Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften

Ältere deutsche Literaturwissenschaft

Grundbegriffe der Metrik und Strophenform

Vorbemerkung

Kenntnisse der Metrik sind eine notwendige Voraussetzung zur Analyse u.a. von Epos, Lied und Gedicht von Walther von der Vogelweide über Goethe bis hin zu Rilke und Fried. Darüber hinaus macht es sogar Spaß! Lassen Sie sich von niemandem etwas Gegenteiliges vor­machen. Mit dem entsprechenden Handwerkszeug ist die metrische Bestimmung einer Strophe ein dank­bares Feld in der Klausur. Der folgende Auszug aus dem epochemachenden Werk von Andreas Thalmayr, Lyrik nervt (Erste Hilfe für gestresste Leser / Hörer. München, Wien 2004, S. 15-16) soll Ihnen Mut und Lust machen:

Christian Morgenstern: Fisches Nachtgesang

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Fisches Nachtgesang: das tiefste deutsche Gedicht

Kann man Fisches Nachtgesang vorlesen? Wie würde sich das anhören?

Vielleicht so:

             blubb

          blibb blibb

    blubb blubb blubb

blibb blibb blibb blibb ... ?

 

Mittelalterliche Begriffe

daz liet =  einzelne Strophe; eine Strophenabfolge heißt

                 diu  liet; auch ein ganzes Epos kann liet genannt

                 werden (vgl. den Abschluß der Donaueschinger

                 Handschrift: daz ist der Nibelunge liet)

wort =      Text eines Gedichtes

wîse =      Melodie und metrische Form                            

dôn =       Melodie, Lied, Gesang; besteht aus wort und wîs

Das Nibelungenlied – eine gesungene Dichtung


Mittelalterliche Literatur war Vortragsdichtung zum Vorlesen, Vortragen und Singen. Sowohl das Epos als auch das Lied wurden gesungen.

           Nur wenige Melodien zur Lieddichtung sind überliefert (bei Walther

           von der Vogelweide fünf teilweise nur fragmentarisch überlieferte

           Melodien; vgl. die Überlieferung: allein in der großen Heidelberger

           Liederhandschrift sind etwa 440 Strophen dieses Dichters tradiert).

          Auch die Melodie zum Nibelungenlied ist nicht überliefert; zur Veran-

          schaulichung des denkbaren Gesangsvortrags wird die Melodie zum

          Jüngeren Hildebrandston (seit dem 15. Jh. überliefert) bzw. der

          Trierer- Marienklage oder dem Alsfelder Passionsspiel herangezogen

          (siehe dazu Ulrich Müller: Das Nibelungenlied - ein Sangvers-Epos.

          Notenbeisp. Aus: Studia niemcoznawcze 24, 2002, S. 381 – 393).

Die Strophen eines Liedes wurden auf die gleiche Melodie gesungen, so, wie Sie das aus U- und E-Musik kennen, auch die Strophen des Nibelungenliedes.

Der Takt bzw. die Hebungszahl


In der Regel liegt mittelhochdeutschen Versen musikalisch ein 2/4-Takt zugrunde, der sich aus einer betonten ersten und einer unbetonten zweiten Viertelnote zusammensetzt:

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Der 2/4-Takt kann auch durch zwei Achtelnoten und eine Viertelnote realisiert werden, wobei der Akzent auf der ersten Achtelnote liegt:

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Auch eine Realisierung durch eine Viertel- und zwei Achtelnoten ist möglich, wobei der Akzent auf der Viertelnote liegt:

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Ferner kann der 2/4-Takt auch durch zwei Noten mit einer Haupt- und einer Nebenbetonung realisiert werden:

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Der regelmäßige Wechsel von Hebungen und Senkungen (Alternation) ist maßgeblich für mittelhochdeutsche Verse. Er kann bisweilen wegen der möglichen flexiblen Handhabung in der Vortragssituation durch Silbeneinsparung oder –ergänzung hergestellt werden. Hierzu zählen Elision, Synalöphe, Apokope, Synkope, Krasis und Kontraktion.

In Ausgaben schwanken die Eingriffe aus metrischen Gründen von einer rigorosen metrischen Glättung bis hin zur Annahme, dass metrische Angleichungen vom Vortragenden selbst vorgenommen werden konnten. Daher tolerieren einige Herausgeber mittelhoch-deutscher Texte wie etwa Cormeau (Walther) und Moser/Tervooren (Minnesangs Frühling) metrische Variabilität zugunsten der Überlieferung.

Elision: beim Aufeinandertreffen von unbetonten Vokalen bei aufeinanderfolgenden Wörtern kann ein Vokal (meist das unbetonte e) elidiert, also nicht gesprochen werden (z.B.: daz mir noch werd[e] ir habedanc). Elision ist im Grunde eine Apokope bei Hiatus, da bei vokalischem Anlaut des folgenden Wortes der Nebensilbenvokal im Wortauslaut des zuerst stehenden Wortes elidiert werden kann. In Editionen werden Elisionen oft mit unter dem e gesetzten Punkt markiert ().

Apokope: ein unbetontes e im Auslaut kann wegfallen, besonders bei Kurzvokal + r und l, etwa bei ich var – ich fahre.

Synkope: ein unbetontes e im Inlaut kann wegfallen, besonders bei Kurzvokal + r und l, etwa bei varn – fahren.

Synalöphe: Verschmelzung unter Entstehung neuer Verbindungen, etwa da ist = dast

Krasis: ist verschmilzt mit daz  und Personalpronomen, etwa deist, dêst.

Kontraktion: zwischen Vokalen können die Medien b, d, g ausfallen bei gleichzeitiger Kontraktion der Vokale, etwa bei ligit – lît; segit – seit.

Metrische Bestimmung

Bei der metrischen Bestimmung ist die Taktzahl des Verses, der Versanfang und das Versende maßgeblich. Ein Vers besteht aus Hebungen (betonte Silben) und Senkungen (unbetonte Silben). Die Zahl der Hebungen ist die Hebungszahl. Den Wechsel von Hebungen und Senkungen bezeichnet man als Alternation. Zwischen zwei Hebungen können eine oder mehrere Senkungen stehen (Füllung), was auf die Hebungszahl keinen Einfluß hat. Einzelne Strophen eines zusammenhängenden Textes wurden auf dieselbe Melodie gesungen und müssen daher dasselbe metrische Schema aufweisen.

Metrik-Nomenklatur

Einige Zeichen haben sich zur metrischen Bestimmung eingebürgert, die allerdings nicht einheitlich verwendet werden; für das Nibelungenliedes empfiehlt sich folgende Beschreibung, die nachfolgend erläutert wird:

- der Auftakt, also die unbetonte Silbe am Versanfang, wird mit A markiert.

- Kadenzen

  • männlich voll: mv
  • weiblich voll: wv
  • stumpf: st
  • klingend: kl

- Hebungen

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1. Der Verseingang

Stehen vor der ersten Hebung des Verses eine oder mehrere unbetonte Silben, beginnt der Vers mit Auftakt (= A). Bei zwei Silben im Auftakt liegt ein zweisilbiger Auftakt vor. Die Auftaktregelung ist frei, das heißt, in einer Strophe können Verse mit oder ohne Auftakt stehen, und auch in den Folgestrophen kann die Auftaktsetzung differieren.

Wenn ein Vers mit einer Hebung endet und der darauffolgende Vers mit einem Auftakt einsetzt, handelt es sich um Synaphie; ist der folgende Vers ohne Auftakt, d.h., wenn er mit einer Hebung beginnt, so liegt Asynaphie vor.

2. Die Kadenz

Beim Versausgang spricht man von der Kadenz (also alles ab der letzten Hebung ist für den Versausgang maßgeblich). Endet der Vers mit einer Hebung, also einer betonten Silbe, liegt eine männliche Kadenz vor (m), endet er mit einer Senkung, also einer unbetonten Silbe, spricht man von einer weiblichen Kadenz (w).

Die Bezeichnungen männlich/weiblich hängen nicht mit geschlechts-orientierten Überlgungen zusammen, sondern rühren von der franzö-sischen Flexion her, vgl. grand (m) - grande (w).

Dieses Schema kann nach Andreas Heusler weiter differenziert werden: Heusler geht von einem Idealschema des Versbaus aus, nämlich von Vierhebern, also weisen nach seinem Schema alle mittelhochdeutschen (Epen-)Verse vier Hebungen auf. Da der Nibelungenvers aus zwei Versbestandteilen besteht, wird hier ein achttaktiges Schema angenommen.

Heusler war Nordist, der Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts publizierte. Von ihm stammt u.a. die dreibändige Deutsche Versgeschichte. Mit Einschluss des altenglischen und altnordischen Stabreimverses. (Erstauflage 1927) sowie die Geschichte der altdeutschen Verskunst. Breslau 1891 (Germanistische Abhandlungen VIII).

Folgende Kadenzen sind nach Heuslers Annahme eines viertaktigen Idealschemas möglich:

a) männlich-voll: die vierte Hebung liegt auf der letzten Silbe.

