Die Polonisierung der Schule: Nationalstaatsbildung und Bildungssystem in der Zweiten Polnischen Republik (1918-1939)

Die Nationalstaatsbildung im Polen der Zweiten Republik (1918-1939) erfolgte unter schwierigen Bedingungen, da hier nach über einem Jahrhundert der Teilungen und staatlichen Nichtexistenz Polens (1772/93/95-1918) sehr verschiedene Verwaltungs-, Wirtschafts-, Bildungs- und Rechtssysteme, heterogene ethnische und konfessionelle Gruppen sowie unterschiedliche Kulturen, Lebensstile und Traditionen innerhalb weniger Jahre zu einem neuen ebenso geeinten wie vereinheitlichten "Nationalstaat Polen" verschmelzen sollten. Während politische, ökonomische und rechtliche Entwicklungen dieses konfliktreichen Vereinigungsprozesses in den letzten Jahren bereits vermehrt historisch untersucht worden sind, liegen bislang kaum Analysen zur Rolle des Bildungssystems als zentraler Wirkungsmacht im Kontext der Nationalstaatsbildung und -konsolidierung vor.

Das vorliegende Projekt will die Planungen, Maßnahmen und Folgen einer begonnenen Polonisierung der Schulen und Universitäten erforschen und damit die Bemühungen der neuen (bildungs-)politischen Eliten der Zweiten Republik um Nationalstaatsbildung sowie im Hinblick auf ein innergesellschaftliches nation building genauer in den Blick nehmen.

 

Veröffentlichungen im Rahmen dieses Projekts:

 

Monographien und herausgegebene Schriften:

Das Bildungssystem der Zweiten Polnischen Republik: Polen in der Zwischenkriegszeit (1918-1939), Münster: Monsenstein und Vannerdat, in Bearbeitung.

Aufsätze:

„Die „Polonisierung“ der Schule. Bildungssystem und innere Staatsgründung in der Zweiten Polnischen Republik,“ in: Das Bildungssystem der Zweiten Polnischen Republik: Polen in der Zwischenkriegszeit (1918-1939), herausgegeben von Malte Rolf, Münster: Monsenstein und Vannerdat, in Bearbeitung.