Schreibförderung und -erziehung

5. Von der Schreibaufgabe zum Schreibziel

"Kompetent schriftsprachlich handelt derjenige, der sich selbst ein Schreibziel setzt und anschließend realisiert" (Baurmann 2002, 58). Das, was in Lehrplänen "Lernziel" heißt, ist also hier nicht gemeint; es geht um die Ziele, die man sich selber setzt - und setzen muss, wenn ein Text gelingen soll! Die Schreibaufgabe allein ist noch nicht das Ziel, sie setzt nur den Rahmen für mögliche Ziele.

Das wirft zwei Fragen auf:

1. Wie können Schülerinnen und Schüler darin unterstützt werden, sich eine Schreibaufgabe als Schreibziel zu eigen zu machen? Deutschlehrer/-innen sollten

  • Schülerinnen und Schüler, die ein eigenes Schreibziel vor Augen haben, ermutigen
  • Schülerinnen und Schüler mit ‚stockendem Schreibfluss’ auffordern, ihre Ziele und/oder Ideen anderen bzw. der Lehrperson vorzustellen
  • Schülerinnen und Schülern mit 'Schreibblockade' Impulse geben und ihnen Strategien vermitteln (z.B. Clustern, Mindmapping, Zitate aus Texten sammeln...)

2. Wie kann die Motivation der Schülerinnen und Schüler durch die Phasen des Schreibens (Planen, Formulieren, Niederschreiben, Entwürfe bearbeiten) hindurch erhalten werden? Schreibunterricht sollte

  • eine Situation, die das Verfassen eines Textes (heraus-) fordert, aufgreifen (z.B. längere Krankheit eines Freundes oder Familienmitglieds)
  • ein Ergebnis, zu dem das eigene Schreiben führen soll, aufzeigen (z.B. eine eigene Erfahrung nachvollziehbar mitteilen, ein eigenes Problem klären)
  • Folgen für die Schreibtätigkeit ermöglichen, die für die Schülerinnen und Schüler bedeutsam sind (z.B. eine öffentliche Lesung vorbereiten)

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