             Bsp.:                         Si wúnderwól gemáchet wíp

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b)weiblich-voll: die vierte Hebung liegt auf der vorletzten Silbe

         Bsp.: Ich lobe got der sîner güete (Friedrich von Hausen MF  50,19)               

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c) klingend: die dritte Hebung wird länger artikuliert, es folgt eine Nebenhebung. Nur lange Silben können klingende Kadenzen bzw. beschwerte Hebungen übernehmen.

  • Lang sind Silben mit Langvokal oder Diphthong wie maeren, hôchgezîten) oder
  • geschlossene Silben (etwa durch Doppelkonsonanz geschlossene kurze Silben wie valken)

          Bsp.: Oh Háupt voll Blút und wúndèn:

          hier wird wúndèn länger ausgehalten als die weiblich volle Kadenz, dabei

          liegt das Hauptgewicht der Betonung auf wún- , es folgt die

          Nebenhebung -dèn.

                 -> Auch innerhalb eines Verses kann eine Hebung mit einer

                     Nebenhebung ohne dazwischenliegende Senkung vorkommen;

                     man spricht dann von einer beschwerten Hebung.

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                  -> Es ist möglich, dass innerhalb eines Wortes zuerst eine Silbe mit

                       einer Haupthebung steht, dann folgt eine Senkung und im

                       Anschluß eine Silbe, die die Nebenhebung trägt; man spricht

                       dann von einer dreisilbig klingenden Kadenz.

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                   -> Es besteht auch die Möglichkeit, daß der Abvers bei insgesamt

                       drei realisierten Hebungen eine klingende Kadenz aufweist, was

                       dann überstumpf genannt wird.

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d)stumpf: die vierte Hebung wird pausiert, das heißt, sie ist  nicht realisiert, sondern als deutliche Pause hörbar           

Ein anderes Schema schlägt Hugo Kuhn vor; er gibt bei den Abversen die reale Hebungszahl an und geht nicht von einem viertaktigen Idealschema aus. Daneben besteht noch die rein deskriptive metrische Bestimmung (siehe die Schemata weiter unten).

3. Die Reimart

In der höfischen Dichtung herrscht im Unterschied zum Stabreimvers (hier reimt der Versanfang durch gleichlautende Buchstaben = Alliteration, wie „Milch macht müde Männer munter“) der Endreim, also ein Gleichklang von Vokalen der letzten betonten Silben eines Verses. Sie werden im Reimschema mit Kleinbuchstaben markiert, wobei die gleichen Reime die gleichen Buchstaben zugewiesen bekommen.

  • Bei der Nibelungenstrophe handelt es sich um paargereimte Langzeilen, die das Reimschema: aabb aufweisen.
  • Weitere mögliche Reimarten anderer gesungener Liedformen sind der Kreuzreim: abab (vgl. L 53,25), der umarmende Reim: abba, der verschränkte Reim: abcabc und der Schweifreim aabccb.
  • Reimlose Zeilen bezeichnet man als Waisen; wenn Zeilen erst mit Zeilen in der folgenden Strophe reimen, liegt ein Kornreim vor.
  • Wird innerhalb eines Verses ein Reim gesetzt, spricht man von einem Binnenreim, wie er etwa bei der binnengereimten Langzeile vorliegt (in der Handschrift C gibt es 7 Strophen mit binnengereimter Zäsur, vgl. die erste Strophe, die sogenannte „Programmstrophe“, die in Hs. B fehlt; siehe das Schema weiter unten).

4. Die Hebungszahl

Betonte Silben erhalten ein Akzentzeichen. Die Summe dieser Akzente ergibt dann die Hebungszahl.

5. Metrische Formen          

  • Im frühen Minnesang (Kürenberger) wie auch im Nibelungenlied besteht die Strophe (die sogenannte Nibelungenstrophe) aus vier paargereimten Langzeilen.
  • Der höfische Roman weist paargereimte Versen mit vier Hebungen auf.
  • In der Lyrik des klassischen Minnesangs wird vor allem die aus der Romania entlehnte Kanzonen- oder Stollenstrophe verwendet, die aus Aufgesang und Abgesang besteht (Bsp.: Walther L 53,25):

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Falls Sie jetzt verzagen ob der vielen Termini und der unterschiedlichen Formen, hier eine kleine Aufmunterung von Robert Gernhardt, ehe Sie sich der Nibelungenstrophe widmen dürfen:

Sonette find ich so was von beschissen,

so eng, rigide, irgendwie nicht gut;

es macht mich ehrlich richtig krank zu wissen,

daß wer Sonette schreibt. Daß wer den Mut

hat, heute noch so’n dumpfen Scheiß zu bauen;

allein der Fakt, dass so ein Typ das tut,

kann mir in echt den ganzen Tag versauen.

