Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften

Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft (Iris Hermann)

Poetikprofessur 2016: Clemens J. Setz

Die jüngste Hoffnung der deutschen Gegenwartsliteratur

Der 1982 in Graz geborene Autor, den Iris Radisch in der ZEIT „die jüngste Hoffnung der deutschen Gegenwartsliteratur“ nennt, setzt sich auf eine ganz eigene Weise mit der gesteigerten Informationsvielfalt in der virtuellen Welt auseinander. Mensch-Maschine-Inferenzen, neuro-physiologische Prozesse an Stelle einer traditionellen Psychologie, dies und mehr kennzeichnet die überaus präzise Wahrnehmung seiner Texte.

Clemens J. Setz hat schon als ganz junger Autor auf sich aufmerksam gemacht. 2007 veröffentlichte er seinen Debütroman Söhne und Planeten. Seitdem folgten die Romane Die Fre­quenzen (2009) und Indigo (2012), die beide auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises standen, zudem der Erzählband Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes, für den er 2011 den Preis der Leipziger Buchmesse erhielt. Weitere Veröffentlichungen umfassen den Gedichtband Die Vogelstraußtrompete (2014), die als Nacherzählungen deklarierte Textsammlung Glücklich wie Blei im Getreide (2015), sowie zahlreiche Artikel für die Wochenzeitung DIE ZEIT, die Süddeutsche Zeitung und das Literaturmagazin Volltext. 2015 gewann er mit dem viel beachteten Roman Die Stunde zwischen Frau und Gitarre den Wilhelm-Raabe-Preis.

Setz lotet in seinen Texten gleichermaßen ironisch-spielerisch wie tiefgründig-rätselhaft die Schatten-seiten der Gegenwart aus. Den Unsicherheiten einer immer unüberschaubarer werdenden und kaum mehr zu erfassenden Informationsvielfalt der virtuellen Welt begegnet er mit postmodernen Schreib-verfahren, bei der zuvorderst die Menschen und Dinge untersucht und beschrieben werden: „Es gibt mehr Dinge zwischen Mensch und Mensch als zwischen Himmel und Hölle“ (Die Stunde zwischen Frau und Gitarre).

Jugend und Langlebigkeit von Literatur bzw von Computerspielen

Unter dem Titel „Jugend und Langlebigkeit von Literatur bzw von Computerspielen“ wird Clemens Setz in vier Abendvorträgen über seine Texte sprechen:

  • Donnerstag, 16. Juni 2016
  • Donnerstag, 23. Juni 2016
  • Donnerstag, 07. Juli 2016
  • Donnerstag, 14. Juli 2016

Zeit: jeweils 20.00 Uhr s.t.
Ort: An der Universität 7 (U7/01.05)
Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.

An den genannten Tagen wird er zudem das parallel stattfindende Hauptseminar (Leitung Prof. Dr. Iris Hermann) besuchen und sich den Fragen der Studierenden stellen.

Internationales Forschungskolloquium (15.-16. Juli 2016)

Die Vorlesungsreihe endet mit einem Kolloquium: Journalistinnen und Journalisten, Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftler sowie der Autor selbst diskutieren am 15. und 16. Juli 2016 im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia über das Werk von Clemens Setz. 

Nähere Informationen bei: Prof. Dr. Iris Hermann, Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft.