchgeführten Masterstudiengang Denkmalpflege/Heritage Conservation vermittelt als Master of Arts (MA) hingegen die ganze Bandbreite des für die Denkmalpflege und den Kulturgüterschutz relevanten Fachwissens.

Zielgruppe

Der Studiengang Digitale Denkmaltechnologien richtet sich an Bachelor-Absolventen aus den Ingenieurwissenschaften insbesondere dem Bauingenieurwesen, der Architektur, dem Restaurierungswesen, der Kulturgutsicherung, der Informatik, den Digital Humanities, der Vermessungskunde, der Geographie, der Archäologie, dem Kulturmanagement oder dem Kommunikationsdesign mit dezidiert technischer und mathematischer bzw. technisch-naturwissenschaftlicher Vorbildung.

Das Studienprogramm ist für diese sehr heterogene Zielgruppe so organisiert, dass je nach der vorhandenen ‚Vorbildung‘ die fehlenden Grundlagen in ganz unterschiedlichen Bereichen durch einen auf die jeweiligen Studierenden zugeschnittenen Studienplan ergänzt werden können und die Auswahl der Vertiefungsmodule und Spezialisierungen im jeweils gewünschten Interessenbereich weiterqualifiziert.

Dabei soll es nicht um die Angleichung, sondern um die gezielte Erweiterung von Kompetenzen gehen, damit das interdisziplinäre Arbeiten und Verständnis der verschiedenen Fächerkulturen im Bereich der Denkmalpflege und Kulturgutsicherung zum Tragen kommen kann.