Ich hab da eine Sperre. Und die Wut

darüber, daß so’n abgefuckter Kacker

mich mittels seiner Wichsereien blockiert,

schafft in mir Aggressionen auf den Macker.

Ich tick nicht, was das Arschloch motiviert.

Ich tick es echt nicht. Und wills echt nicht wissen:

Ich find Sonette unheimlich beschissen.

Aus: Thalmayr, Andreas: Lyrik nervt. Erste Hilfe für gestresste Leser / Hörer. München, Wien 2004, S. 42-43.

6. Die Nibelungenstrophe

Die Nibelungenstrophe konstituiert sich aus vier paargereimten Langzeilen. Die Langzeile be­steht aus zwei Kurzzeilen, einem Anvers und einem Abvers, die im Druckbild durch Ab­stand (Spatium) getrennt sind, in der Metrik spricht man von einer deutlich markierten Pause, einer Zäsur, also von einem Einschnitt zwischen An- und Abvers.

Die Anverse weisen klingende Kadenzen auf. Kadenzentausch ist möglich, das bedeutet, anstelle einer klingenden Ka­denz, wie es das Schema vorsieht, kann auch ein männlich-voller Vers stehen.

Die ersten drei Abverse enden stumpf, d.h. der vierte Takt ist nicht realisiert, sondern pausiert; der vierte Vers weist hingegen vier Hebungen auf. Dieser durch die vierte Hebung deutlich markierte Ab­schluß der Strophe hat eine Schluss­beschwerung zur Folge und macht die Besonderheit der Nibelun­genstrophe aus. Hinzu kommt, dass im letzten Vers etwa in der Hälfte aller Stro­phen eine beschwerte Hebung vorkommt. In dieser Verszeile, die vielfach der pointierten oder re­sümierenden Darstellung dient, stehen oft hervor­geho­bene Aussagen oder Voraus­deu­tun­gen. 

Beispiel: Strophe 1 des Nibelungenliedes nach den Handschriften C und A (fehlt Hs. B)

(Das Nibelungenlied. Paralleldruck der Handschriften A, B und C nebst Lesarten der übrigen Handschriften. Hg. von Michael S. Batts. Tübingen 1971).

                   Handschrift C                                                   Handschrift A                                  

Auenture von den Nibelungen.

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Übersicht über die metrische Bestimmung einer solchen Nibelungenstrophe:

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Beispiel (NL 841):

War kômen dîne sinne?   ez was ein arger list.

zwiu lieze du in minnen,   sît er dîn eigen ist?

Ich hoere dich“, sprach Kriemhilt,  „ ân’ alle schulde klagen.“

„entriuwen“, sprach dô Prunhilt,   „daz wil ich Gunthere sagen.

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Eine Besonderheit ist die gespalten männliche Kadenz. Sie liegt vor, wenn Wörter mit kurzer offener Tonsilbe am Versausgang stehen, die dann als männlich zu bestimmen sind, da die Dehnung in offener Tonsilbe erst zum Neuhochdeutschen hin ein zweisilbiges Wort bewirkte. Somit sind sagen, klagen, jehen, sehen etc. als männlich zu bestimmen, da diese Vokale kurz gesprochen wurden und somit der Vers mit einer Hebung endet.

Kadenzentausch ist möglich, das heißt, wenn zur Erfüllung des Schemas eine klingende Kadenz im Anvers vonnöten wäre, kann auch ein vierhebig männlich-voller Vers als vollgültiger Ersatz für die klingende Kadenz stehen.

Zur Poetologie von Langversen


Mit der Langzeile liegt eine in Blöcken aufgebaute Architektur mit einer deutlichen Zäsur in der Mitte vor, die ein Spannungsfeld zwischen Trennung und Bindung bewirkt. Die Aussage überspannt einen durchgängigen Satz, bei dem Zeilenschluß und Gedankenführung kongruent sind. Die Langzeilen werden von einem Spannungsbogen gekennzeichnet, der An- und Abvers umfaßt und über den sich die Aussage wölbt. Ein Kriterium, um etwaige An- und Abverse von Langzeilen festzustellen, ist ihre Nicht-Vertauschbarkeit: Der Abvers kann nicht anstelle des Anverses stehen. Bei charakteristischen Langzeilen wird die Aussage durch die jeweilige Langzeile umklammert, und die Zäsur kann zur Darstellung eines Konflikts oder eines Kontrastes genutzt werden; der Sinn des Anverses vervollständigt sich erst im Abvers. Ferner besteht die Möglichkeit der unterschiedlichen Spannbreite der syntaktischen Verklammerungen, da sich Sinn und Satz auch über die folgende Zeile oder sogar Strophe erstrecken kann und also Versende und Sinnende nicht zusammenfallen müssen (Enjambement). Bei den Langzeilen handelt es sich um durchgängige Aussagen mit jeweils herausgehobenen Satzgliedern in An- und Abvers. Unregelmäßigkeiten in der Zäsur hat keine Relevanz, da beim musikalischen Vortrag metrische Varianten eine geringere Rolle spielten.

