DFG-Projekt: Katalog der althochdeutschen und altsächsischen Glossenhandschriften. Quellenkundliche Aufbereitung und digitale Erschließung der Nachtragshandschriften

Der 2005 in sechs Bänden erschienene und von 1989 bis 2005 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte 'Katalog der althochdeutschen und altsächsischen Glossenhandschriften (bearbeitet von Rolf Bergmann und Stefanie Stricker unter Mitarbeit von Yvonne Goldammer und Claudia Wich-Reif, 5 Bände und 1 Tafelband, De Gruyter, Berlin, New York 2005)' erschließt den bedeutenden sprachhistorischen Quellenbestand der damals bekannten gut 1300 Glossenhandschriften. Die in Buchform veröffentlichten Daten sind inzwischen in eine Datenbank überführt worden, wodurch eine Verlinkung mit den gesamten Ressourcen des Internets (Codices Electronici, Handschriftencensus usw.) möglich wurde. Die Daten zu den Handschriften können nun auch in individuellen Verknüpfungen abgefragt werden. Neu entdeckte Glossenhandschriften werden der interessierten Öffentlichkeit sofort nach der Meldung zugänglich gemacht und können gezielt abgefragt werden.

Im Rahmen des von Prof. Dr. em. Rolf Bergmann und Prof. Dr. Stefanie Stricker geleiteten DFG-Projekts (Beginn 2014) wurden die zwischenzeitlich gefundenen etwa 180 Handschriften in die Datenbank aufgenommen und laufend nach Art der bereits aufgenommenen Handschriften beschrieben. Anliegen des Projektes ist eine nach dem bewährten Schema des Katalogs erfolgende quellenkundliche Erschließung dieser Nachtragshandschriften, die aus mehreren Gründen wünschenswert ist. Neben dem grundsätzlichen Anliegen einer vollständigen Dokumentation der Quellen spricht vor allem der hohe Quellenwert der nachzutragenden Handschriften für die geplante Ergänzung. Annähernd die Hälfte der Handschriften enthält Griffelglossen aus der frühen Zeit des Althochdeutschen, die unsere Kenntnisse gerade zur Frühzeit der Glossierungstätigkeit erheblich verbessern können. Für eine Ergänzung und Aktualisierung des Katalogs spricht schließlich auch die Etablierung des Katalogs als grundlegendes Referenzwerk für die Glossen- und Althochdeutschforschung, so beispielsweise beim Althochdeutschen Wörterbuch in Leipzig. Dieser Stellenwert des Katalogs in der Glossenforschung nötigt zu einer Aktualisierung der Daten, die durch die quellenkundliche Erschließung der nach Erscheinen des Katalogs als glossentragend erkannten Handschriften erfolgen soll. 

Im Dezember 2016 erfolgte eine Verlängerung der Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Seit Juni 2017 ist die Datenbank BStK Online öffentlich zugänglich.