Matthias Kramer – ein barocker Nürnberger Sprachmeister mit europäischer Wirkung. Tagung der Matthias-Kramer-Gesellschaft zur Erforschung der Geschichte des Fremdsprachenerwerbs und der Mehrsprachigkeit, 17.–18. November 2017 Universität Bamberg.

Der in Köln gebürtige, aber überwiegend in Nürnberg wirkende Matthias Kramer (1640–1727) war der produktivste und prominenteste Sprachlehrer Deutschlands in den Jahrzehnten um 1700. Er verfasste voluminöse Lehrwerke und Wörterbücher, die mehrheitlich bei den führenden Nürnberger Verlagshäusern erschienen und eine ganze Reihe lebender Sprachen – neben den damals kulturell maßgeblichen Sprachen Französisch und Italienisch auch Spanisch und Niederländisch – mit dem Deutschen verbinden. Als Lexikograph war Kramer der erste, der seine Vokabeln durch die Mitteilung von Kontexten erläuterte. Fragen der Rechtschreibung und die Dialektunterschiede im Deutschen hat er ebenfalls thematisiert. Hervorgetreten ist Kramer weiterhin durch fachsprachliche Lehrbücher und Übersetzungen. Zu seinen Lebzeiten erschienen über 80 selbständige Publikationen unter seinem Namen, posthum weitere 56. Die Vielzahl an Werken, die sich in Bibliotheken in ganz Europa und sogar in Übersee finden, zeugen von Kramers breiter, bis ins späte 18. Jahrhundert anhaltender Rezeption.
Die interdisziplinäre Tagung würdigt Kramers Leistungen als Grammatiker, Lexikograph, Übersetzer und Sprachvermittler und stellt sie in ihre historischen, sprachwissenschaftlichen und sprachdidaktischen Kontexte. Damit soll diese zu Lebzeiten aufgrund ihrer Vielsprachigkeit, breiten philologischen Bildung und Erfahrung als Sprachlehrer europaweit bekannte, heute aber weitgehend vergessene Figur wieder stärker ins Bewusstsein gerückt werden.

Das Programm finden Sie hier(305.6 KB, 2 Seiten).