Bei der metrischen Bestimmung ist ein gewisses Maß an Subjektivität mit einzukalkulieren, da rhythmische Festlegungen auch vom Sprachgefühl des einzelnen abhängig sind. Eine Hilfestellung bieten Ihnen die geheimnisvollen Zeichen in der Edition de Boors: es handelt sich hierbei um Akzentzeichen, die Ihnen Hilfestellungen bei der metrischen Bestimmung bieten. Also auch bei undurchsichtig scheinenden Versen keine Panik!

Literatur:

Primärliteratur

  • Das Nibelungenlied. Paralleldruck der Handschriften A, B und C nebst Lesarten der übrigen Handschriften. Hg. von Michael S. Batts. Tübingen 1971.
  • Cormeau, Christoph: Walther von der Vogelweide: Leich, Lieder, Sangsprüche. 14., völlig neubearbeitete Auflage der Ausgabe Karl Lachmanns mit Beiträgen von Thomas Bein und Horst Brunner hg. von Christoph Cormeau. Berlin, New York 1996 [sorgfältige, hinsichtlich Konjekturen vorsichtige Edition, modifiziertes Leithandschriftenprinzip]
  • Das Nibelungenlied. Nach der Ausgabe von Karl Bartsch. Hg. von Helmut de Boor. Zweiundzwanzigste re­vi­dierte und von Roswitha ergänzte Auflage. Wiesbaden 1996 (= Deutsche Klassiker des Mittelalters).

Sekundärliteratur

  • Beyschlag, Siegfried: Altdeutsche Verskunst in Grundzügen. 6. neubearbeitete Auflage der Metrik der mittelhochdeutschen Blütezeit in Grundzügen. Nürnberg 1969.
  • Brunner, Horst: Metrik – Strophenform – Melodien. In: Walther von der Vogelweide: Epoche - Werk - Wirkung. Hg. von Horst Brunner, Gerhard Hahn, Ulrich Müller und Franz Viktor Spechtler. Unter Mitarbeit von Sigrid Neureiter-Lackner. München 1996, S. 43-68.
  • Brunner, Horst: Nibelungenlied. In: Deutsche Literatur des Mittelalters im Überblick. Stuttgart 2003 (= RUB 9485), S. 201-208 [denkbare Melodie zum Nibelungenlied-Vortrag S. 205].
  • Hoffmann, Werner: Altdeutsche Metrik. 2. überarbeitete und ergänzte Auflage. Stuttgart 1981 (= Sammlung Metzler; 64).
  • Müller, Ulrich: Das Nibelungenlied - ein Sangvers-Epos. Notenbeisp. In: Studia niemcoznawcze 24 (2002), S. 381 – 393.
  • Paul, Otto/Glier, Ingeborg: Deutsche Metrik. 6. Auflage München 1966.
  • Schulze, Ursula: Die Strophenform. In: U. S.: Das Nibelungenlied. Stuttgart 1997 (= RUB 17604), S. 98 - 103.
  • Taubert, Gesine: Kurze deutsche Verslehre. Isen 1992.
  • Taubert, Gesine: Mittelhochdeutsche Kurzgrammatik mit Verslehre. Examensvorbereitung - Referendariat - Unterricht. Unter Mitwirkung von Elisabeth Miltschnitzky. Erding 1995.
  • Tervooren, Helmut: Mittelhochdeutsche Minimalmetrik. 3. ergänzte und verbesserte Auflage. Göppingen 1979 (= GAG 285).
  • Thalmayr, Andreas: Lyrik nervt. Erste Hilfe für gestresste Leser / Hörer. München, Wien 2004.
  • Weddige, Hilkert: Zur Metrik vor allem der mittelhochdeutsch-höfischen Dichtung. In: Einführung in die germanistische Mediävistik. 2. Auflage. München 1992, S. 143ff.
  • Knörrich, Otto: Lexikon lyrischer Formen. Stuttgart  1992   (= Kröners Taschenausgabe; 479).