Publikationen

Die Anfänge der deutschen Fremdwortlexikographie

Simon Roths ‚Ein Teutscher Dictionarius‘ ist in doppelter Hinsicht ein besonderes Werk der deutschen Lexikographie: Es sticht als überwiegend einsprachig-deutsches Wörterbuch für Lateinunkundige aus der Menge der einsprachig-lateinischen und lateinisch-deutschen Wörterbücher des 16. Jahrhunderts heraus, die primär für den Lateinunterricht gedacht waren. Auch ist er das erste Wörterbuch im deutschen Sprachraum, das schwere, unbekannte Wörter nicht nativer Herkunft erklärt, weshalb es als Vorläufer der heutigen Fremdwörterbücher gilt.

Der Band enthält eine detaillierte metalexikographische Analyse der 1. Auflage von 1571. Er bietet Informationen zu antiken wie zeitgenössischen Quellen und Vorlagen. Ein Vergleich mit Bernhard Heupolds ‚Teutschem Dictionariolum‘ (1602) liefert zudem neue Erkenntnisse über die unmittelbare historische Rezeption. Die Arbeit verortet Roths Werk innerhalb der humanistischen Wörterbuchpraxis und zeigt seinen Wert im Spiegel der Wörterbuchentwicklung bis heute.

Anette Kremer:
Die Anfänge der deutschen Fremdwortlexikographie.
Metalexikographische Untersuchungen zu Simon Roths ‚Ein Teutscher Dictionarius‘ (1571).
Universitätsverlag Winter, 2013. 255 S.
ISBN: 978-3-8253-6144-0

Einführung in die deutsche Sprachwissenschaft

Die Einführung in die deutsche Sprachwissen-schaft richtet sich an Germanistikstudenten, insbesondere an Studienanfänger. Ziel des Buches ist es, in die wichtigsten Fragestel-lungen, Begriffe, Methoden und Ergebnisse der deutschen Sprachwissenschaft einzuführen. Als Leitfaden dienen dabei die universitären und staatlichen Prüfungsordnungen des Faches, im weiteren aber auch übergreifende Bildungsziele im Bereich von Sprache und Sprachkultur.

Gegenstand des Buches sind die Strukturen der Laut- und Schriftebene, der Wort-, Satz- und Textebene. Die Darstellung bezieht sich auf die Gegenwartssprache, daneben aber auch auf die früheren Sprachstufen des Deutschen und auf den Sprachwandel. Dargestellt werden die geographischen, sozialen und fachlichen Differenzierungen der deutschen Sprache ebenso wie die Anwendung der Sprachwissenschaft im Wörterbuch und in der Sprachberatung. Schließlich werden Techniken sprachwissenschaftlicher Arbeit vorgestellt, die digitale Medien nutzen.

Der Schwerpunkt liegt auf der einzelsprachlichen germanistischen Sprachwissenschaft, wodurch sich das Buch von anderen Einführungen unterscheidet. Der Zielsetzung und dem Adressatenkreis entsprechend wird Wert auf Anschaulichkeit und Konkretheit der Beispiele gelegt und überwiegend mit authentischem Sprachmaterial gearbeitet.

Bergmann, Rolf / Pauly, Peter / Stricker, Stefanie:
Einführung in die deutsche Sprachwissenschaft.
5., überarbeitete und erheblich erweiterte Auflage 2010.
Universitätsverlag Winter, Heidelberg.
Kartoniert € 24,–
ISBN 978-3-8253-5797-9

Der i-Umlaut im Althochdeutschen

Die Arbeit untersucht die althochdeutschen Umlautprozesse aus phonetischer und phonologischer Sicht. Behandelt werden die Typologie von Umlautprozessen, phonetische Aspekte der Umlautphonemisierung, Effekte der Gebrauchsfrequenz und morphologisch erscheinende Irregularitäten sowie Fragen der Rekonstruktion des Umlauts im Rahmen der Optimalitätstheorie.

Schulze, Jan Henning:
Der i-Umlaut im Althochdeutschen.
Bamberg: University of Bamberg Press, 2010.
(Bamberger Beiträge zur Linguistik ; 3)
ISBN 978-3-923507-92-4
Preis: 13,50 €

Zugriff auf den Volltext über OPUS

Sprachhistorisches Arbeitsbuch zur deutschen Gegenwartssprache

Gegenstand des Sprachhistorischen Arbeitsbuchs zur deutschen Gegenwartssprache sind solche Phänomene der Gegenwartssprache, die auf den ersten Blick Unregelmäßigkeiten und Störungen des Systems zu sein scheinen.

Die Darstellung bezieht sich auf Erscheinungen aus den Bereichen der Phonologie, Graphematik, Flexionsmorphologie, Syntax und Lexikologie, wie z.B. das Nebeneinander von verschiedenen Schreibungen für den gleichen Laut ( heute / Häute ), das Nebeneinander von verschiedenen Pluralformen ( Länder / Lande ), Unregelmäßigkeiten in der Verbflexion ( ziehen / zogen ), syntaktische Konkurrenzen wie zwischen gedenken mit Genitiv, mit Dativ oder mit der Präposition an , lexikalische Konkurrenzen zwischen heimischen und entlehnten Wörtern und Wortbildungen ( Geiger / Violinist ).

Die behandelten Erscheinungen sind vielfach Gegenstand von Normfragen; sie sind zugleich Ergebnisse des Sprachwandels auf allen Ebenen des sprachlichen Systems. Das Buch erklärt die ausgewählten gegenwartssprachlichen Befunde aus der Sprachgeschichte und dem Sprachwandel; es ist aber keine Darstellung der deutschen Sprachgeschichte oder des Sprachwandels in systematischer Form.

Das Buch wendet sich an fortgeschrittene Germanistikstudenten, insbesondere an Studierende in der Examensvorbereitung. Sprachwissenschaftliche und sprachhistorische Grundkenntnisse werden daher vorausgesetzt. Von den Absolventen germanistischer Studiengänge, insbesondere von künftigen Deutschlehrern, wird die Fähigkeit erwartet und in Klausuren geprüft, sprachhistorische Kenntnisse für das Verständnis gegenwartssprachlicher Phänomene fruchtbar zu machen. Zu jedem Kapitel des Arbeitsbuches werden solche Aufgaben vorgestellt und bearbeitet. Das Buch dient daher auch zur Examensvorbereitung.

Stricker, Stefanie, Rolf Bergmann und Claudia Wich-Reif:
Sprachhistorisches Arbeitsbuch zur deutschen Gegenwartssprache.
Mit einem Beitrag von Anette Kremer
Universitätsverlag Winter, Heidelberg
Broschiert € 19,–
ISBN 9783825360009

Handbuch zur althochdeutschen und altsächsischen Glossographie

Im Anschluss an den 'Katalog der althochdeutschen und altsächsischen Glossenhandschriften' (erschienen 2005) ist ein Handbuch zur althochdeutschen und altsächsischen Glossographie erstellt worden. Das Handbuch wertet den Katalog aus, führt darüber hinaus in die Erforschung der Glossen ein und dokumentiert den derzeitigen Forschungsstand in den verschiedenen Bereichen der Glossographie. Das Handbuch ist unter der Leitung von Rolf Bergmann und Stefanie Stricker bearbeitet worden, wobei die einzelnen Kapitel von etwa zwei Dutzend namhaften Sprachhistorikern erstellt wurden. Das Handbuch ist im Sommer 2009 im de Gruyter Verlag erschienen.