Geschichte vor Ort : Exkursion nach Landsberg - Utting - Dachau  

Aufbauend auf das theoretische Fundament der Vorlesung des Wintersemesters 07/08 bot die Exkursion eine inhaltliche und methodische Vertiefung.

Der erste Tag stand unter dem Schwerpunkt des regionalhistorischen Umgangs mit NS-Außenlagern: Dabei besuchte die zehnköpfige Gruppe zunächst das Areal des ehemaligen Lagers Kaufering III, auf welchem sich heute eine Schrebergartensiedlung befindet. Daraufhin ging es mit dem Kleinbus weiter zu der im Wald gelegenen ‚europäischen Holocaust-Gedenkstätte’ Kaufering VII. In diesem Zusammenhang erläuterte Prof. Freyberger die Kontroverse der Bürgervereinigung Landsberg um den Erhalt der fünf Finnenhütten, die der Unterbringung der Häftlinge dienten.

Nach dem anschließenden Besuch des Spöttinger 'Kriegsverbrecherfriedhofs', auf dem bis heute Täter und Opfer unter schlichten Holzkreuzen, die früher Namen trugen, unterschiedslos bestattet liegen, erkundete die Gruppe ein zunächst unscheinbar wirkendes Waldstück bei Utting am Ammersee. Unter der kundigen Anleitung von Tassilo Schmid, einem früheren Schondorfer Schüler von Herrn Freyberger und Mitglied des Schulprojekts „Spurensuche vor Ort – Wir rekonstruieren ein Außenlager Dachaus“, wurde den Bamberger Studierenden die Vorgehensweise und Ergebnisse des Projekts vorgestellt. Anhand einiger heute kaum mehr zuordenbarer Überreste, wie mehrerer Betonquader und eines kleinen Bunkers, erläuterte Tassilo Schmid die schwierige Aufarbeitungssituation.

Der Besuch des Hauptlagers Dachau füllte den gesamten nächsten Tag aus. Eingangs problematisierte Herr Prof. Freyberger die Planung eines Gedenkstättenbesuchs mit Schulklassen unter unterrichtspraktischen und organisatorischen Aspekten. Im Lager selbst erkundete die Gruppe Studierender in einem intensiven Rundgang die Gedenkstätte. Inhaltlich bildete die kürzlich neu konzipierte Dauerausstellung den Schwer- und Endpunkt der Exkursion.