„Schaurig schön – schnulzig süß: für alle was dabei!“ – Leserrezensionen auf Online-Portalen. Eine inhaltsanalytische Untersuchung (gefördert von der Waldemar-Bonsels-Stiftung)

Das Forschungsprojekt bildet den Auftakt einer Reihe von Studien des Bamberger Arbeitskreises zur Lese- und Leserforschung(BALL). Ziel der Arbeitsgruppe ist es, Rezeptions- und Rezensionsverhalten nicht-professioneller Leser mit qualitativen und quantitativen empirischen Methoden zu untersuchen.

Das Forschungsteam wird empirisch untersuchen, wie sich Buchrezensionen reiner Hobby-Rezensenten von denen professioneller Leser wie Feuilleton-Journalisten oder Literaturwissenschaftlern unterscheiden. Bisher existieren zu dieser Frage noch keine belastbaren Daten, obwohl Leserrezensionen durch Weblogs, Social Reading-Plattformen oder Onlinebuchversender in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend gleichberechtigt neben klassischen journalistischen Rezensionen stehen. Aus Befragungen ist zudem bekannt, dass sich viele Leser eher an anderen, nicht-professionellen Lesern (Peers) orientieren als an den Empfehlungen einschlägiger Experten. Kundenrezensionen im Internet haben dieses Phänomen nicht nur verstärkt, sondern auch beobachtbar gemacht: Der Informationsaustausch, der früher vor allem in interpersonellen Gesprächen stattgefunden hat, liegt nun als analysierbares Textkorpus im Internet vor.

Durch die Analyse dieses Korpus – mit Schwerpunkt auf Amazon-Rezensionen – sollen unter anderem folgende Fragen beantwortet werden:

  • Welche Kriterien legen die Verfasser von Leserrezensionen an?
  • In welchem (quantitativen aber auch formalen) Verhältnis stehen Informations- und Meinungsanteil der Rezensionen?
  • Gibt es Hinweise darauf, dass sich Verfasser von Leserrezensionen als Teil einer „reading community“ verstehen, die Kommunikation unter Gleichen anstrebt?