Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften

Ältere deutsche Literaturwissenschaft

Grammatischer Wechsel / Rhotazismus

In der 1. Lautverschiebung, die das Germanische vom Indoeuropäischen abgrenzt, wurden die indogermanischen Verschlusslaute in folgender Weise "verschoben":

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Nach dem so genannten Vernerschen Gesetz [vgl. PWG § 92; nach Karl Verner (1846-1896)] entsteht aus dem Verschiebelaut (ptk) NICHT der stimmlose Reibelaut, sondern die stimmhafte Variante, wenn dem Verschiebelaut im Indogermanischen ein unbetonter Laut unmittelbar vorausgeht:

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Durch den freien Wortakzent kommt es zu der Erscheinung, dass bei einem Wort in den flektierten Formen die Kosonanten wechseln können; aufgrund weiterer lautlicher Veränderungen ist im Alt - und Mittelhochdeutschen folgender Wechsel zu beobachten:

fb
dt
hg
sr

Der Wechsel von s und r durch Rhotazismus tritt im West- und Norgermanischen auf.